Seite 4: Fazit

Vieles neu und doch vieles altvertraut: So lässt sich der Wechsel von SYNC 2 zu SYNC 3 zusammenfassen. Die Änderungen auf Hardware-Ebene machen sich bislang nur positiv bemerkbar, der Nutzer profitiert von einer höheren Leistung und der Rückkehr von AppLink. Dass die Schnittstelle, die die Integration des Smartphones weiter vorantreiben soll, nach wie vor ein Nischendasein fristet, ist ein anderes Thema, das Ford aber nicht aus den Augen verloren hat. Positiv zu bewerten ist auch die Berücksichtigung von CarPlay und Android Auto, Fahrer oder Fahrerin haben dementsprechend die Wahl. Dass die Lösungen von Apple und Google auf der einen und von Ford auf der anderen Seite nicht vollständig parallel zueinander genutzt werden können, ist schade, fiel aber auch schon bei Mercedes-Benz negativ auf.

Gut gefallen hingegen das schnell reagierende Navigationssystem, auch wenn dessen POI-Datenbank zumindest im Testwagen nicht auf dem aktuellen Stand war, sowie die einfache Bedienung aller wichtigen Funktionen. An der optischen Gestaltung der Oberfläche dürften sich die Geister scheiden, der Verzicht auf Schnörkel verringert jedoch die Ablenkungsgefahr. Das Platzmanagement auf dem Display ist hingegen in einigen Bereichen klar verbesserungsfähig. Luft nach oben gibt es aber auch in Bezug auf die Sprachsteuerung, die inzwischen ein wenig hinter der Konkurrenz landet - sie arbeitet aber präzise und schneller als noch bei SYNC 2.

Vergleicht man SYNC 3 mit dem wichtigsten Konkurrenten, fällt mit Blick auf die Konnektivität noch ein weiterer Punkt auf. VWs MIB 2 hat diesbezüglich zwar ebenfalls Schwächen, bietet aber mehr als Fords System. Daran könnte sich aber spätestens mit dem Start der eCall-Pflicht in der EU etwas ändern. Schließlich ist hierfür eine Veränderung der Hardware nötig, die hier und da auch schon angedeutet wird.

Zusammengefasst stellt SYNC 3 einen je nach Bereich großen Sprung dar, an einigen Stellen hat man jedoch zu sehr am Vorgänger festgehalten. Dadurch schneidet die neue Generation zwar besser als der Vorgänger ab, so mancher Mitbewerber bietet aber inzwischen mehr, was auch dem späten Start in Europa geschuldet ist.

Der Spagat zwischen Platz und Sport gelingt

Für den S-MAX Vignale gilt das nicht. Denn echte Konkurrenten gibt es nur wenige. VW Sharan, Seat Alhambra oder Renault Espace bieten zwar ähnlich viel Platz für Passagiere und Gepäck, verfolgen aber einen weniger sportlichen Kurs und zielen somit eher auf den Ford Galaxy. Der darf somit als das etwas bravere Schwestermodell des S-MAX bezeichnet werden. Der Sportvan bietet aber auf Wunsch auch mehr Luxus, schließlich kann hier die Vignale-Option gezogen werden. Die weiß mit ihren Extras und Service-Leistungen durchaus zu gefallen, vor allem im Innenraum wird das Fahrzeug dadurch spürbar aufgewertet. An so mancher Stelle lohnt aber ein weiterer Griff in die Geldbörse, die Aufpreisliste nennt trotz umfangreicher Serienausstattung noch interessante Punkte. So ist der adaptive Tempomat vor allem auf langen Strecken hilfreich, der Pre-Collision-Assist kann im Zweifelsfall den Unterschied zwischen einer Schrecksekunde und einem Unfall machen.

Andere Dinge wie Massagesitze oder die dritte Sitzreihe erhöhen hingegen nur den Komfort- oder Praxisfaktor, auch das Premium-Soundsystem dürfte bei vielen nicht zu den Must-haves gehören. Schade ist, dass die Assistenzsysteme über so manche Eigenheit verfügen.

In Summe ist der S-Max Vignale aber unabhängig von weiteren Extras ein familientauglicher Van, der sich auch etwas flotter bewegen lässt und somit einen guten Kompromiss zwischen Praktikabilität und Sportlichkeit bietet. Ob es dafür aber der Benziner des Testwagens sein muss, sei dahingestellt. Der hohe Verbrauch belastet den Geldbeutel, zudem überzeugt die Automatik nicht. Der Griff zu einer der Diesel-Varianten könnte deshalb die bessere Wahl sein.