Seite 18: Fazit

Die EVGA GeForce GTX 960 Super SuperClocked gibt auch mit der doppelten Speichermenge ein solides Bild ab. Dank des leistungsstarken Kühlsystems arbeitet die Mittelklasse-Grafikkarte nicht nur erfreulich leise, sondern zeigt sich auch im Overclocking-Test dank der niedrigen Temperaturen von ihrer besten Seite. Mit über 1.550 MHz erreichte unser Testmuster einen der höchsten Boost-Frequenzen, die wir im Falle der GeForce GTX 960 bislang in unseren Testhallen für die Overclocking-Tests feststellen konnten. Obendrein zeigte sich der Speicher trotz seiner größeren Speicherkapazität sehr taktfreudig. Über 1.900 MHz waren hier möglich.

Die hohen Taktraten ab Werk haben allerdings auch ihren Preis, denn verglichen mit anderen Modellen genehmigt sich die SuperClocked im 2D- wie auch 3D-Betrieb etwas mehr Strom. Die 2GB-Version spart hier zwischen fünf und etwa 14 Watt ein.

Insgesamt bietet die GeForce GTX 960 mit 4 GB durchaus die Möglichkeit, in FullHD zu spielen. Auch eine höhere Auflösung in Form von 2.560 x 1.600 oder 2.560 x 1.440 Bildpunkten ist möglich, allerdings müssen dann größere Abstriche bei den Qualitätseinstellungen gemacht werden. Auch FullHD ist nicht in jedem Fall mit den höchsten Einstellungen möglich. Hier muss sich der Spieler ein ausgewogenes Setting abhängig von der nativen Auflösung eines Monitors wählen. Theoretisch soll die GeForce GTX 960 auch mit UltraHD/4K zurechtkommen, allerdings sehen wir hier nur die 2D-Darstellung als denkbare Alternative, denn auch die 4-GB-Version kann Spiele in 3.840 x 2.160 Bildpunkten nicht schnell genug auf den Bildschirm bringen. Wer das tun möchte, der muss nach wie vor tiefer in die Tasche greifen und sich mindestens eine GeForce GTX 980 oder Radeon R9 290X holen. Besser noch: Die GeForce GTX Titan X, die kostet aber auch mehr als das Fünffache. Einziger Vorteil der 4GB-Version: Die minimalen FPS liegen nicht ganz so tief wie beider 2GB-Version.

Auch wenn man für die doppelte Speichermenge, für das leistungsstarke Kühlsystem und nicht zuletzt für die hohen Taktraten bei EVGA einen Aufpreis gegenüber der günstigsten GeForce GTX 960 von etwa 95 Euro bezahlen muss, muss der besondere Support von EVGA erwähnt werden. Hervorzuheben wäre da nicht nur eine Garantieerweiterung, sondern vor allem auch das Step-Up-Proramm. Wer sich heute für die EVGA GeForce GTX 960 Super SuperClocked entscheidet, kann später ohne große Verluste innerhalb von 90 Tagen und nach einer Registrierung binnen 14 Tage nach Kauf auf eine neue bzw. schnellere GeForce-GTX-Grafikkarte des Herstellers aufrüsten. Fällig wird dann nur die Differenz des Kaufpreises zum Preis der neuen Grafikkarte aus dem EVGA-Shop. Die Versandkosten hierfür kommen noch oben drauf. Die alte Karte muss zu EVGA geschickt werden. 

Alternativen? Wer etwas Geld sparen möchte, der kann bedenkenlos zur 2GB-Version greifen, die es in unserem Preisvergleich derzeit schon für knapp 190 Euro und damit für etwa 95 Euro weniger zu kaufen gibt. Vor allem die MSI GeForce GTX 960, aber auch die ASUS GeForce GTX 960 StriX OC können hier gefallen. AMD-Fans halten dagegen nach einer Radeon R9 280 oder R9 285 Ausschau, wenngleich die Effizienz hier nicht ganz so gut ausfällt, es dafür aber abhängig von den Taktraten ein paar FPS mehr sein können. Wer die rund 285 Euro ausgeben kann und vielleicht noch etwas mehr auf der hohen Kante liegen hat, fährt mit einer AMD Radeon R9 290 derzeit am besten.

 

Persönliche Meinung

Die NVIDIA GeForce GTX 960 ist für FullHD gemacht. Hier bringt der doppelte Speicher auf 4 GB kaum Vorteile, Flaschenhals ist da eher das 128 Bit breite Speicherinterface. Den Aufpreis kann ich mir also getrost sparen und das Geld anderweitig ausgeben. Trotzdem sind die beiden Super-SuperClocked-Karten keine schlechten Modelle: Das Kühlsystem ist angenehm leise und kühlt die Karte auch unter Volllast sehr gut. Zudem können beide Ableger mit einem sehr guten Overclocking-Potential auf sich aufmerksam machen. Mit der GeForce GTX 960 und AMD Radeon R9 285 haben beide Hersteller derzeit für Sparfüchse sehr günstige Zocker-Grafikkarten im Angebot - wer braucht da schon eine Titan X für satte 1.150 Euro? (Andreas Stegmüller)