Seite 1: Kurztest: LG L9 - das Volks-Smartphone

lg-logo-2011Derzeit dreht sich alles um das Nexus 4, wenn man von LG redet, jedoch hat der Hersteller auch andere Geräte auf dem Markt. Gerade mit dem L9, dem "Volks-Smartphone", will man die preisbewussten Käufer dazu bringen, sich das Gerät näher anzusehen. Rund 270 Euro soll das Mid-Range-Gerät auf dem freien Markt kosten - ob sich die wenigen Euro Ersparnis zum Nexus 4 wirklich lohnen, wollen wir im anschließenden Testbericht klären.

Wir danken "getgoods.de" für die schnelle und problemlose Bereitstellung des Testsamples.

Hardware & Ergonomie

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Das LG L9 ist, wie die untenstehende Tabelle zeigt, nur mittelmäßig gut ausgestattet. Dennoch sollte die verbaute Hardware für den Normalkonsumenten mehr als ausreichend sein. Etwas schade und für viele Käufer sicherlich ein KO-Kriterium: Die Kamera kommt lediglich mit 5 MP und der mit 4 GB schon recht kleine interne Speicher ist schon gut zur Hälfte belegt. Erfreulicherweise handelt es sich bei dem von LG verbauten Display um ein IPS-Modell, das besonders gute Blickwinkel ermöglichen sollte.

Mit nur 8,8 mm ist das L9 angenehm dünn und auch die 125 g Gewicht sind in dieser Preisklasse nicht unbedingt Standard. Was uns aber verblüfft und definitiv für das L9 spricht, ist der riesige Akku. Das Gerät wird von 2150 mAh Stunden gut 2 Tage online gehalten - und das bei moderater bis starker Nutzung. Hier zahlen sich die weniger starke Hardware und das etwas niedriger aufgelöste Display definitiv aus.

Prozessor 2x 1,0-GHz (TI OMAP 4430)
Display 4,7-Zoll IPS (960 x 540 px)
Akku 2150 mAh
Kamera (vorne) VGA
Kamera (hinten) 5 MP / 1080p-Video
Speicher 4 GB (verfügbar: 2,3 GB); per microSD erweiterbar
Maße / Gewicht 131,9 x 68,2 x 8,8 mm; 125 g
Die komplette Feature-Liste gibt es auf der letzten Seite des Testberichts.

Die Vorderseite des L9 wird natürlich vom 4,7-Zoll-Display dominiert, das - wie schon erwähnt - mit einem IPS-Panel kommt. Die Auflösung ist mit 960 x 540 px noch im Rahmen - in der Praxis sieht das dann (im positiven Sinne) ganz anders aus: das Display wirkt sehr scharf, fast schon HD-like. Im direkten Vergleich fällt es natürlich auf, in der täglichen Nutzung ist die Nicht-HD-Auflösung hier aber keinesfalls hinderlich. Die Helligkeit ist absolut in Ordnung, wird aber leider nicht automatisch geregelt. Die Schwarzwerte sind auf höchster Helligkeitseinstellung eher ein dunkles Grau - hier enztäuscht das Display dann doch ein wenig.

Unter dem Display befinden sich zwei kapazitive Buttons (Zurück und Menü) und ein Hardware-Home-Button. Dieser ist unserer Meinung nach nicht so gut gelungen, da er deutlich zu schmal und lang gezogen ist. Das Drücken wirkt wenig angenehm - zudem gibt er einen recht billig wirkenden Sound von sich. Weitere Buttons finden sich an der linken Seite (Lautstärkewippe) und an der rechten Seite (Power-Button). Auf der Oberseite findet sich der obligatorische 3,5-mm-Klinke-Anschluss und ein Mikrofon. Die Unterseite beherbergt ein weiteres Mikrofon und einen microUSB-Anschluss. Auf der Rückseite ist die 5 MP Kamera mit LED-Blitz angeordnet - das Pendant auf der Vorderseite löst lediglich mit VGA auf und besitzt natürlich keine LED-Leuchte.

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Die Verarbeitung des L9 geht insgesamt in Ordnung - der hohe Plastikeinsatz führt zu dem vergleichsweise geringen Gewicht von nur 125 Gramm. Die Rückseite ist strukturiert und zu den Seiten hin etwas abgekantet. Das schadet der Ergonomie nicht, helfen tut es aber ebenfalls nicht. Das Gerät liegt sehr hart in der Hand, die Kanten sind extrem präsent - insgesamt kein besonders angenehmes Gefühl das Smartphone zu halten. Auch die Struktur ist nicht wirklich hilfreich, wenn es darum geht, dass das Gerät weniger schnell aus der Hand rutschen soll. Wirklich unschön sind hingegen die scharfen Kanten, die an unserem Testgerät zu finden waren. Hier sollte LG mehr auf die Qualitätskontrolle achten.

In puncto Ergonomie kann das LG - zumindest rechnerisch - wieder etwas Boden gut machen: Mit 1,58 g/cm³ und einem Gesamtgewicht von 125 Gramm ist das Gerät recht leicht und wirkt für einen 4,7-Zoll-Boliden auch ziemlich leicht. Die Ausnutzung der Gehäusefläche ist mit 67 Prozent auch deutlich höher als beim Durchschnitt (d.h. auf gleicher Fläche ist mehr Display untergebracht). Insgesamt ist und bleibt der erste Eindruck des LG L9 aber eher mittelmäßig. Während das geringe Gewicht und der große Akku positiv hervorstechen, sind uns Verarbeitungs- und Ergonomieprobleme ein Dorn im Auge.