Seite 7: Fazit

An Corsairs erstem Mini-ITX-Gehäuse Obsidian Series 250D (zu unserem Test) hatten wir vor allem zwei Sachen auszusetzen: Es nimmt nur flache Prozessorkühler auf und muss bei relativ lauten Lüftern ohne Lüftersteuerung auskommen. Das neue Graphite Series 380T bügelt diese Kritikpunkte zumindest teilweise aus - doch ist es deswegen gleich ein perfektes Mini-ITX-Gehäuse, oder hat es eigene Schwachstellen?

Rein äußerlich spricht das kleinste Modell aus der Graphite Series ein ganz anderes Klientel als das Modell aus der dezenten Obsidian Series an. Zurückhaltung ist seine Sache nicht, stattdessen zeigt es sich in einem futuristischen und zugleich funktionalen Design. Die verschiedenen Beleuchtungselemente machen das Gehäuse endgültig zum Blickfang. Wer es sogar noch auffälliger will, greift zur gelben Farbvariante. Corsair vereinbart geschickt Form und Funktion. Der integrierte Tragegriff fügt sich vorbildlich in das Design ein, überzeugt aber auch in der Praxis. Und die großen Mesh-Flächen sind ebenfalls keineswegs nur Designelement, sondern erleichtern gleichzeitig die Kühlung der Hardware. Dass es vor den Lufteinlässen Staubfilter gibt und diese unkompliziert zu reinigen sind, versteht sich bei einem Corsair-Gehäuse schon fast von selbst. Das gilt auch für die unkomplizierte Montage.

Die Innenraumgestaltung trennt das Mainboardsegment von den Laufwerken und vom Netzteil. Der Luftstrom der beiden vormontierten Lüfter streicht dementsprechend ungehindert über das Mainboard und die abwärmeintensiven Komponenten. Prozessorkühler können immerhin etwas höher als im Obsidan Series 250D ausfallen, für die meisten Towerkühler ist es aber auch in Corsairs zweitem Mini-ITX-Gehäuse zu eng. Die Gehäusekühlleistung selbst ist gut und kann je nach Bedarf unkompliziert über die dreistufige Lüftersteuerung angepasst werden. Dank der Lüftersteuerung lässt sich auch die Lautstärke sofort auf ein angenehmes Niveau reduzieren, wirklich silent-tauglich ist das Graphite Series 380T aber nicht. Die Lüftersteuerung ist aber nicht nur Anlass für Lob, denn nach jedem Ausschalten wird sie auf die kleinste Regelstufe zurückgesetzt. Wer mehr Kühlleistung braucht, muss deshalb jedesmal nach dem Anschalten des Rechners noch die Lüfter hochregeln. Auch ist das Graphite Series 380T dem Obsidian Series 250D doch nicht in jedem Punkt überlegen, denn beim neuen Mini-ITX-Modell muss man auf ein optisches Laufwerk verzichten.  

Die umfangreiche Ausstattung und das extravagante Design lässt sich Corsair gut bezahlen. Etwa 120 Euro (nach ersten Listungen) sind ein stolzer Preis für ein Mini-ITX-Gehäuse aus Stahl und Kunststoff. Gegenüber dem Obsidian Series 250D wird ein Aufpreis von fast 50 Euro aufgerufen - das lässt sich selbst mit den Vorzügen des Graphite Series 380T schwer rechtfertigen. Auch Zalmans M1 sieht neben dem Graphite Series 380T etwas bieder aus und wirkt nicht ganz so wertig, dafür bietet es aber ebenfalls eine umfangreiche Ausstattung und kostet nur rund 60 Euro.

Ein funktionales, aber gleichzeitig möglichst auffälliges Mini-ITX-Gehäuse wird gesucht? Dafür bietet Corsair mit dem Graphite Series 380T eine geradezu passgenaue Lösung an. Der voraussichtlich hohe Kaufpreis könnte allerdings abschreckend wirken. 

Positive Aspekte des Corsair Graphite Series 380T:

  • trotz Mini-ITX-Format flexibles Kühlsystem, auch für Wasserkühlung mit schlankem 240-mm-Radiator geeignet
  • dreistufige Lüftersteuerung integriert
  • genug Platz für eine leistungsstarke Grafikkarte mit Dual-Slot-Kühler
  • werkzeuglose Montage für 2,5- und 3,5-Zoll-Laufwerke sowie für Erweiterungskarten; modularer 3,5-Zoll-Käfig
  • Staubfilter vor Lufteinlässen, I/O-Panel mit USB 3.0
  • Tragegriff; beleuchtete Tasten und Anschlüsse; an/ausschaltbare Innenraumbeleuchtung

Negative Aspekte des Corsair Graphite Series 380T:

  • kein optisches Laufwerk nutzbar, Einschränkungen bei der Prozessorkühlerwahl
  • Lüftersteuerung vergisst Setting beim Ausschalten