[User-Review] Lesertest MSI Gungnir 300R Airflow und CORELIQUID E360

karta03

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Im Rahmen des HardwareLuxx Lesertests darf ich das MSI Gungnir 300R Airflow Gehäuse und die CORELIQUID E360 Wasserkühlung testen. Die Komponenten wurden mir kostenfrei zur Verfügung gestellt, ich versuche dennoch, unvoreingenommen zu bleiben, um Euch ein möglichst objektives Review anbieten zu können. Das Review konzentriert sich zunächst auf das Gehäuse, die Wasserkühlung wird im weiteren Verlauf diskutiert.​

Anbei noch mein Testsystem:

Prozessor: Intel Core i5-10500t
RAM: 2x8GB G.Skill Trident Z RGB DDR4 3000 MHz
Mainboard: MSI Z490 Gaming Plus
Grafikkarte: MSI RTX 3070 Suprim 8GB
Netzteil: Seasonic Titanium Fanless 600 Watt
SSD: MSI Spatium M480 1TB

Lieferung:

Geliefert wurde das Gehäuse wie üblich ohne zusätzliche Umverpackung in der OVP des Gehäuses. Das Paket besteht auch doppelwandiger Pappe und macht einen sehr stabilen Eindruck. Im Inneren wird das Gehäuse durch zwei dicke Schaumstoffeinsätze geschützt, wodurch es glücklicherweise unbeschadet angekommen ist. Durch den Schaumstoff ist das Gehäuse im Gegensatz zu Styropor auch durch wiederholte Krafteinflüsse geschützt, dadurch eignet sich die Verpackung auch für den Transport eines kompletten Systems. In einem der Schaumstoffeinsätze befindet sich ein kleiner Karton mit den Kleinteilen für das Gehäuse.​

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Lieferumfang:

Im Lieferumfang befinden sich neben den obligatorischen Schrauben für den Zusammenbau des Systems noch eine Handvoll Kabelbinder, ein Inbusschlüssel als Schraubendreher, sowie eine alternative PCIe-Kartenblende, welche den Einbau von zwei zusätzlichen 60mm Lüftern erlaubt. Dies ist jedoch nur in der vertikalen Konfiguration möglich, später dazu mehr. Die Acryl-Grafikkartenhalterung befindet sich bereits vormontiert im Gehäuse.​

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Verarbeitung:

Auf den ersten Blick macht das Gehäuse einen sehr hochwertigen Eindruck. Die Oberflächen sind sauber lackiert, es sind keine scharfen Kanten oder ähnliches vorhanden, und selbst die Mesh-Front ist sehr stabil und lässt sich nicht verbiegen. Lediglich der Staubfilter, welcher oben auf dem Gehäuse sitzt, wirkt etwas minderwertig und ist bei mir auch minimal zu groß ausgefallen. Die Seitenteile sind auf der Rückseite mit jeweils einer Schraube gesichert und können mithilfe von Clips einfach abgenommen werden. Dieses Montagesystem gefällt mir sehr gut und erinnert mich an SFF-Gehäuse wie das CM NR200.​

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Die Grafikkartenhalterung ist im Gehäuse noch mit einem Stück Schaumstoff gesichert. Auch ohne die Seitenteile ist das Gehäuse sehr stabil und lässt nicht verwinden. Auf der Rückseite wurden die Kabel der Lüfter und der Frontanschlüsse bereits sauber verlegt. Anzumerken ist hierbei noch ein Lüfter- und digitaler RGB-Hub, welches ebenfalls bereits vormontiert ist. An diesen können noch vier weitere PWM Lüfter angeschlossen. Dank Daisy-Chain Anschlüssen können zusätzlich noch fünf DRGB LEDs angeschlossen werden, von denen ich auch noch gebrauch machen werde. Ab Werk sind bereits vier RGB Lüfter verbaut, auch die Grafikkartenhalterung besitzt eine RGB Beleuchtung. Dadurch sind im Gehäuse bereits reichlich Kabel vorhanden, glücklicherweise befindet sich aber noch genügend Platz für die Stromversorgung der Hardware-Komponenten.
Die beiden Halterungen für 3,5" Laufwerke auf dem Boden des Gehäuses weisen leider keine Entkopplung auf, dementsprechend eignet sich das Gehäuse nicht besonders für den Einsatz von mechanischen Festplatten. Die Halterungen können jedoch auch für 2,5" SSDs genutzt werden. Da jedoch bereits drei 2,5" SSDs hinter dem Mainboardtray montiert werden können, habe ich mich dazu entschlossen, das Laufwerksgehäuse komplett zu entfernen. Dadurch entsteht auch etwas mehr Raum für ungenutzte Netzteilkabel.​

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Einbau der Hardware:

Bevor die Komponenten verbaut werden, sollte entschieden werden, in welcher Konfiguration die Grafikkarte und ggf. weitere PCIe Karten verbaut werden. Die PCIe-Kartenblende lässt sich bei Bedarf um 90° drehen, sodass theoretisch bis zu sieben PCIe Karten vertikal montiert werden können. Sofern man auf drei Erweiterungsslots verzichten kann, lässt sich auch die alternative Blende einbauen, welche die Montage von zwei 60mm Lüftern erlaubt. Leider liegen dem Lieferumfang weder 60mm Lüfter, noch ein PCIe Riser Kabel bei. Da ich für den Test auch keinen Riser in passender Länge übrig hatte, konnte ich die vertikale Position nicht in Hinsicht auf Temperaturen testen.​

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Der Einbau der Komponenten erfolgt ansonsten wie gewohnt. Für mein ATX Mainboard waren bereits alle passenden Abstandshalter montiert, einer der Abstandshalter besitzt auch eine leichte Erhebung, sodass das Mainboard ohne Schrauben schon an der richtigen Position hält. Das Netzteil wird einfach von der rechten Seite des Gehäuses unter die Abdeckung geschoben. Da der Platz dort etwas begrenzt ist, sollte man dabei aufpassen, um weder das Gehäuse, noch das Netzteil zu zerkratzen. Für die Montage der Grafikkarte lässt sich die Grafikkartenhalterung mittels zweier Schrauben, von denen eine unter einer magnetischen Abdeckung versteckt ist, lösen. Diese lässt sich zudem in der Höhe, Tiefe und der Länge verstellen, und damit perfekt an jede Grafikkarte anpassen. Es können sogar zwei Grafikkarten gestützt werden, falls man ein Multi GPU Setup nutzt.
Die Lüfter an der Front sind an einer abnehmbaren Platte verschraubt, sodass sich diese leicht entfernen lassen.​

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Das Kabelmanagement verlief problemlos. MSI setzt hierbei nicht auf Gummitüllen, was optisch vielleicht nicht jedem gefallen könnte. Stattdessen ist rechts vom Mainboard eine große Metallblende verbaut, unter denen die Kabel geführt werden können. Dieses besitzt auch genügend Platz, damit selbst der 24 Pin Anschluss und das interne USB 3.0 Kabel ohne Probleme angeschlossen werden können. Es ist auch möglich, diese Metallblende weiter nach rechts zu verschieben, falls Mainboard verbaut werden, welche etwas breiter als der normale ATX Standard sind. Über dem Mainboard befinden sich noch weitere Öffnungen für die 8 Pin CPU Stecker, etwaige Lüfterkabel usw. Diese sind leider sichtbar, und können sich nur mit dem Einbau eines Radiators verstecken lassen. Später dazu mehr.
Beim Einbau ist mir noch aufgefallen, dass GPUs deutlich länger sein dürfen, als MSI eigentlich vorsieht. Selbst mit den Lüftern in der Front können Karten mit einer Länge von 40cm verbaut werden. Dadurch passt meine RTX 3070 Suprim selbst dann in das Gehäuse, wenn ich den Radiator für die Wasserkühlung hinter der Front platziere.
Ich habe das System zunächst mit einem einfachen Tower CPU Kühler ausgestattet. Vertikal ist genügend Platz vorhanden, damit auch größere CPU-Kühler verbaut werden können. Optisch gefällt mir das schon sehr gut, jedoch sind die Kabel über dem Mainboard noch sichtbar. Die Grafikkarte habe ich einmal horizontal, und einmal vertikal verbaut. Ich muss zugeben, dass mir die klassische horizontale Konfiguration besser gefällt. Das dürfte aber auch von dem jeweiligen Grafikkarten-Modell abhängig sein.​

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Da ich keinen passenden PCIe Riser für die vertikale Konfiguration besitze, konnte ich leider nur Temperaturmessungen in der horizontalen Position durchführen.

Anschließend habe ich noch die Wasserkühlung verbaut, testweise mit dem Radiator hinter der Front und unter dem Deckel, sowie mit der Grafikkarte in der vertikalen und horizontalen Position.

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Mit dem Radiator hinter der Front ist der Einbau einer langen Grafikkarte tatsächlich etwas schwierig, insbesondere mit der Grafikkartenhalterung. Hier gefällt mir persönlich die letzte Konfiguration mit dem Radiator unter dem Deckle und der horizontalen Grafikkarte am besten. Der Einbau ist dabei am einfachsten, und auch der Zugang zu den einzelnen Komponenten fällt leichter aus. Außerdem befindet sich die Pumpe der Wasserkühlung dann auch am niedrigsten Punkt des Kreislaufs, was vorteilhaft für dessen Langlebigkeit ist. Baut man die Grafikkarte horizontal ein, lassen sich außerdem noch zwei 120mm Lüfter über der Netzteilabdeckung montieren. Vorab kann ich sagen, dass der Einbau der Lüfter die Temperatur der Grafikkarte nicht messbar verbessert hat.​

Ergebnisse

Da ich die Messungen über mehrere Tage mit unterschiedlichen Zimmertemperaturen durchführen musste, müssen die Messwerte mit etwas Vorsicht betrachtet werden. Daher habe ich jeweils das Delta über der Raumtemperatur angegeben. Für die Messungen wäre es wohl auch vorteilhaft gewesen, einen Prozessor mit einer etwas höheren Energieaufnahme zu verwenden. Die Grafikkarte wurde in den Messungen mit Furmark ausgelastet, die CPU mit Cinebench. Die Temperaturen wurden dann aufgenommen, wenn sich diese stabilisiert haben. Es wurde darauf geachtet, dass sich die Leistungsaufnahme der Komponenten zwischen den Tests nicht verändert haben.​

Temperatur Grafikkarte [Δ °C]Temperatur Prozessor [Δ °C]
Luftkühlung, GPU horizontal45°C42°C
Radiator hinter der Front, GPU horizontal46°C31°C
Radiator unter dem Deckel, GPU horizontal43°C38°C

Mit der Position des Radiators wird direkt die Kühlung der jeweiligen Komponenten beeinflusst. Sitzt der Radiator in der Front, erhöht sich die Temperatur der Grafikkarte, im Gegenzug wird die CPU jedoch etwas besser gekühlt. Da in den meisten Systemen die Kühlung der Grafikkarte die höhere Priorität haben dürfte, empfehle ich den Einbau des Radiators unter dem Deckel.
Akustisch war die Luftkühlung trotz leicht höherer Temperaturen am leisesten, das dürfte aber auch an der sehr sparsamen CPU liegen. Mit einem leistungsfähigeren Prozessor sollte die Wasserkühlung leiser sein.

Anbei noch ein paar Worte zu der Wasserkühlung. Diese war auch sehr gut verpackt und kam auch mit einigem an Zubehör. Neben dem Montagematerial für alle gängigen Sockel (auch LGA 1700, AM5, und sogar Threadripper), waren auch Adapterkabel mit dabei, um alle Lüfter mit einen PWM Anschluss zu verbinden. Auch waren Low Noise Adapter, welche ich jedoch nicht genutzt habe, da sich die Lüfter auch ohne ausreichend Regeln lassen konnten. Die Wasserkühlung macht einen sehr hochwertigen Eindruck, die Kupferplatte des Kühlers ist massiv verarbeitet, die Finnen am Radiator waren komplett unbeschädigt und perfekt lackiert. Lediglich beim Einbau gibt es meiner Meinung nach Verbesserungspotential. So musste ich für den Einbau einen kleinen Kreuzschlitzschraubendreher (#1) sowie einen kleinen Schlitzschraubendreher verwenden. Das Werkzeug liegt der Wasserkühlung nicht bei, daher sollte man es für den Einbau bereits zur Hand haben. Abgesehen davon gefällt mir die Wasserkühlung richtig gut. Die Beleuchtung ist sehr hübsch, die Zierplatte über dem Wasserblock lässt sich auch nach der Montage einfach drehen, damit das Logo richtig steht. Die Verkabelung ist auch sehr einfach, da nur ein Kabel für die Pumpe und eins für die RGB Beleuchtung notwendig ist. Glücklicherweise verwendet MSI hierbei auch keine proprietären Stecker, sodass die Wasserkühlung kompatibel mit allen gängigen Standards ist.​

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Fazit

Insgesamt bin ich sowohl mit dem Gehäuse, als auch mit der Wasserkühlung sehr zufrieden, und kann beide Komponenten ohne Bedenken weiterempfehlen. Aus der Sicht eines potentiellen Käufers muss man jedoch auch das Preis-Leistungsverhältnis bedenken. Zur Zeit dieses Reviews kostet das Gehäuse knapp 170€ und die Wasserkühlung 130€. Bei den Wasserkühlungen gibt es nicht viele Modelle mit RGB Beleuchtung und 360mm Radiator, welche deutlich günstiger sind. Als Alternative würde sich vielleicht die Arctic Wasserkühlung anbieten, jedoch ist das Modell von Arctic optisch etwas gewöhnungsbedürftig, und damit vielleicht nicht Jedermanns Sache. Daher dürfte die Wasserkühlung trotz des etwas höheren Preises für viele Interessenten sehr attraktiv sein. Bis auf die etwas fummelige Montage habe ich bei der CoreLiquid E360 auch keine weiteren Beanstandungen.
Bei dem Gehäuse sieht es bezüglich des Preises etwas schwieriger aus, da es im Bereich zwischen 100-200€ sehr viel Konkurrenz gibt. Dabei sollte jedoch auch beachtet werden, dass im Gungnir 300R Airflow bereits vier DRGB Lüfter verbaut sind, sowie eine sehr gute Grafikkartenhalterung. Für das Gungnir spricht auch die sehr gute Verarbeitung und die hohe Stabilität, was im Jahr 2023 leider nicht mehr selbstverständlich ist, da Hersteller mittlerweile gerne auf etwas Materialstärke zur Kosteneinsparung verzichten.​
 

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