Seite 2: S-Pen mit Airview

Einen ausführlichen Blick auf das äußere Erscheinungsbild, die Verarbeitungsqualität sowie die installierte Software bieten wir im obigen Videoreview - sowie direkt bei hardwareclips.de und auch auf unserem YouTube-Channel.

Der S-Pen wurde von Samsung weiter verbessert, sodass man jetzt auch von den typischen Wacom-Features gebrauch macht, die es bei Windows-Tablets schon seit langem gibt. Samsung nennt die Funktion AirView, bei der man sieht, wo man sich mit dem Stift gerade befindet. Das wird durch einen kleinen blauen Kreis angezeigt (siehe Video) und bringt einige Vorteile mit sich. So kann man beispielsweise Hover-Menüs im Internet ohne Probleme aufrufen und auch die JavaScript Foto-Zoom-Funktionen mancher Online-Shops nutzen. Zusätzlich hat Samsung aber noch weitere praktische Features verbaut: Scrollen in Browser und S-Notes ist somit auch berührungsfrei möglich. Weiterhin lassen sich Videovorschauen starten und bestimmte Stellen in Videos schneller finden, indem man mit dem Stift über der Zeitleiste schwebt und eine Popup-Vorschau angezeigt bekommt.

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Weiterhin hat man Gesten verbaut, mit denen man bei gedrückter Stifttaste verschiedenste Aktionen (bspw. Zurück oder Menü-Taste) aufrufen kann. Erweiterte Gesten lassen sich ebenfalls ausführen - dafür muss man aber einen speziellen Gestenbereich aufrufen. Ein Fragezeichen gefolgt von einem Wort stößt eine Google-Suche an. Ein Ausrufezeichen gefolgt von einem Ort ruft diesen in Google Maps auf - weitere Befehle für Emails, Anrufe und Nachrichten sind vorgefertigt, eigene können hinzugefügt werden. Die Funktion erschien uns beim Test aber als wenig hilfreich - denn bis man den Gestenbereich aufgerufen hat, das Zeichen und das Suchwort eingeschrieben hat ist man per Finger und Tastatur deutlich schneller unterwegs. Die allgemeinen Gesten per Stifttaste hingegen sind gerade im Winter mit Handschuhen sicherlich äußerst praktisch.

Ansonsten hat Samsung den Stift etwas dicker gemacht, wodurch dieser etwas besser in der Hand liegt. Der Button ist - wie beim Galaxy Note 1 - noch immer nicht optimal zu drücken und gerade bei großen Händen umständlich zu erreichen. Insgesamt ist aber gerade das Schreibgefühl besser geworden - hier hat man also noch an einigen Schrauben gedreht - der Stift macht das Note außerdem erst zu dem, was es ist.  

Bei der Software selbst gibt es nicht so viele Neuerungen gegenüber der des S3. Die Touchwiz-Fähigkeiten sind - ausgenommen von den Stiftaktionen - sehr ähnlich zu denen des Galaxy S3. Airview für den S-Pen, die Gesten und Schnellzugriffe in der Notificationbar sind praktische Zusätze. Dank Android 4.1 ist das komplette Nutzererlebnis auch extrem gut und flüssig. Natürlich hat sich Samsung noch etwas mehr einfallen lassen: Der Popup-Browser kann wie schon die Popup-Video-Funktion genutzt werden, um "nur mal eben" etwas nachzusehen - bspw. einen Link aus einer E-Mail anzusehen. Weiterhin hat man mit "Schneller Blick" eine Funktion eingeführt, bei der man die Hand über den Näherungssensor hält und das Gerät dann über neu eingegangene Nachrichten informiert. Die Multiwindow-Funktion bringt echtes Multitasking, wie man es vom Note-Tablet kennt, auf Android-Geräte. Zwei Programme nebeneinander und im Extremfall noch ein Popup-Video darüber lassen bei 5,5-Zoll schon echtes Multitasking aufkommen. Durch die horrende Power, die das Gerät bietet, kann man auch alles gleichzeitig flüssig laufen lassen. Das hat in unserem Test einwandfrei funktioniert und vor allem überzeugt.

Multimediafunktionen

Dank des massiven Displays sind die Multimediafunktionen des Galaxy Note 2 natürlich sehr ausgeprägt. Anzufangen wäre hier mit dem Lautsprecher, der sich auf der Rückseite des Gerätes befindet und mit ausreichender Lautstärke aufwarten kann. Natürlich fehlt es hier an Tiefen und auch sonst ist die Soundqualität nur auf akzeptablem Niveau - da nutzt man besser den vorhandenen 3,5-mm-Klinke-Anschluss.

Anders sieht dies beim riesigen 5,5-Zoll-Display mit HD-Auflösung aus. Durch die Größe lassen sich Videos aller Art bestens betrachten - Details gehen hier nicht so schnell verloren wie bei der Konkurrenz. Eine Serienepisode zu sehen, macht hier durchaus Spaß. Das Display selbst könnte in manchen Situationen jedoch etwas heller sein, der Blickwinkel kann dafür überzeugen. Zu guter Letzt (zumindest im Bereich Hardware) sorgt der microSD-Slot mit einer Erweiterungskapazität von max. 64 GB für ein langes Multimediavergnügen.

Auch Softwareseitig hat Samsung an Einiges gedacht: Popup-Play nennt sich die Funktion, bei der man ein im Video-Player abgespieltes Video so minimieren kann, dass es weiterläuft, während man etwas im Internet nachschaut oder eine E-Mail beantwortet. Popup-Play ist schon vom Galaxy S3 bekannt, funktioniert aber aufgrund der Größe des Displays nochmals besser, da man den Film angenehmer verfolgen kann.

Eine weitere Möglichkeit, mehrere Dinge gleichzeitig zu machen, ist das neu hinzugefügte Feature "Multiview" bei der man bestimmte Apps im Splitscreen laufen lassen kann. So sind Browser und Google-Talk oder Google-Talk und der Videoplayer nebeneinander anzeigbar und flexibel in der Größe veränderbar. Wer gerne gleich drei Fenster geöffnet haben will, kann das über die im Videoplayer integrierte Popup-Play Funktion ebenfalls erreichen. So können z.B. Browser und Google Talk nebeneinander und ein Video als Overlay darüber angezeigt werden.

Mit Airview hat Samsung ein Feature eingeführt, das es so bislang bei Smartphones nicht gab. Man kann quasi mit dem Stift über Objekten schweben, wie man es mit der Maus am PC kann. So ist es im Videoplayer möglich, eine Live-Vorschau der Videos (in der Übersicht) zu bekommen oder im laufenden Video eine Szene per Airview zu suchen. Dabei schwebt man über der Zeitleiste - es wird als Popup automatisch angezeigt, was sich an dieser Stelle befindet.