Seite 1: Das Thermaltake Core W100 Super Tower Chassis im Test

Thermaltake Core W100

Mit dem gigantischen Core W100 zielt Thermaltake einmal mehr auf Enthusiasten ab. Dabei ist das "Super Tower Chassis" noch konsequenter als selbst die extremsten Core X-Modelle. Das vollmodulare Gehäuse muss nicht nur erst vom Nutzer zusammengebaut werden, es bietet auch extrem viel Flexibilität. Besonders als Grundlage für ehrgeizige Wasserkühlungsprojekte soll das Core W100 überzeugen. Dazu kommt die Möglichkeit, es optional noch um das Pedestal Core P100 zu erweitern. 

Gerade die beiden Core X-Modelle Core X9 und Core X71 haben deutlich gemacht, dass Thermaltake zunehmend auf Enthusiasten abzielt. Vorbei sind die Zeiten, in denen sich das Unternehmen großteils im Budgetbereich profiliert hat. Die übergroßen Gehäuse eröffnen Möglichkeiten, wie sie nur wenige konventionelle Gehäuse bieten können. Vom E-ATX-Cube Core X9 können sogar mehrere Exemplare miteinander verbunden und kombiniert genutzt werden. Dabei sind diese beiden extremen Core X-Modelle zwar im Innenraum weitgehend modular aufgebaut, aber letztlich handelt es sich doch um klassische, genietete Stahlgehäuse.

Beim Core W100 verfolgt Thermaltake einen Ansatz, der den Ansprüchen von Enthusiasten noch mehr gerecht werden soll. Das E-ATX-/XL-ATX-Modell wird in Einzelteilen ausgeliefert und muss vom Nutzer erst mithilfe einer bebilderten Anleitung zusammengesetzt werden. Mit durchschnittlichem Geschick und einigen IKEA-Vorerfahrungen lässt sich das Grundgehäuse in etwa einer Stunde zusammenbauen. Anschließend hat man die Qual der Wahl - wie soll der Innenraum gestaltet werden? Wo sollen die Laufwerke hin, wo die Lüfter und Radiatoren? Reichen die Laufwerkskäfige, oder müssen weitere Laufwerkskäfige nachgerüstet werden? Und wird das Projekt vielleicht so extrem, dass das Core W100 sogar noch mit dem Zusatz-Gehäuse Core P100 (bietet u.a. mehrere 480/560-mm-Radiatorenplätze) zum Core WP100 erweitert werden sollte? Das sogenannte DMD (Dismantlable Modular Design) hat dabei auch im Nachhinein Vorteile. Spätere Anpassungen am Gehäuse sind problemlos möglich - sei es ein Nachrrüsten zusätzlicher Laufwerkskäfige oder z.B. auch der Austausch des I/O-Panels, wenn sich neue Standards wie USB 3.1 etablieren. 

core wp100

Das Core WP100 mit dem Pedestal Core P100 (Bild: Thermaltake).

Core W100 und Core WP100 richten sich an einen kleinen Kreis von Enthusiasten. Entsprechend wirkt der Kaufpreis von rund 380 Euro für das W100 erst einmal nicht gerade günstig. Wir werden aber noch sehen, dass dieses Modell gegenüber vergleichbaren Gehäusen eigentlich ein regelrechtes Schnäppchen ist.

Thermaltake Core W100

Weil das Core W100 in Einzelteilen ausgeliefert wird, lässt sich die Grenze zwischen Gehäuseteilen und Zubehör teilweise nicht ganz klar ziehen. Wichtige Teile des Lieferumfangs sind vor allem die ausführliche, graphische Anleitung im DIN A4-Format und Unmengen an Montagematerial. Dabei hat Thermaltake die einzelnen, wiederverschließbaren Tütchen dankenswerterweise bestens vorsortiert und beschriftet. Wenn in der Anleitung beispielsweise S-E(4x) eingefordert werden, sucht man einfach das entsprechende Tütchen heraus und entnimmt ihm vier Schrauben. Dabei ist es sinnvoll, die Tütchen vor dem Zusammenbau vorzusortieren - bei der Masse an Tütchen kann man sonst tatsächlich schnell den Überblick verlieren. Alternativ kann das Montagematerial auch in eine beiliegende Sortierbox befördert werden. Dann sollte man aber sicherstellen, dass die Zuordnung der einzelnen Schraubentypen nicht verloren geht. 

Thermaltake liefert auch gleich je ein Set an konventionellen Kunststoffstandfüßen und ein Set an (anbremsbaren) Rollen mit. Die Standfüße sind zwar die schlichtere, aber etwas unkompliziertere Lösung. Während sie mit je einer Schraube befestigt werden, müssen die Rollen mit je vier Schrauben und zusätzlich passenden Muttern montiert werden. Den Lieferumfang runden 20 Kabelbinder, ein System-Speaker und selbstklebende Gummipuffer für das Netzteil ab.  

Bevor wir mit dem eigentlichen Test beginnen, hier die Eckdaten des Gehäuses in tabellarischer Form:

Eckdaten: Thermaltake Core W100
Bezeichnung: CA-1F2-00F1WN-00
Material: Stahl (SPCC)
Maße: 310 x 677 x 678 mm (B x H x T)
Formfaktor: 6.7” x 6.7” (Mini ITX), 9.6” x 9.6” (Micro ATX), 12” x 9.6” (ATX) , 12” x 13” (E-ATX) , 13.6” x 10.4” (XL-ATX)
Laufwerke: 3x 5,25 Zoll (extern), 6x 2,5/3,5 Zoll (intern, HDD-Käfig), 4x 2,5/3,5 Zoll (intern, Mainboardtray)
Lüfter: 3x 120/140 mm (Front, optional), 4x 120/140 mm oder 3x 200 mm (Deckel, optional), 1x 120/140 mm (Rückwand, optional), 8x 120/140 mm oder 6x 200 mm (rechte Seite, optional), 3x 120/140 mm (Boden, optional)
Gewicht: 22,4 kg (Nettogewicht)
Preis: ab 379,90 Euro lieferbar

Einen ersten Eindruck vom Thermaltake Core W100 bietet unser Ausgepackt & angefasst [4K]-Video: