Seite 3: Praxistest: F1 2011

Ausgestattet mit allen Fahrer- und Streckenlizenzen der Formel 1-Saison 2011, liefert Codemasters ein realitätsgetreues Rennspiel ab. Die fortentwickelte EGO-Engine ermöglicht dabei dynamische Wetterwechsel und ein detailliertes Schadensmodell. Die Boliden lassen sich durch zahlreiche Verstellmöglichkeiten an den eigenen Fahrstil anpassen, was ein glaubwürdiges Fahrgefühl vermittelt. Ein echtes Highlight ist neben dem Karriere-Modus die Multiplayer-Funktion, mit der bis zu zwölf Fahrer online gegeneinander antreten können.

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Nach dem erstmaligen Spielstart offenbart das Einstellungsmenü ausreichend Kalibrierungsoptionen, um das Fahrgefühl den eigenen Vorlieben anzupassen. Soll beispielsweise das Gas- beziehungsweise Bremspedal (im Falle des SRW-S1: der Gas- und Bremshebel) auf kleinste Berührungen die Motordrehzahl nach oben schrauben oder das Fahrzeug abbremsen, so ist das Gas- und Bremspedalspiel auf 0 Prozent einzustellen. Eine Erhöhung der Prozentwerte erfordert deutlich stärkeres Ziehen, um den gleichen Effekt zu erzielen. Die Tasten auf der Frontseite des SRW-S1 lassen sich nach Belieben belegen - um Verwirrungen im Eifer des Gefechts zu vermeiden, empfiehlt sich, bei der Tastenbelegung gemäß der Beschriftung vorzugehen.

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Im ersten Trainingsdurchlauf fiel uns auf, dass die LED-Beleuchtung zur Anzeige des optimalen Gangwechsels nicht funktionierte. Damit diese ihren Dienst auch in Codemasters' Formel 1-Rennspiel erfüllt, muss ein kleiner Zusatztreiber von der SteelSeries-Webseite heruntergeladen und installiert werden. Nach einer längeren Eingewöhnungsphase mit vielen Testrunden und Spielereien mit den Fahrvariablen wurden in Relation zu Fahrten mit vollwertigen Lenkradsets anderer Spieler durchaus konkurrenzfähige Rundenzeiten erreicht. Das SRW-S1 bewältigt das präzise Durchfahren enger Kurvenpassagen ebenso routiniert wie Vollgasabschnitte mit anspruchsvollen Highspeed-Kurven wie beispielsweise der legendären Eau Rouge in Spa-Francorchamps. Während des gesamten Tests erlaubte sich das Steering Wheel keine Aussetzer, die in Reaktionsspielen gefürchteten Inputlags blieben durchweg aus.

Größtes Manko des SRW-S1 ist die fehlende stationäre Befestigungsmöglichkeit - bei Rennlängen von 50 Prozent oder mehr kann es durchaus vorkommen, dass die Arme und Finger leichten Ermüdungserscheinungen unterliegen. Im Singleplayer-Modus kann man diesem Phänomen mit zwischenzeitlichen Erholungspausen vorbeugen, in langen Multiplayer-Gefechten kann das aber ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsnachteil sein. Auch die Bedienung der Lenkradknöpfe ist fast ausschließlich auf langen Gegengeraden oder bei Boxenstopps möglich. In Mittelabschnitten mit Kehren und Kurven konzentriert man sich lieber wie die echten Rennfahrer auf ein präzises Anpeilen der Curbs.

Ein weiteres Problem stellt die fehlende Fahrzeugrückmeldung dar: Da das SRW-S1 Force Feedback nicht unterstützt, ist das Ausbrechen des Fahrzeugs wegen zu starkem Gasgebens oder Berühren der Grünflächen mit dem kurvenäußeren Rad nur schwerlich zu erahnen. Häufige Ausritte ins Kiesbett waren im Test die Folge.