Seite 2: Test und Videoreview

Mit dem TF HA 6200 (bzw. 6100) bringt Telefunken den "Byzero Studio I" - einen aktiven Digitizer für das Apple iPad - nach Deutschland. Wer kennt es nicht? Schnell mal eine Notiz hier oder einen Vermerk dort - das alles ist mit der Tastatur oder dem eigenen Finger weniger gut möglich. Bislang gab es nur "passive" Stifte, die den menschlichen Finger nachahmen. Das Problem: der Handballen muss immer in der Luft schweben, wenn nicht "geschmiert" werden soll.


Da Steve Jobs den Stylus für tot erklärt hat, wird man seitens Apple auch vergebens auf ein solches Feature hoffen. Daher hat man sich bei Byzero Gedanken gemacht und den Stift mit einem Receiver für den Dock-Port ausgestattet. Die beiden Komponenten kommunizieren miteinander und durch eine Kalibrierung in der Applikation lässt sich der Handballen problemlos auflegen. Hier hat man also einen deutlichen Komfortgewinn. Ebenso hat man sich beim Stift selbst etwas einfallen lassen: Die Spitze ist aus einem besonderen Material, sodass sich der Schreibvorgang ähnlich dem auf "normalem" Papier anfühlen soll. Dass es sich gut anfühlt, können wir bestätigen - wenn auch nicht unbedingt genauso wie auf Papier. Trotzdem: Es ist sehr angenehm mit dem Studio-Pen auf der Glas-Oberfläche des iPads zu schreiben.

Das Design ist sehr schick und recht schlicht, dennoch nicht langweilig. Die mitgelieferte Hülle, die nur für das iPad 2 passt, bietet Platz für den Stift und das Tablet mit Receiver. Insgesamt ist die Verarbeitung aller Teile durchaus hochwertig und sehr angenehm. Der Receiver arbeitet dank Anschluss ans iPad ohne Batterie, der Stift wird mit zwei Uhrenbatterien betrieben. Eine Akkuanzeige gibt es nicht - daher sollte man immer einen Satz Batterien dabei haben, falls es zu Worst-Case-Szenario kommen sollte.

Videoreview - zum Hardwareluxx.de-YouTube-Channel

Natürlich funktioniert der Stift auf der "normalen Oberfläche" des iPads nicht, denn dort lässt Apple keine Veränderungen am System zu, die für die Kalibrierung aber nötig wären. Daher bedarf es spezieller Apps, Byzero bietet hier die Studio Basic und Studio Basic Plus Applikation an. Da es zum Zeitpunkt unseres Tests lediglich die Basic-Version gab, bezieht sich das Videoreview auch nur auf die entsprechende Applikation. Diese ist kostenlos und bietet verschiedene Funktionen wie bspw. Stiftgröße, Farbe und Art - zusätzlich kann man verschiedene Hintergründe (Liniert, Kariert, Travel (Einfügen von Bildern oder Kartenausschnitten), Idea oder Blanko) einstellen. Ist man mit einer Notiz fertig, kann man diese per Mail sharen (als JPG, PDF) oder auf Facebook/Twitter veröffentlichen. Natürlich können die Notizen auch lokal auf dem iPad gespeichert werden. Eine Synchronisation per Dropbox o.ä. ist bislang nicht möglich. Dafür lässt sich die AirPrint-Funktion nutzen, um Notizen kabellos zu drucken. In der Plus-Variante, die aktuell ebenfalls noch kostenlos ist (nach der Einführungsphase 4,99 US-Dollar), lassen sich neben PDF Anmerkungen auch Audioaufnahmen machen. Mehrere Seiten in einem Dokument sind ebenfalls kein Problem - insgesamt sind die Applikationen solide, aber sicherlich nicht die bevorzugten Programme der Nutzer. 

Die Handhabung ist einfach: anschließen, kalibrieren, loslegen. Der Stift schreibt wie gesagt sehr angenehm, zieht aber trotz aktiver Verbindung noch deutlich nach. Für "Schnellschreiber" ist der Studio-Pen also nicht wirklich geeignet. Hat man aber eine normale Schreibgeschwindigkeit, lässt sich mit dem Gerät sehr gut umgehen. Selbst kleinste Notizen werden gut erkannt - hier kann man die Konkurrenz gnadenlos ausstechen.

Dass die kostenlose App nicht die Beste ist, dessen ist sich Byzero auch bewusst und hat Gespräche mit App-Entwicklern abgehalten. Daraus resultiert, dass eine Integration des Stiftes in folgende Apps erfolgen wird: Notes Plus, PDF-notes, Procreate, Good Notes, Ghostwriter Notes und Note Shelf, wobei die Entwickler Good Notes und Ghostwriter Notes schon Updates herausgebracht haben, um mit dem Stift zusammen zu arbeiten. Die anderen Applikationen sollen bald folgen, womit man ein gutes Line-Up hat. Wünschenswert wäre, dass die Premium-App bei einem Kauf des Stiftes kostenlos mitgeliefert wird - denn bei einem Produkt von über 100 Euro sollte man das schon erwarten können.