Kurz: Individualität ist toll
Ist in der Gesellschaft nur verpönt
Aber wie sagte Einstein so schön:
Wer Freude daran empfindet im Gleichschritt zu marschieren, hat sein Gehirn aus Versehen bekommen.
Es soll auch Leute geben, die absichtlich die Abgeschiedenheit und "Einsamkeit" wählen, für Viele hier nicht vorstellbar, aber daran ist nicht's verwerfliches, der einzige negative Punkt dabei ist, dass niemand mehr von ihnen lernen kann.
Das schöne ist doch: Jeder ist individuell. Dafür muss man sich nicht mal besonders anstrengen. Das Leben in der Gesellschaft ist ein mitnichten eine Gleichschaltung und Gleichmachung der Individuen, sondern eine Anpassung der Umgangsformen; Eine zivilisatorische Leistung sich gegenseitig zu akzeptieren und miteinander oder nebeneinander zu Leben.
Hätte ich dazu vor 10 Jahren was geschrieben, hätte ich gesagt es gibt einen gesellschaftlichen Mainstream und diverse Randgruppen. Mittlerweile ist meine Sicht eine andere. Die Gesellschaft besteht aus vielen einzelnen Gruppen, die sich überschneiden und die sich durch Interessen (Hobbys) und Traditionen/Familiäre Verbände und Freundschaften vernetzen. Das was man als "die Gesellschaft" oder "der Mainstream" bezeichnet, ist nichts anderes als ein unausgesprochener Konsens mit dem eine gefühlte Mehrheit leben kann.
Dementsprechend gibt es keine Ablehnung von "Individualisten", es gibt eine Ablehnung derer, die nicht in das eigene Lebensmodell passen, und wohin es keine Verbindung gibt. Das liegt aber nicht am individuellen, sondern an der Zugehörigkeit zu einer anderen Gruppe.
Dazu passt, dass sich einige Gruppen als besonders individuell ansehen (ich denke gerade an einige innerhalb der Rock/Metal-Szene), untereinander aber bemerkenswert ähnlich sind. Was sind 10 Individualisten in einer Gruppe, die das selbe tun?! Eine Gruppe. Aber jeder ist dabei immer noch was einzigartiges, besonderes! Und dabei unterscheidet man sich nicht vom "krassen Gegenteil", irgendwelchen Rentnercliquen im Kleingartenverein. Jeder hat da seine Eigenheiten und seine Persönlichkeit. Da geht's halt nicht um die neuesten Piercings sondern um die neueste Sorte edler/schwieriger Früchte. Aber im Prinzip ist es das gleiche.
Natürlich gibt es einige, die anderen ihren Lebensstil aufzwingen wollen, und andere die dafür empfänglich sind. Nur hat das in meinen Augen noch nichts mit "im Gleichschritt marschieren" zu tun, auch wenn das einige Gruppierungen sicher tun...Unterm Strich ist der Mensch ein "Rudeltier", und fühlt sich in Gesellschaft prinzipiell wohl. Deshalb passt man sich im Umgang einander an. Bei manchen ist der Gemeinschaftssinn stärker ausgeprägt, bei anderen weniger. "Einsamkeit" ist ja eher eine Mangelerscheinung, die Menschen weh tut.
Jemand, der dieses Bedürfnis nicht empfindet kann auch locker allein durch's Leben wandeln ohne, dass eine Abwesenheit anderer Menschen zu psychischen Probleme führt. Das heißt im gleichen Zuge aber nicht, dass diese Menschen sich nicht auch Verlieben, Liebe empfinden und in Beziehungen Probleme haben.
Wir leben in einer Welt der Reizüberflutung, in der viele den Blick für das wesentliche verloren haben. Die kleinen Gesten, der Frau, mit der ihr euch entschieden habt, den Weg gemeinsam zu beschreiten, öfter zuzuhören und zu verstehen, ihr kleine Berührungen zu schenken, ohne Erwartung, ihr zu sagen, dass ihr die Liebe zu ihr genießt, wenn sie es nicht erwartet, ihr Frühstück zu machen, zu wissen, was sie trinken möchte, ohne, dass sie es selbst noch weiß....und vieles mehr...
Reizüberflutung? Der Mensch kann doch seine Empfindungen "filtern". *
Spätestens sobald ich die Türe schließe bin ich zuhause, und bestimme selbst, welche Reize mich erreichen können. Das was du mit den kleinen Gesten beschreibst ... ist nie weg. Es läuft auf einer anderen Ebene. Die "Reizüberflutung" durch die Umwelt dafür verantwortlich zu machen, dass man auf den/die geliebten Menschen "vergisst" ist in meinen Augen eher eine reine Schutzbehauptung.
Und um auf das filtern zurückzukommen: Ich hab das selbst auch schon erlebt, wenn man als Single durch die Welt läuft nimmt man alles anders wahr, man sieht die Frauen, erkennt die Reize etc. So wie ich in einer Beziehung war, war diese Art der Wahrnehmung weg, und kam auch erst nach einiger Zeit nach der Trennung wieder. Das läuft komplett unterbewusst ab.