Projekt: NPS Homeserver.

MrMasterbit

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Projekt-Dokumentation: Projekt NPS+ (NAS, Pi-Hole, Smart-TV und mehr)​

Ich dokumentiere hier meine aktuelle Planung. Das Ziel ist es, drei oder in Zukunft mehr Systeme in einem einzigen 24/7-Server zu vereinen: ein potentes NAS, einen Pi-Hole und einen vollwertigen Smart-TV-Ersatz, damit ich meinen Laptop wieder für mich habe.

1. Das „Warum?“ (Die Ausgangslage)​

  • Der Fernseher: Ich habe einen günstigen 50"-Medion-TV (200 €) gekauft. Ich schaue kein klassisches Fernsehen, sondern streame nur vom Sofa aus. Das integrierte Betriebssystem (VIDAA TV) ist jedoch extrem eingeschränkt (Locked-Down für Drittanbieter-Apps wie ReVanced oder SmartTube) und voller Werbung.
  • Der Raspberry Pi 4B (4GB): Schafft kein 4K bei 60 Hz, und die Hardware-Decoder sind auch nicht gut. 4K60 kann der Pi zwar ausgeben, aber dann ist die Leistung so schlecht, dass das Bild einfach nur ruckelt. Aktuell läuft darauf nur mein Pi-Hole im Hintergrund.
  • Die Laptop-Übergangslösung: Momentan steuert mein ThinkPad L15 G3 per HDMI den Fernseher. Bedient wird es über eine „Air Mouse“ von AliExpress (Bluetooth-Fernbedienung mit QWERTY-Tastatur auf der Rückseite und Wii-artiger Mauszeiger-Steuerung). Als Software läuft ein normaler Browser mit uBlock Origin und SponsorBlock. Das funktioniert perfekt, blockiert aber meinen teuren Arbeits-Laptop.
  • Das aktuelle NAS (Zyxel NSA325): Völlig veraltet. Es bietet nur Gigabit-LAN, 2 Festplattenschächte, eine 1,6-GHz-Single-Core-CPU, 512 MB RAM und das unsichere SMB 1.0-Protokoll – verbraucht dabei aber 30 Watt und hat einen lauten Lüfter.

2. Der Hardware-Zufall & Die RAM-Krise​

Ein Kollege schenkte mir ein Asus Z790-I Strix Gaming ITX-Mainboard. Es hatte einen Kratzer, der angeblich eine Leiterbahn durchtrennt hatte, weshalb es nicht mehr startete. Nach etwas Bastelarbeit, mehreren BIOS-Resets und Updates lief es jedoch wieder einwandfrei (den Kratzer habe ich nie gefunden).

Dazu kaufte ich einen Intel i3-12100 und hatte noch ein be quiet! Pure Power 11 (350W) als Testnetzteil herumfliegen.

  • Das Problem: Um das System kostengünstig zu testen, müsste ich permanent die Hälfte des Arbeitsspeichers aus meinem Haupt-PC (DDR5) opfern. Aufgrund der aktuellen „RAM-Krise“ möchte ich das nicht auf unbestimmte Zeit tun.
  • Die Entscheidung: Das Asus-Board wird verkauft, um das Budget für ein passenderes System zu finanzieren.

3. Die Gehäuse- und Mainboard-Planung​

Vorhandenes Start-Budget & Teile:​

  • Budget: ca. 230 € (aus dem Board-Verkauf)
  • CPU: Intel i3-12100
  • Test-Netzteil: Pure Power 11 (350W) – wird eventuell ersetzt (siehe Netzteil-Thematik)

Plan 1 (Verworfen):​

Geplant war ein günstiges H610M-Mainboard, 8 GB DDR4 RAM und das Gehäuse Aerocool Cipher (bietet Platz für 12x 3,5" HDDs).

  • Fehler im Plan: H610-Boards haben meist nur 2 bis 4 SATA-Anschlüsse und kaum erweiterungsmöglichkeiten.

Plan 2 (Der aktuelle Plan):​

Selbst Z690/Z790-Boards bieten maximal 6x SATA. Um bis zu 12 (oder mehr) Platten anzuschließen, kommen Adapter zum Einsatz:

  • SATA-Erweiterung: M.2-zu-SATA-Adapter (6-fach) von AliExpress. Ein solcher Controller kostet nur ca. 15 € und hat den ASM1166 Chipsatz der gut unter Linux funktionieren soll und auch 6 Native Kanäle bietet..
  • M.2-Engpass lösen: Da ein M.2-Slot für die System-SSD gebraucht wird, nutze ich günstige PCIe-x1-zu-M.2-Adapter (ca. 2 €) von AliExpress.

Das Wunsch-Mainboard:​

  • 2,5 Gbit/s LAN
  • Mindestens 2x M.2 Slots
  • Mindestens 2x PCIe x1 Slots + 1x PCIe 4.0 x4 (für spätere Upgrades, z.B. eine 4-Port 2,5Gbit LAN-Karte)
  • DDR4-Unterstützung (aus Kostengründen)
  • Bonus: BIOS-Flashback
Die Wahl fällt auf das: Gigabyte Z690 UD DDR4.Es erfüllt alle Kriterien: 3x M.2, 1x PCIe 4.0 x4, 3x PCIe 3.0 x1, 2,5Gbit LAN, 6x native SATA-Ports und BIOS-Flashback.
Naja dachte ich zumindest, bis dann doch das MSI Pro Z690-A DDR4 um die Ecke kam und mich für einen günstigeren Preis anlächelte.

Das Gehäuse-Upgrade:​

Eigentlich war das günstige Aerocool Cipher (40 €) gesetzt. Dann stieß ich auf das Fractal Design Meshify 2 XL, welches im Vollausbau bis zu 18x 3,5" HDDs aufnehmen kann. Neu kostet es ca. 180 €, aber ich konnte ein Schnäppchen auf eBay Kleinanzeigen für 89 € machen – inklusive aller zusätzlichen Festplattenkäfige (die sonst 10 € pro 2er-Pack kosten). Damit bin ich für die Zukunft absolut gerüstet.

4. Das Strom- und Netzteil-Dilemma​

18 Festplatten benötigen nicht nur Datenkabel, sondern auch massig SATA-Stromanschlüsse. Mein 350W Pure Power 11 bietet nur 5x SATA und 2x Molex. Die Regel „Molex to SATA, lose your data“ (Brandgefahr bei billigen Adaptern) verbietet den Einsatz von Adaptern.

Die Netzteil-Suche & das Effizienz-Problem:​

Netzteile erreichen ihre optimale Effizienz meist erst ab 20 % Auslastung. Da der Server im IDLE sehr wenig Strom verbrauchen wird, ist ein überdimensioniertes Netzteil (hohe Wattzahl) ineffizient. Ich brauche also wenig Watt, aber viele Anschlüsse.

  • Weg 1 (be quiet! Dark Power Pro 11): Bietet 5 modulare Buchsen für Peripherie, hat aber standardmäßig nur 9x SATA im Lieferumfang. Originale Zusatzkabel (4x SATA pro Kabel) kosten 8 € das Stück. Zudem wird das Netzteil seit 2020 nicht mehr gebaut. Gebrauchte Netzteile, die älter als 8–10 Jahre sind, stellen ein Risiko dar. Am Ende wäre ich bei ca. 90 € für ein altes 550W-Netzteil gelandet. (Verworfen)
  • Weg 2 (Corsair RM750x - Modell 2018): Die RMx-Serie (2018/2021) nutzt die "Type 4"-Kabel. Das RM750x (2018) besitzt 5 Peripherie-Anschlüsse. Der große Vorteil: Ich habe dieses Netzteil bereits in meinem Haupt-PC verbaut, benötige dort aber die SATA-Kabel nicht. Im Lieferumfang sind zwei Kabel mit je 4x SATA-Steckern. Zusammen mit den Kabeln aus dem Zweitnetzteil komme ich so auf 16x SATA-Anschlüsse über 4 Buchsen. Wenn ich die fünfte Buchse vollbelege, kann ich bis zu 20x 3,5" HDDs betreiben.
  • Effizienz-Entwarnung: Die RMx-Modelle von 2018 sind glücklicherweise auch bei niedriger Last (unter 10 %) extrem gut optimiert und sacken in der Effizienz kaum ab.


5. Geplantes Software-Konstrukt​

Der Server wird im 24/7-Betrieb laufen (wegen Pi-Hole und Smart-TV). Die Festplatten werden jedoch bei Inaktivität über einen Timer in den Standby geschickt, um Strom zu sparen.

  • Betriebssystem: Linux Mint
  • Werbeblocker: Pi-Hole (wird via Docker betrieben)
  • NAS-Dateisystem: BTRFS
  • Smart-TV-Ersatz: Linux Mint Desktop mit dem Browser Waterfox (+ uBlock Origin & SponsorBlock)
  • Performance: 64 GB der M.2 SSD werden als Cache für die Festplatten abgestellt.

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So ich habe das mal eine KI zusammenfassen lassen, da es sonst echt zu unübersichtlich gewesen wäre.

Das MSI Board habe ich bekommen, wollte es testen, und dann habe ich es geschrottet. Wie? Naja der Vorbesitzer hatte noch eine Alphacool Backlpate mit diesen tollen 3M Superkackkleber dran. Aber als Alkohol, Hitze und all meine Plastiktools nichts brachten, habe ich ein Brotmesser genommen und gehebelt. Ich denke das wird das Board getötet haben. Kratzer oder so habe ich nicht ins Board gemacht, ich muss es so stark gehebelt haben, dass intern die PCIe Lanes beschäfigt worden sind. Ist ja auch egal, das Board ist nicht mehr.
Also welchen Ersatz? Ich habe günstig ein Asus Prime B660-Plus D4 geschossen. Also verliere ich nur 2x Native SATA.

So, nun warte ich auf das Board. Allerdings habe ich heute morgen auf Kleinanzeigen ein i5-12500 gesehen für 80€. Und ihn mir geschnappt. 2 Kerne mehr und eine dickere iGPU (Intel UHD 770 anstatt 730 bei 12400 oder drunter) mit doppelten Encoder. Nett.

Und was ist nun im Endeffekt drin?

Das hier:

- Intel Core i5-12500 (80€)
- 16GB DDR4, Manuell auf 3600 (Geschenkt)
- ASUS Prime B660-Plus D4 (87€)
- Corsair RM Series 2019 RM750 (12€)
- Fractal Design Meshify 2 XL (100€)
- Alles an HDDs was ich so rumfliegen hatte, Hauptsächlich 5x 2TB HDDs, danach ist das meiste Gemischt. 2,5", 3, 5", von 500gb bis 1TB ist alles dabei



Also ich mache das zum ersten mal und werde nicht alles Perfekt hinbekommen. Das hier mache ich hauptsächlich zum dokumentieren und natürlich auch, damit man mir tipps geben kann. Würdet ihr was ändern? Was würdet ihr anders machen?


Bilder folgen sobald ich es mal aufgestellt hab.
 
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Also ich mache das zum ersten mal und werde nicht alles Perfekt hinbekommen.
Mach einfach mal. Nichts schlägt selbst gemachte Erfahrung.
Würdet ihr was ändern? Was würdet ihr anders machen?
Wsl. sehr viel, wenn man hier so liest, was "standard" ist (Proxmox + ...).
- Alles an HDDs was ich so rumfliegen hatte, Hauptsächlich 5x 2TB HDDs, danach ist das meiste Gemischt. 2,5", 3, 5", von 500gb bis 1TB ist alles dabei
Viel Lärm und Stromverbrauch für wenig Speicherplatz. Allerdings sind HDDs gerade teuer und naja.

Wsl. aus den 5x 2TB ein Z1 oder Z2 mit ZFS machen, aber... viele Wege führen zum Ziel.
BTRFS, wie gut ist das schon mit diesen "Raid-Funktionen", oder machst ein LVM und tust BTRFS oben drauf?


Egal, mach einfach, sammel deine Erfahrung und leite daraus ab, was dir gefällt, was nicht, was du benötigst und was nicht.
Lass dir nicht zu viel reinreden, verfolg mal deinen Plan.

Außer Zeit hast du kaum was zu verlieren, da du kaum Geld investierst, für die Zeit bekommst du im Gegenzug eigene Erfahrung.
Insofern, Feuer Frei, wenn du die Freizeit dafür gern aufbringst und entbehren kannst.
 
Viel Lärm und Stromverbrauch für wenig Speicherplatz. Allerdings sind HDDs gerade teuer und naja.
Ja schon, aber rumfliegen will ich die nicht haben und da die HDDs die meiste zeit eh aus sein werden (Nutze das NAS eh nur nur wenige male die Woche) verbrauchen die natürllich auch nur Strom, wenn auf das NAS zugegriffen wird.


Wsl. aus den 5x 2TB ein Z1 oder Z2 mit ZFS machen, aber... viele Wege führen zum Ziel.
BTRFS, wie gut ist das schon mit diesen "Raid-Funktionen", oder machst ein LVM und tust BTRFS oben drauf?

Ich habe mich noch nicht so viel eingelesen als viel eher mich von Google Gemini beraten zu lassen. NAS und Netzwerk bin ich nicht so heftig drin, aber ich Verstehe was die KI mir sagen will und bin nicht komplett Blind. Linux Mint und dann BTRFS damit ich immer wieder Platten austauschen und zufügen kann. RAID 1 in BTRFS, das läd alles in Chunks auf verschiedene Platten. Je Chunk wohl 1GB und jeder Chunk existiert auf drei Platten gleichzeitig. So kann mir ruhig mal ne Platte wegsterben ohne dass ich Stunden mit rebuild verschwenden muss. Fand ich nett.

Mach einfach mal. Nichts schlägt selbst gemachte Erfahrung.

Egal, mach einfach, sammel deine Erfahrung und leite daraus ab, was dir gefällt, was nicht, was du benötigst und was nicht.
Lass dir nicht zu viel reinreden, verfolg mal deinen Plan.

Außer Zeit hast du kaum was zu verlieren, da du kaum Geld investierst, für die Zeit bekommst du im Gegenzug eigene Erfahrung.
Insofern, Feuer Frei, wenn du die Freizeit dafür gern aufbringst und entbehren kannst.

Zeit habe ich genug. Danke für deinen Beitrag. Denke schon dass jeder da seine Erfahrung machen muss. Wenn ich nicht so viele verschiedene Platten hätte, würde ich wahrscheinlich auch ein anderes System als BTRFS nutzen. Ah mal schauen. der 12500 bekommt auch noch so ein Fetten Dual Tower aber ohne Lüfter damit er Semipassiv läuft und die Lüfter in Case sollen auch nur angehen, wenn die heißeste HDD über 40°C oder so geht. Muss ich alles schauen, wenn das Board und die M.2 SATA Adapter da sind.

Aber Generell geht doch nichts über Erfahrenere User die ihre Weisheiten teilen und mich eventuell auch auf Probleme hinweisen oder mir generell Tipps geben können :3
 
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