Seite 2: Hybrid und GTE

Es gibt aber auch zwei weitere Möglichkeiten, um die Batterie wieder zu befüllen, die beide im direkten Zusammenhang mit den insgesamt vier Betriebsmodi des Passat GTE Variant stehen.

Wer später bremst lädt länger

Bei der ersten handelt es sich Rekuperation. Dabei wird aus dem Elektromotor ein Generator, der die Bewegungsenergie in elektrische Energie umwandelt. Beim Fahrer macht sich das durch eine spürbare Verzögerung bemerkbar, obwohl die eigentliche Bremse nicht betätigt wird. Wie stark der Passat GTE Variant rekuperiert, hängt von zwei Faktoren ab: Dem Füllungsgrad der Batterie sowie dem gewählten Fahrmodus. Je geringer die Ladung ist, desto stärker kann der Generator arbeiten, im F-Modus des DSG arbeitet er zudem weniger als im B-Modus. Generell kann in allen vier Fahrmodi rekuperiert werden.

Die dritte Lademethode ist das Fahren im Charging-Modus. Dieser wird über die E-Mode-Taste neben dem Schalthebel ausgewählt und sorgt dafür, dass nur der Verbrenner für den Vortrieb zum Einsatz kommt und parallel dazu die Batterie gefüllt wird. Wie stark der Ladestrom ausfällt, hängt dabei von zahlreichen Faktoren ab. Eine Rolle spielen unter anderem die Motortemperatur und die vom Fahrer per Gaspedal abgerufene Leistung. Im Test benötigten wir für eine vollständige Ladung auf diesem Wege rund 100 km bei gemischter Fahrweise. Die Nutzung des Charging-Modus‘ ist zwar bequem und erspart gegebenenfalls die Suche nach einer Ladestation, erhöht jedoch den Benzin-Verbrauch.

Der Wechsel ist kaum wahrnehmbar

Gefahren werden kann aber auch im Hybrid-Modus und natürlich rein elektrisch. Letzteres geht nahezu geräuschlos vonstatten und unterscheidet sich abgesehen von der Geräuschkulisse kaum vom traditionellen Vorankommen mit Verbrenner. Für viele dürfte lediglich der Durchzug überraschend sein. Denn anders als bei einem Verbrennungsmotor steht das maximale Drehmoment fast über das gesamte Drehzahlband und somit bereits beim Anfahren zur Verfügung. In Kombination mit dem 6-Gang-DSG lässt sich somit wirklich fast ohne Zugkraftverlust bis zur Zielgeschwindigkeit beschleunigen. Spätestens damit zeigt sich dann, dass Fahrspaß und Elektronantrieb sich nicht gegenseitig ausschließen müssen, mehr als Tempo 130 ist im Elektromodus aber nicht möglich.

Wer sich für den Hybrid-Betrieb entscheidet, kann die Wahl des Motors in geringem Umfang beeinflussen. Wird das Gaspedal nur sehr vorsichtig betätigt, kann im Stadtverkehr in weiten Teilen rein elektrisch gefahren werden. Der Benzin-Motor schaltet sich lediglich bei Bedarf dazu, der Übergang ist kaum feststellbar - am ehesten ist noch die geänderte Geräuschkulisse wahrzunehmen. Im Segel-Betrieb - der Wagen rollt dann lediglich - wird der Verbrenner abgeschaltet und entkoppelt.

Zwar kann der Hybrid-Modus unabhängig von Geschwindigkeit und Fahrtdauer genutzt werden, seine Stärken spielt er aber in erster Linie im typischen Stadtverkehr aus. Das Anfahren an der Ampel übernimmt der Elektromotor, bei höherem Tempo ist hingegen der Verbrenner zuständig.

Fahrspaß heißt GTE

Modus 4 war bei der Entwicklung des Golf GTE, den es länger als den Passat GTE gibt, zunächst gar nicht vorgesehen - wenn man inoffiziellen Aussagen Glauben schenkt. Demnach sollte das Fahrzeug lediglich den Namenszusatz Plug-in Hybrid erhalten, der Vertrieb war damit jedoch weniger glücklich und besann sich auf das sportliche Kürzel GTI. Entsprechend soll dann der GTE-Modus hinzugefügt worden sein, der letztlich nichts anderes macht, als beide Motoren gleichzeitig zu verwenden.

Deshalb spielt beim Passat GTE Variant die Systemleistung eine wichtige Rolle. Schließlich können die beiden Motoren im Parallelbetrieb nicht ihre jeweils maximale Leistung zur Verfügung stellen. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass die von VW genannten Zahlen bezüglich maximaler Geschwindigkeit und Höchstgeschwindigkeit nur für den GTE-Modus gelten.

Aktiviert wird dieser über eine separate Taste, im aufpreispflichtigen Active Info Display wird per Animation auf das Umschalten hingewiesen, auch beim stärkeren Beschleunigen darf der Fahrer sich an einer optisch gut gemachten Darstellung innerhalb des Drehzahlmessers erfreuen.