Seite 7: Fazit, Meinung, Alternativen

Obwohl das Surface Pro nun schon seine dritte Auflage erlebt, ist von Stagnation keine Spur. Microsoft arbeitet im Gegenteil mit Nachdruck daran, die Vision vom Tablet, das auch ein Notebook sein kann, zu verwirklichen. Und nie ist das Unternehmen diesem selbstgesteckten Ziel so nahe gekommen wie mit dem Surface Pro 3. 

Den entscheidenden Schritt nach vorn macht Microsoft mit dem neuen Format. Ein 12 Zoll-Display kommt dem typischen 13,3 Zoll-Ultrabook näher. Zusätzlich sorgt das überzeugende 3:2-Display beim Produktiveinsatz für mehr nutzbare Fläche. Das größte Kunststück ist aber, dass trotz des großen Displays Gewicht und Dicke deutlich reduziert werden konnten. Das Surface Pro 3 ist kein Leichtgewicht und auch nicht ultra-schlank - aber es lässt sich angenehmer als die bisherigen Surface Pro-Modelle als Tablet nutzen. Für die Notebooknutzung wichtig ist auch der aktualisierte Kickstand, der endlich volle Flexibilität bietet. Wie bei einem Notebookdisplay kann der Anstellwinkel des Tablets frei gewählt werden. 

Elementar für ein Notebook sind die integrierten Eingabegeräte, die Microsoft beim Surface Pro 3 in Form des Type Covers leider wieder nur gegen einen stattlichen Aufpreis anbietet. Wie man das aktuelle Type Cover bewertet, hängt dabei von der Perspektive ab. Sieht man es als Dockingtastatur für ein Tablet, ist es durchaus überzeugend. Die Tasten sind so groß, dass die Umgewöhnung von einer Standardtastatur leichtfällt. Selbst das Touchpad lässt sich nun besser bedienen. Mit der neuen Anschrägmöglichkeit wurde auch die Ergonomie verbessert. Die magnetische Kopplung ist nach wie vor ungemein nutzerfreundlich und die Tastenbeleuchtung für eine Tablettastatur bemerkenswert. Im Vergleich mit einer guten Notebooktastatur zieht das Type Cover aber doch den Kürzeren - angesichts einer Cover-Dicke von nun unter 5 mm ist das aber durchaus nachvollziehbar. 

Das dünnere Gehäuse schränkt den Raum für das Kühlsystem ein. Weil Microsoft aber weiterhin auf Intels Haswell-Prozessoren vertraut, wird das Tablet unter Volllast sowohl warm als auch laut. Das Drosseln des Prozessors sorgt im Extremfall auch noch für einen Leistungsrückgang. Für extreme Lastszenarien ist das Surface Pro 3 deshalb nicht die optimale Wahl. Bei alltäglichen Anwendungsszenarien kann die Performance aber überzeugen und ist wiederum mit der aktueller Ultrabooks vergleichbar. 

Alternativen zum Surface Pro 3 sind noch am ehesten Windowstablets mit Intel Core i-Prozessoren und einer Ständer/Tastaturkombination. Dells Venue 11 Pro (zu unserem Test) ist ein solches Gerät. Gegenüber dem Surface Pro 3 glänzt es vor allem mit Wartungsfreundlichkeit. Ebenfalls aus der Business-Ecke kommt Lenovos Neuauflage des Helix (der Verkaufsstart ist für Oktober geplant). Dieses wandelbare 11,6 Zoll-Gerät kann dank Intel Core M passiv gekühlt werden. Auf der IFA fiel uns vor allem die Tastatur positiv auf. Das Konzept des Microsoft-Tablets ist aber so speziell, dass es letztlich keinen direkten Konkurrenten gibt. 

Das Surface Pro 3 ist nicht nur das bisher überzeugendste Surface-Modell. Es zeigt gleichzeitig auch besonders stimmig, dass ein Tablet wirklich ein Notebookersatz sein kann. Wir zücken deshalb erstmals für ein Surface-Tablet unseren Exzellent-Hardware-Award. 

alles

Positive Aspekte des Microsoft Surface Pro 3:

  • leistungsstarker Prozessor
  • hochauflösendes Display im 3:2-Format
  • trotz größerer Displaydiagonale wesentlich dünner und leichter als der Vorgänger
  • sehr gute Verarbeitung, wertiges Magnesiumgehäuse, markantes Design
  • USB 3.0-Port im Vollformat, miniDisplayPort, microSD-Kartenleser
  • Surface-Stift inklusive, Kickstand endlich mit frei wählbarem Anstellwinkel, Tastaturcover optimiert

Negative Aspekte des Microsoft Surface Pro 3:

  • Kühlsystem stößt unter extremer Last an seine Grenzen
  • Type Cover nicht inklusive und teuer
  • keine 3G/4G-Option