Seite 18: Fazit

EVGA hat mit der GeForce GTX 980 Classified ganz klar ein Ziel im Auge: Man will das schnellste Modell der GeForce GTX 980 anbieten und gleichzeitig auch noch einigen Spielraum für das Overclocking lassen. Und EVGA hat geliefert! Nach der Zotac GeForce GTX 980 AMP! Extreme Edition mit einem maximalen Boost-Takt von 1.405 MHz ist die EVGA GeForce GTX 980 Classified mit ihren 1.443 bzw. 1.430 MHz das schnellste Modell, das wir bisher testen durften. Noch einmal sei angemerkt, dass diese Werte ohne Eingreifen des Nutzers erreicht werden. Alles was dieser zur Verfügung stellen muss, ist ein gut belüftetes System, damit der ACX-2.0-Kühler auch ordentlich arbeiten kann.

Allerdings wird auch ersichtlich, dass die Luft für eine immer schnellere Werksübertaktung allmählich eng wird. EVGA gibt einen Mindest-Boost-Takt von 1.393 MHz an, wir landen bei 1.443/1.430 MHz. Ähnlich erging es auch schon anderen Modellen (wie eben dem von Zotac), die ähnliche hohe Taktraten angeben, dann aber in der Praxis einen Takt abliefern, der nur knapp darüber liegt. Letztendlich zählt aber das, was am Ende dabei heraus kommt und hier findet EVGA eben das bisherige Maximum an Performance.

In den Benchmarks bedeutet dies einen Vorsprung von nur wenigen Prozent vor den weiteren schnellen Varianten der GeForce GTX 980. Die Unterschiede bei den schnellsten Karten sind folglich nur messbar - der Spieler dürfte davon in der Praxis wenig spüren. Der Vorsprung zur Referenzversion hingegen ist natürlich enorm und macht auch deutlich, dass solche Custom-Lösungen mit werksseitiger Übertaktung durchaus eine Daseinsberechtigung haben. Sicherlich lässt sich auch eine Referenzkarte übertakten und in ähnliche Regionen wie die meisten Custom-Modelle treiben, doch an der Spitze spielen eine teilweise verbesserte Kühlung oder die modifizierte Strom- und Spannungsversorgung dann doch eine Rolle.

Doch die EVGA GeForce GTX 980 Classified lebt nicht nur von der Performance, sondern inzwischen hat EVGA auch erkannt, dass der Nutzer nicht zwangsläufig auch eine zu laute Kühlung hinnimmt, auch wenn er eine der schnellsten OC-Karten betreibt. So schaltet der ACX-2.0-Kühler auf der GeForce GTX 980 Classified im Idle-Betrieb bzw. unter einer GPU-Temperatur von 60 °C ab. Auch unter Last wird die Drehzahl nicht mehr blind erhöht, sondern pendelt sich in einem sinnvollen Verhältnis zur GPU-Temperatur ein. Dazu nimmt EVGA auch in Kauf, dass die GPU mit 73 °C etwas wärmer wird wie auf den Konkurrenzmodellen. Doch dies ist im Alltagsbetrieb kein Problem. Wer ein manuelles Overclocking anstrebt, kann die Lüfterkurve dementsprechend anpassen, dass niedrigere GPU-Temperaturen erreicht werden.

Das Overclocking-Potenzial der GeForce GTX 980 Classified können wir nur ankratzen, auch wenn das Ergebnis mit einem GPU-Takt von 1.560 MHz mehr als beeindruckend ist. Dennoch hatten wir immer das Gefühl, die Karte weiterhin zu unterfordern. Mit der verbauten Luftkühlung war aber kein höherer Takt möglich. Erst eine Wasserkühlung mit dementsprechend niedrigeren Temperaturen würde weiteres Potenzial freigeben - gar nicht zu sprechen von einer Kühlung mittels flüssigem Stickstoff. OC-Features wie der EVBot, den Support der Community über inoffizielle Software, BIOS und Firmware sowie die Spannungsmesspunkte gehören bei den Classified-Karten inzwischen zum Standard und werden von der Zielgruppe natürlich gerne angenommen.

Bleibt noch die Frage nach dem Preis und hier dürfte dann wohl auch der größte Negativpunkt der EVGA GeForce GTX 980 Classified zu suchen sein. 700 Euro werden aktuell für die Karte verlangt und damit dürfte nur noch eine GeForce GTX 980 Hydro Copper mit vormontiertem Wasserkühler aus eigenem Hause oder aber die gerade erst vorgestellte ASUS ROG Poseidon GeForce GTX 980 mit einem Hybrid-Kühler teurer bzw. gleich teuer sein. Der Aufpreis von gut 200 Euro gegenüber den günstigsten Modellen der GeForce GTX 980 klingt unangemessen und ist es wohl auch. Nicht in Abrede stellen kann man der Karte allerdings ihre Leistung, die wirklich gute Kühlung und das ausgezeichnete Overclocking-Potenzial.

eh evga 980 class

Alternativen? Die Suche nach einer Alternative bedingt auch immer eine gewisse Flexibilität, denn genau das gleiche Produkt gibt es meist kein zweites Mal. Die EVGA GeForce GTX 980 Classified bietet "out of the box" die höchste Performance, dahingehend ist sie also alternativlos. Mit einigen Abstrichen bei der Leistung reicht allenfalls die Zotac GeForce GTX 980 AMP! Extreme Edition heran. Dann aber muss auch eine deutlich lautere Kühlung in Kauf genommen werden. Beschränkt man das Blickfeld auf das Overclocking und die dazugehörigen Features, ist es ebenfalls schwer eine Alternative zur GeForce GTX 980 Classified zu finden. Modelle wie die Galaxy GeForce GTX 980 HOF konnten wir uns bislang leider noch nicht anschauen.

 

Positive Aspekte der EVGA GeForce GTX 980 Classified

  • sehr gute Performance in hohen Auflösungen
  • Anti-Aliasing und anisotropische Filterung immer möglich
  • UltraHD/4K-Auflösungen möglich
  • DSR
  • DirectX 12
  • HDMI 2.0
  • bisher höchster erreichter Boost-Takt
  • ausgezeichnetes Overclocking-Ergebnis
  • zahlreiche OC-Features
  • leise im Idle- und Last-Betrieb

Negative Aspekte der EVGA GeForce GTX 980 Classified:

  • hoher Preis
  • hohe Leistungsaufnahme

 

Persönliche Meinung

Ich wiederhole mich an dieser Stelle sicherlich, aber Karten des Schlages einer EVGA GeForce GTX 980 Classified überzeugen einfach in vielerlei Hinsicht. Nicht nur hat es EVGA geschafft das bisher schnellste Modell auf den Markt zu bringen, sondern bietet durch den Ausbau der Strom- und Spannungsversorgung sowie die inoffizielle Software die Möglichkeit die Karte wirklich an ihre Grenzen zu bringen und nicht andauernd das Gefühl zu haben, irgendwie sei noch eine Handbremse angezogen. Noch mehr Spaß machen solche Karten nur noch, wenn man sie mit einer Wasserkühlung versieht und wirklich frei laufen lässt. (Andreas Schilling)