Ahoi,
Stichwort Vorstellungsgespraech:
Kleide Dich angemessen! Das hat nichts mit Spiessigkeit zu tun, sondern damit, dass Du Respekt fuer Dein Gegenueber und ernsthaftes Interesse an der angebotenen Stelle ausdrueckst. Was angemessen ist, haengt vom Job ab - bei Kundenkontakt kommst Du an Hemd & Krawatte nicht vorbei.
Bereite Dich vor: verinnerliche die Stellenbeschreibung (am besten druckst Du sie aus und nimmst sie zusammen mit Deinen eigenen Bewerbungsunterlagen mit), informiere Dich (z. B. auf der Website des Unternehmens) ueber Deinen Arbeitgeber in spe.
Sei puenktlich - komm nicht fuenf Minuten zu spaet, aber moeglichst auch nicht eine Stunde zu frueh.
Falls Du waehlen kannst, wo Du sitzt: nicht gegenueber eines Fensters und nicht am Kopfende eines Tisches.
Ueblicherweise wird man sich anfangs vorstellen: alle werden Dir ihren Namen nennen, nenn Du auch allen (!) Deinen Namen (auch wenn Du es drei Mal machen musst).
Meistens wird man Dir anschliessend kurz das Unternehmen und die vakante Position vorstellen. Hoer aufmerksam zu - und unterbrich nicht. Dein Gegenueber macht das drei Mal taeglich und hat ein "Standardprogramm" ... und schaetzt es ueberhaupt nicht, wenn er bei diesem gestoert wird.
Anschliessend wirst Du dran sein: Du sollst Dich vorstellen, also Deinen Lebenslauf muendlich wiedergeben. Versuch die Prozedur zu entschlacken: Du bist XY Jahre alt reicht voellig; Geburtsort und die drei Schulen, die Du besucht hast, interessieren Dein Gegenueber eher weniger. Die gesparte Zeit kannst Du dafuer verwenden, Ausbildung, Praktika, Studium und / oder bisherige Jobs darzustellen - moeglichst so, dass es viel erkennbare Schnittmenge zu der Position gibt, um die Du Dich bewirbst. Luecken in Lebenslaeufen sind keine Schande: wenn Du sie erklaeren kannst. Was Du nicht tun solltest ist Luegen - erzaehl einfach, was Du tolles gemacht hast ... und lass das schlechte weg.
Und ja, da gibt es ein paar "Klassiker". Standard ist z. B. die Frage ob Du gut "hingefunden" hast. Antworte einfach mit "Ja, das war kein Problem" - und verkneif Dir Sachen vom Kaliber "ich habe es mir gestern schon mal angesehen" oder "mein Vater hat mich gebracht": wenn Du fuer solche einfachen Dinge schon eine mehrtaegige Vorbereitung brauchst ... und tschuess.
Garantiert gefragt wird auch nach Staerken und Schwaechen. Staerken ... tja, die musst Du selbst kennen. Komm denen nicht mit Puenktlichkeit und Ehrlichkeit - das sind keine Staerken, dass sind Selbstverstaendlichkeiten. Du bist bestimmt lernbegierig, arbeitest nachhaltig, kannst bereichsuebergreifende Zusammenhaenge erkennen, Prioritaeten setzen und auch unter Stress konstante Leistungen erzielen, oder ... ? Schwaechen - wer darauf ehrlich antwortet, ist selbst schuld. Antworte mit "Bewerbungsgespraeche" - damit noetigst Du meistens selbst dem stursten Personaler ein Laecheln ab ... und bekommst manchmal eine spontane Zwischenbilanz zurueck. Ansonsten bietet sich uebergrosse Genauigkeit an - weil es zugleich eine Staerke ist und Selbstkritik signalisiert.
Auch gerne wird gefragt "wenn ich ihre Kumpels am Freitagabend in der Kneipe fragen wuerde - wie ist der denn so?" - darauf gibt es keine richtige Antwort (ausser vielleicht, dass Du nicht in Kneipen rumhaengst). Ich hoffe fuer Dich, dass Deine Freunde Dich als gebildet, hoeflich und hilfsbereit beschreiben wuerden.
Zu einem etwaigen Eignungstest kann ich Dir nichts sagen - weil der auf die Stelle zugeschnitten sein wird, um die Du Dich bewirbst. Ich bezweifle, dass eine pauschale Aussage dazu moeglich ist.
Good luck wuenscht
JePe
EDIT: Fiesen Tippfehler korrigiert. Echt jetzt, Junge!