Seite 1: 4K-Gaming: AMD gegen NVIDIA - Wer ist bereit für die Zukunft?

4K-logo2Das dominierende Thema auf der diesjährigen IFA war sicherlich 4K bzw. Ultra-High-Definition. Doch nicht nur auf dem Consumer-Markt für TV-Geräte wird 4K in den kommenden Monaten und Jahren eine immer wichtigere Rolle spielen, sondern könnte dies schon in diesem Jahr im PC-Segment. Seit Jahren überbieten sich die Hersteller bei neuen 3D-Technologien. Anti-Aliasing-Filter werden immer besser, doch eine Grenze können sie nicht überwinden und das sind Auflösungen aktueller Displays. Deren Auflösung orientierte sich größtenteils an der aktueller TV-Geräte, allerdings mit deutlich geringeren Bilddiagonalen, was vor allem dem Betrachtungsabstand geschuldet ist. Mit dem Aufkommen erster 4K-Displays für den Einsatz auf dem heimischen Schreibtisch ändert sich diese Situation und stellt die Hersteller aktueller Grafikkarten vor neue Aufgaben.

Bevor wir aber auf die Problematik eingehen, uns etwas mit der Theorie beschäftigen und dann auch einige Messwerte präsentieren, wollen wir noch einen kurzen Überblick der aktuellen Situation geben.

Aktuell dürften die meisten PC-Spieler Displays mit einer Auflösung von 1.920x1.080 Pixel bei einer Bilddiagonalen von 21,5 bis 24 Zoll einsetzen. Grafikkarten ab 200 bis 250 Euro sind auch durchaus in der Lage, diese Auflösung in aktuellen Spielen zu bedienen. Wer noch eine Schippe drauflegen möchte, der greift zu einem Display mit einer Auflösung von 2.560x1.080, 2.560x1.440 oder 2.560x1.600 Pixel, deren Bilddiagonalen häufig bei 27 Zoll beginnen und bei 30 Zoll enden. Hier sollte dann schon eine weitaus potentere Grafikkarten zum Einsatz kommen.

4K-Screenshot von Project Cars
4K-Screenshot von Project Cars

Viel wichtiger aber ist, dass sich an der Darstellungsqualität des Displays bzw. deren Pixeldichte, wenig getan hat. Einige Rechenbeispiele:

  • 1.920x1.080 Pixel auf 21,5 Zoll: 102 ppi
  • 1.920x1.080 Pixel auf 24 Zoll: 92 ppi
  • 2.560x1.440 Pixel auf 27 Zoll: 109 ppi
  • 2.560x1.600 Pixel auf 30 Zoll: 101 ppi

Wir bewegen uns also meist bei etwas über 100 ppi und das bereits seit einigen Jahren. Ein Umdenken hat erst stattgefunden, seit mobile Geräte wie Smartphones oder Tablets zum Alltagsbegleiter geworden sind. Hier wurde immer mehr die Darstellungsqualität des Displays in den Vordergrund gerückt. Zum einen sicherlich aufgrund des geringeren Betrachtungsabstandes, zum anderen aber auch um dem Nutzer ein optisches Highlight zu bieten. Auch dies wollen wir mit einigen Zahlen unterfüttern:

  • Apple iPhone 5s: 1.136x640 Pixel bei 4 Zoll: 326 ppi
  • Samsung Galaxy S4: 1.920x1.080 Pixel bei 4,99 Zoll: 441 ppi
  • Apple iPad: 2.048x1.536 Pixel bei 9,7 Zoll: 264 ppi
  • Google Nexus 7: 1.920x1.200 Pixel bei 7 Zoll: 323 ppi

Die ersten, die auf diesen Trend reagierten, waren die Notebook-Hersteller und hier allen voran Apple. Die MacBook Pros mit Retina-Display brachten die nun auf Smartphones und Tablets bekannte Pixeldichte auf den Desktop. Mit einiger Verzögerung präsentierten auch andere Hersteller Notebooks mit ähnlichen Eigenschaften beim Display:

  • Apple MacBook Pro Retina: 2.560x1.600 Pixel bei 13,3 Zoll: 227 ppi
  • ASUS UX51VZ: 2.880x1.620 Pixel bei 15,6 Zoll: 212 ppi

ASUS PQ321QE

Doch spätestens mit dem Erscheinen zweier Displays mit 4K-Auflösung in diesem Sommer, soll auch auf dem Desktop ein Wechsel eingeleitet werden. Sharp hat mit dem PN-K321H ein 32-Zoll-Display mit einer Auflösung von 3.840x2.160 Pixel präsentiert. ASUS nennt sein Modell PQ321QE, das bei gleicher Auflösung eine Bilddiagonale von ebenfalls 32 Zoll aufweist. Beide kommen demnach auf eine Pixeldichte von 138 ppi. Damit liegen wir noch unter den Werten der Notebooks, die Darstellungsfläche ist allerdings auch viermal so groß. Warum dies so sein muss, hat nicht nur mit dem Betrachtungsabstand zu tun, sondern auch mit der Fertigung solcher Panels. Doch dazu später etwas mehr.

Derzeit sind die beiden einzig verfügbaren 4K-Displays kein günstiger Spaß. ASUS verlangt für den PQ321QE etwa 3.500 Euro, der Sharp PN-K321H ist mit knapp 5.000 Euro sogar noch teurer. Samsung wird spätestens zur CES 2014 ebenfalls ein erstes 4K-Display für den Desktop vorstellen und je mehr Hersteller auf diesen Zug aufspringen und je mehr Fertigungskapazitäten darauf geworfen werden, desto schneller werden auch die Preise fallen. Derzeit gehen die Hersteller davon aus, dass wir spätestend im Sommer 2014 im Preisbereich von 1.000 bis 1.500 Euro angelangt sind.