Seite 7: Fazit

Mit dem Carbide Series Air 540 stellt Corsair unter Beweis, dass das Unternehmen auch mit einem Modell der Carbide Series für eine Überraschung sorgen kann. Bisher fand man Innovation vor allem bei einigen Modellen der Obsidian Series. Aber das Carbides Series Air 540 ist das bisher radikalste von Corsair umgesetzte Konzept.

Man gewinnt den Eindruck, dass die Entwicklung des Gehäuses von Null an gestartet wurde. Gängige Konventionen wurden ignoriert und der Cube so gestaltet, wie es den Entwicklern zweckmäßig erschien. Das kleine Wort "Air" im Produktnamen macht dabei deutlich, worum es Corsair in erster Linie geht: nämlich um einen starken und unbeeinträchtigten Luftstrom durch das Gehäuse. Alles, was stören könnte, wurde aus dem Mainboardsegment herausgenommen. Anschließend konnten die Tiefe und die Höhe des Gehäuses reduziert werden, sodass die Frontlüfter und die (optionalen) Deckellüfter näher an der zu kühlenden Hardware sitzen. In der Praxis sorgt dieser Aufbau tatsächlich für eine hohe Kühlleistung, die optional auch mit einer Wasserkühlung erreicht optimiert werden kann. Gleichzeitig wirkt das entschlackte Mainboardsegment aber auch aus ästhetischer Sicht ansprechend. Durch das großzügige Window lässt sich gut beobachten, dass die wesentlichen Komponenten des PCs noch besser zur Geltung kommen, wenn kein Laufwerksschacht und kein Netzteil mit seinen zahlreichen Kabelsträngen stören.

Besonders bemerkenswert ist aber auch, dass bei aller Innovation die Nutzerfreundlichkeit nicht gelitten hat. Der geräumige Innenraum vereinfacht die Montage der Komponenten genauso wie die werkzeuglosen Montagemechanismen. Und das tolle Kabelmanagement sorgt in Kombination mit dem enormen Platz hinter dem Mainboardtray für Ordnung. Gleichzeitig ist das Gehäuse sehr wartungsfreundlich, denn sowohl die Meshelemente als auch der Staubfilter lassen sich leicht abnehmen. Leider verzichtet Corsair aber auf einen geschlossenen Boden und auf einen Staubfilter vor dem Lufteinlass des Netzteils. Noch störender macht sich die hohe Umdrehungsgeschwindigkeit der drei vormontierten Lüfter bemerkbar. Da eine Lüftersteuerung fehlt, muss der Nutzer selbst einen Weg zum herunterregeln der Lüfter finden. Corsair setzt außerdem stark auf 2,5-Zoll-Laufwerke und bietet nur zwei 3,5-Zoll-Laufwerksplätze (die dafür aber per Hot-Swap angebunden werden). Für den Storageeinsatz ist das neue Carbide Series-Modell deshalb weniger geeignet.                                                                                                  

Es gibt kaum aktuelle Gehäuse, die mit dem Carbide Series Air 540 vergleichbar wären. Am ehesten ist man großformatige Cubes noch von Lian Li gewohnt. Das riesige HPTX-Modell PC-D8000 (zu unserem Test) ist aber ganz anders ausgerichtet als das Corsairmodell. Lian Li ging es vor allem darum, viele HDD-Einschübe zu bieten, die Kühlleistung hatte nicht oberste Priorität. Auch in Bezug auf das Material und den Verkaufspreis sind beide Gehäuse nicht vergleichbar. Interessanter wäre ein Vergleich mit dem PC-D600 von Lian Li, das zur Computex 2013 vorgestellt wurde. Denn bei diesem Aluminiumcube gibt es ebenfalls eine Trennung in ein Mainboardsegment (allerdings mit Netzteil) und ein Storagesegment. Ein Vergleich zwischen dem Corsaircube und dem PC-D600 muss aber noch so lange warten, bis wir ein Testsample des Lian Li-Modells erhalten. Vor einigen Jahren war Yeong Yang für Cubes bekannt. Diese Modelle wurden häufig für den Servereinsatz genutzt. Allerdings sind die Yeong Yang-Gehäuse seit einiger Zeit vom deutschen Markt verschwunden und aus heutiger Sicht auch nicht mehr zeitgemäß ausgestattet.

Trotz einiger Kritikpunkte kann das Corsair Carbide Series Air 540 im Großen und Ganzen überzeugen. Aus dem Innovationsmut des Herstellers ist ein Gehäuse hervorgegangen, das klare Vorteile gegenüber klassischen Towern bieten kann. Wir verleihen deshalb unseren Technik-Award.

alles

Positive Aspekte des Corsair Carbide Series Air 540:

  • innovativer und durchdachter Innenaufbau
  • hohe Kühlleistung
  • komfortable Platzverhältnisse
  • Montagemöglichkeit für einen 240/280er- und einen 240/280/360er-Radiator
  • separater 2,5-Zoll-Laufwerkskäfig, zwei Hot-Swap-Laufwerksplätze
  • werkzeuglose Montage von Erweiterungskarten und Laufwerken (ausgenommen 2,5-Zoll-Laufwerke in den Hot-Swap-Plätzen)
  • überzeugendes Kabelmanagement
  • großzügiges Window 

Negative Aspekte des Corsair Carbide Series Air 540:

  • vormontierte Lüfter ungeregelt laut, keine Lüftersteuerung
  • Luftöffnungen im Boden und vor dem Netzteil ohne Staubfilter
  • nur zwei 3,5-Zoll-Laufwerksplätze