Seite 1: Volkswagen Passat GTE Variant mit Discover Pro im Test

vw passat gte teaser kleinJapan macht es vor, Deutschland läuft hinterher: In Sachen Hybrid-Antrieb sind die deutschen Automobilhersteller nach Auffassung vieler spät dran, vor allem Volkswagen wird immer wieder als Negativbeispiel genannt. Dabei bieten die Wolfsburger mit dem Golf GTE und Passat GTE gleich zwei wichtige Modelle an, die sowohl elektrisch als auch mit Benzin angetrieben werden. Letztere musste im Test zeigen, welche Vorteil die Technik inzwischen bietet.

Unumstritten ist, dass Verbrenner aktuell und auf mindestens mittlere Sicht nicht nur bei VW die größte Rolle spielen werden - allen Bemühungen zum Trotz. Alternativen gibt es aber dennoch, aufgeteilt in zwei Familien. Auf der einen Seite bietet man Passat GTE und Golf GTE als Plug-in-Hybrid-Variante (PHEV, Plug-in Hybrid Electric Vehicle) an, auf der anderen gibt es mit e-Up und e-Golf reine Elektrofahrzeuge. Welche Antriebsart die bessere Wahl ist, hängt stark vom jeweiligen Nutzerprofil ab. Klar ist jedoch, dass ein Plug-in-Hybrid weitaus flexibler ist.

Beim Preis gibt es hingegen keine allgemeingültige Aussage. Ob Plug-in oder Vollelektro mehr kostet, hängt von Hersteller und Fahrzeug ab. Für das Basismodell des e-Golf verlangt VW beispielsweise 34.900 Euro, für den Golf GTE hingegen 36.900 Euro - Unterschiede in Sachen Ausstattung nicht berücksichtigt. Teurer als ein Verbrenner sind aber beide Varianten. Beim Passat Variant sehen die Preisstufen wie folgt aus: Knapp 27.500 Euro für das Grundmodell, gut 34.300 Euro für ein Modell mit mittlerer Ausstattungslinie, 150-PS-Benziner und 7-Gang-DSG, für den GTE werden hingegen schon mehr als 45.200 Euro fällig. Der bietet zwar deutlich mehr Ausstattung als ein Basis-Passat, ist aber bei weitem noch nicht mit allen erdenklichen Extras ausgestattet. Was auch für den Testwagen gilt, der laut Liste fast 60.800 Euro kostet. Günstig ist der Elektroantrieb somit weder im Passat GTE noch im Golf GTE, weshalb sich die Frage stellt, wofür der Aufpreis fällig wird.

Gegenüber der niedrigsten Ausstattungslinie Trendline verfügt der Passat GTE Variant unter anderem über LED-Scheinwerfer, eine blaue Ambiente-Beleuchtung, Komfortsitze, Park-Sensoren vorne und hinten, den Front Assist und ein geändertes Zentralinstrument. Zusätzlich gibt es Änderungen optischer Natur, beispielsweise beim Tagfahrlicht. Weitaus wichtiger ist jedoch, was sich unter der Motorhaube ändert. Während im Basis-Passat ein 1,4 l großer 4-Zylinder-Benziner mit 92 kW (125 PS) und einem Drehmoment von 200 Nm steckt, verbaut VW in der GTE-Variante ebenfalls einen 1,4 l großen Beniner mit vier Zylindern (EA 211), hier leistet er jedoch 115 kW (156 PS) und maximal 250 Nm Drehmoment. Hinzu kommt ein 85 kW (115 PS) starker dreiphasiger Synchron-Elektromotor mit bis zu 330 Nm Drehmoment, der im Getriebegehäuse steckt und seine Leistung wie auch der Verbrenner an die Vorderräder überträgt. Nicht unwichtig ist die Systemleistung. Die liegt bei 160 kW (218 PS) und 400 Nm, was für eine Höchstgeschwindigkeit von 225 km/ und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 7,6 s reicht.

Akku ohne Schnellladetechnik

Weitaus teurer als die Abweichungen bezüglich der Motorisierung ist aber die Lithium-Ionen-Batterie. Die ist im Boden vor der Hinterachse verbaut und bietet eine Kapazität von 9,9 kWh. Vollständig zur Verfügung steht die aber nicht, ein Puffer dient als Schutz, übrig bleiben etwa 8,7 kWh. Verteilt ist die Kapazität auf acht Module zu je zwölf Zellen, die Spannung wird mit 353 V angegeben. Die Kühlung übernimmt bei Bedarf ein Flüssigkeitssystem, die Garantie deckt entweder eine Dauer von acht Jahren oder eine Fahrleistung von 160.000 km ab.

Geladen werden kann die Batterie auf verschiedene Arten, primär sollte das über die Steckdose geschehen, die sich im Kühlergrill neben dem VW-Logo versteckt. An einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose (2,3 kW) werden für eine vollständige Ladung zwischen vier und viereinhalb Stunden benötigt, an einer Wallbox oder entsprechenden Ladesäule mit 3,6 kW dauert es circa zweieinhalb Stunden. Geladen wird grundsätzlich mit Wechselstrom, auf Gleichstrom basierende Schnellladetechniken wie CCS unterstützt der Passat GTE Variante anders als beispielweise der e-Golf nicht.