Seite 7: Fazit

Mit dem Neos kommt Farbe ins Spiel - zumindest wenn man sich für eine der bunten Varianten entscheidet. Auch wenn letztlich nur das Front-Mesh eingefärbt wird, ist das optisch ungemein wirkungsvoll. Das Gehäuse sticht damit deutlich aus der Masse der einheitsschwarzen PC-Gehäuse heraus. 

Ein so günstiges Gehäuse wie das Neos angemessen zu bewerten, ist immer eine Gratwanderung. Auf der einen Seite ist klar, dass Hersteller bei einem 40-Euro-Gehäuse irgendwo sparen müssen. Auf der anderen Seite ist es aber doch bedauerlich, wenn deswegen der Materialeinsatz so zurückgefahren wird, dass die Materialstärke schon grenzwertig niedrig ausfällt und die Platzverhältnisse im Gehäuse deutlich eingeschränkt werden. Die geringe Gehäusebreite des Neos verhindert die Nutzung höherer Towerkühler und erschwert das Kabelmanagement. Die knapp kalkulierte Tiefe ist dafür verantwortlich, dass trotz intelligent angeordnetem 2,5-Zoll-Käfig manche High-End-Grafikkarte nicht in das Gehäuse passt. Und selbst die geringe Höhe bringt Einschränkungen mit sich: Das Eindrehen der oberen Mainboardschrauben wird zur Geschicklichkeitsübung. Dass BitFenix Einweg-Slotblenden einsetzt und auf jegliche Entkopplung verzichtet, sind weitere Sparmaßnahmen.

Daneben kann das Neos aber auch eine ganze Reihe von Pluspunkten sammeln. Dazu gehören Staubfilter, die zumindest teilweise sogar leicht zu reinigen sind, eine werkzeuglose Montage für Festplatten und optische Laufwerke und zumindest ein USB 3.0-Port. Das Kühlsystem ist im Auslieferungszustand für genügsame Hardware ausreichend, der vormontierte Lüfter unaufdringlich. Maximal lassen sich immerhin drei 120-mm-Lüfter installieren. 

Dass für nur wenige Euro mehr schon deutlich flexiblere Gehäuse angeboten werden, zeigt beispielsweise Fractal Designs Core 1500. Für rund 10 Euro Aufpreis bietet es einen geräumigeren Innenraum mit mehr Platz für CPU-Kühler und Grafikkarte sowie ein flexibles Kühlsystem mit mehr Lüfterplätzen (teilweise selbst für 140-mm-Lüfter) und einer Lüftersteuerung. Auf eine werkzeuglose Laufwerksmontage muss aber genauso wie auf alternative Farbvarianten verzichtet werden. Nicht unerwähnt bleiben sollte auch, dass BitFenix selbst mit dem Comrade ein Gehäuse anbietet, das auf dem gleichen Grundgerüst wie das Neos basiert und noch etwas günstiger angeboten wird. Eine farbenfrohe Meshfront gibt es bei diesem Modell aber nicht.

Für ein High-End-System ist das Neos sicherlich nicht die erste Wahl. Als günstiges Einsteigergehäuse kann es aber mit einer guten Ausstattung und vor allem mit den zahlreichen, abwechslungsreichen Farbvarianten überzeugen.  

Positive Aspekte des BitFenix Neos:

  • zahlreiche Farbvarianten
  • sinnvoller Kompromiss aus Lautstärke und Kühlleistung (für genügsame Hardware)
  • überzeugendes Konzept für den Laufwerksschacht
  • werkzeuglose Montage für 3,5- und 5,25-Zoll-Laufwerke
  • Staubfilter vor Lufteinlässen, USB 3.0-Port

Negative Aspekte des BitFenix Neos:

  • beengte Platzverhältnisse
  • geringe Materialstärke
  • keine Entkopplung von Festplatten, Netzteil und Gehäuse
  • Einweg-Slotblenden (einzelne Ersatzslotblende liegt bei)