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Fazit

Corsairs Lapdog ist ohne Zweifel die Premiumausführung eines Lapboards. Der Einsatz einer hochwertigen mechanischen Tastatur wird zwingend vorausgesetzt und auch die Gestaltung des Lapboards mit Aluminiumverkleidung und weichem Beinpolster signalisiert diesen Anspruch. Anspruchsvolle Spieler werden die große Mauspadfläche genauso begrüßen wie die Anbindung per Kabel, bei der man sich die Frage nach den Latenzen einer drahtlosen Lösung erst gar nicht stellen muss. Gerade dieser Orientierung an anspruchsvollen Spielern kann aber auch zum Problem werden. 

Wer wirklich ambitioniert spielen möchte, wird das meist nicht vom Sofa aus tun, sondern einen klassischen Arbeitsplatz mit aufrechter Sitzhaltung und ergonomischer Ausrichtung bevorzugen. Ein Lapboard ist eben doch eher ein Casual-Produkt: Ein Eingabegerät, mit dem der HTPC gesteuert wird, gelegentlich kurze Texteingaben realisiert oder auch mal ein meist eher anspruchsloseres Spiel gestartet wird. Dafür würde eine kompaktere, leichtere und bestenfalls drahtlose Lösung eigentlich viel besser passen als Corsairs wuchtiges Lapdog mit der quer durchs Wohnzimmer verlaufenden Kabelpeitsche. So steht das Lapdog mit Enthusiasten-Eingabegeräten etwas zwischen den Stühlen. Weil das Polster abnehmbar ist, würde sich aber eigentlich ein Kompromiss anbieten: Man könnte das polsterlose Lapdog auch als reguläre Maus/Tastaturkombi auf einem Tisch zu nutzen. Und wenn dann der HTPC im Wohnzimmer oder vielleicht auch der Schlafzimmer-PC bedient werden sollen, dann kann die gewohnte, wertige Eingabegerätekombi auch auf dem Schoß oder im Bett genutzt werden. Für die Nutzung am Schreibtisch ist das Lapdog aber nicht optimal. Man profitiert zwar von den überzeugenden Corsair-Eingabegeräten, allerdings fehlen dem polsterlosen Lapdog Anti-Rutsch-Elemente. Durch die Neigung rutscht die Maus nach jedem Loslassen an die Unterkante des Mauspads. Dort wird sie zwar von einer Randleiste gestoppt, diese Leiste drückt bei der Nutzung am Tisch aber wiederum unangenehm ins Handgelenk.

Bei der Nutzung auf dem Schoß stellen sich diese Probleme so nicht. Mit Polster ruht das Lapdog sicher auf den Oberschenkeln. Bei wärmeren Temperaturen kann dieses dicke Polster aber auch unangenehm werden. Bei der Nutzung als Lapboard sind die Winkel günstiger als bei der Tischnutzung - das Mauspad kann ausbalanciert werden und die Maushand greift etwas mehr von oben, so dass die Randleiste weniger stört. Weil die Tastatur zwangsweise recht weit links landet und vor allem der rechte Arm weit nach links reichen muss, ist das Schreiben von längeren Texten nicht besonders komfortabel. Beim Spielen mit WASD-Tasten und der rechten Hand an der Maus fällt die Ergonomie aber deutlich besser aus.     

Corsair Lapdog

Tatsächlich hat es seinen Reiz, seine Lieblingesspiele entspannt zurückgelehnt mit den Eingabegeräten auf dem Schoß zu spielen. Die Qualitäten der von uns genutzten Corsair-Eingabegeräte kann man dabei auch im Schoßeinsatz schätzen. Im Endeffekt ist der "Schoßhund" deshalb die wuchtige und hochpreisige Luxusausführung eines Lapboards. Wer auch abseits vom PC-Tisch eine Cherry MX-Tastatur und eine Gaming-Maus auf großzügigem Mauspad nutzen möchte, wird bei der aktuellen Marktsituation schon fast zwangsweise zum Corsair-Produkt greifen müssen.

Positive Aspekte des Corsair Lapdogs:

  • freie Wahl bei der Maus, verschiedene mechanische Tastaturen von Corsair zur Auswahl
  • nachvollziehbare Inbetriebnahme, praktisches magnetisches Polster mit Staufach für Innensechskantschlüssel
  • langes Anschlusskabel, dadurch auch für größeren Sitzabstand geeignet
  • wertige Aluminiumabdeckung
  • großes Mauspad 
  • integrierter USB 3.0-Verteiler mit Schnellladeanschluss

Negative Aspekte des Corsair Lapdogs:

  • hoher Preis, auch durch die Bindung an Corsair K65/K70 
  • Tischnutzung mit Einschränkungen
  • Kabelanbindung, für externen USB-Verteiler zusätzliche Stromversorgung nötig