[Sammelthread] Der Gehalts- und Arbeitsplatzthread

Das ist natürlich ein zweischneidiges Schwert. Bei uns gab's da auch mal so ein experiment wo die Teams quasi ne fachliche Führung hatten und eine Führungskraft die sich um die Entwicklung der Kollegen kümmert (dann aber übergreifend über mehrere Teams). Das kam echt nicht gut an, weil der Kollege der für die Personalentwicklung zuständig war eigentlich ja nicht wirklich mit den Kollegen gearbeitet hat und sich so immer nur das Feedback vom fachlichen Lead holen musste bzw. von den anderen Kollegen. Das war einfach ne nutzlose Rolle in dem Konstrukt und wurde dann auch wieder aufgelöst. Das Konstrukt von einem fachlichen Lead und Disziplinarischen Lead wenn wirklich alle mit dem Team im Daily Business zusammenarbeiten halte ich aber durchaus für sinnvoll.
Was ich in meinem Beispiel mit fachlicher Führung oben eigentlich meinte ist, dass man ja auch durch fachliche Kompetenz führen kann, im Sinne von Teams zusammen bringen, bestimmte Themen so gut verkaufen dass sie umgesetzt werden. Der disziplinarische Rang ist bei uns halt egal, es kommt eher drauf an wie gut man Leute für sich gewinnt, und das geht dann eben mit Kompetenz und guter Kommunikation.
 
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Es ist eigentlich schade, dass Führungsrolle klassischerweise auch immer bedeutet, dass man disziplinarische Verantwortung übernehmen muss. Das führt dann natürlich auch dazu, dass Leute die dafür gar nicht geeignet sind bzw. das einfach nicht wollen auf solche Posten kommen, weil es sonst keine weitere Entwicklungsmöglichkeit mehr für sie gibt.
Es gibt allerdings inzwischen immer mehr Firmen die Modelle anbieten, in denen man sozusagen eine fachliche Führungsrolle einnehmen kann, ohne dass man direkt für Mitarbeiter disziplinarisch verantwortlich ist. Man führt dann auf fachlicher Ebene und ist z.B. Experte auf einem Gebiet.
Interessanter Punkt.

Bei mir ist es so dass ich aktuell in einem Lab/Gruppe von Wissenschaftlern aktiv bin und dort meinen Teil beitrage. Ich kann dort aber nicht ewig verweilen und um meine Ansichten sowie Theorien vorwärts zu bringen muss ich irgendwann selbst Professor werden und eine eigene Researchgruppe aufbauen. Denn irgendwann geht mein aktueller Mentor und Professor in Rente.

Das hat, ganz so wie in der Wirtschaft und Politik, auch mit Machtverhältnissen zutun. Es ist beispielsweise der erfolgreichere Weg eigene Theorien vorwärts zu bringen wenn sie von mehr als nur einer Forschungsgruppe geteilt und publiziert werden.

Als Professor einer Gruppe muss man leider beides machen: sowohl die rein wissenschaftliche Arbeit als auch die ganze Organisation. Letzteres betrifft dann die Heranschaffung von Forschungsgeldern (die Geldgeber überzeugen dass man der geilste ist und ihr Geld hier gut angelegt ist), gute und intelligente Leute finden und in diese in die eigene Gruppe integrieren, die Gruppe beisammen halten (Menschen aus aller Welt die aus verschiedenen Kulturen stammen), etc.
 
Wissenschaftsbetrieb ist hier sicherlich nochmal etwas anderes und hat auch sehr festgefahrene Strukturen. Ich selber bin da nicht drin, aber meine Frau arbeitet an der Uni. Dass man da ständig drüber nachdenken muss wie man strategisch vorgeht um in der Drittmittelbeschaffung zum Stich zu kommen stelle ich mir echt anstrengend vor.
 
Wissenschaftsbetrieb ist hier sicherlich nochmal etwas anderes und hat auch sehr festgefahrene Strukturen. Ich selber bin da nicht drin, aber meine Frau arbeitet an der Uni. Dass man da ständig drüber nachdenken muss wie man strategisch vorgeht um in der Drittmittelbeschaffung zum Stich zu kommen stelle ich mir echt anstrengend vor.
Bin Neurowissenschaftler/Gehirnforscher. Ich habe weder Zeit noch Lust die Details des Wissenschaftsbetriebs zu erläutern. Es würde wohl auch die wenigsten Leute hier interessieren.

Deshalb nur ganz kurz: Du sprichst ja schon einen Punkt an. Es ist wie in der Wirtschaft und Politik: d.h. Business. Es geht genauso um das eigene Überleben. Wer nicht hart arbeitet fliegt raus, verliert Macht und Geld. Der Konkurrenzkampf besteht quasi täglich. Teilweise auch viel Affentheater wo man nur noch drüber lachen kann.
 
wenn man dann erfährt, wer die Stelle bekommen hat und man genau weiß, dass das der größte Nixchecker von da bis Texas ist.
Ich hab die Erfahrung gemacht, dass im wesentlichen entscheidend ist wie gut man sich selbst verkaufen kann. Gibt genug Leute die haben nichts drauf, können aber genau das.
 
Kennt sich hier jemand evtl. mit befristeten Arbeitsverträgen aus?

Ist es normal, nach einem befristeten Arbeitsverhältnis - und einer Übernahme in einen dann unbefristeten Arbeitsverhältnis - keinen neuen Arbeitsvertrag zu erhalten?

Das wäre dann ja ein mündlicher Arbeitsvertrag. Weil mit Ablauf des befristeten Arbeitsvertrags die dort festgehaltenen Bedingungen ja eigentlich nicht mehr automatisch weiter gelten, oder?
 
Ich hatte erst einmal in meiner Karriere einen befristeten Jahresvertrag, der wurde dann nach dem Jahr entfristet. Formal gab's da nur nen Brief dass die Befristung entfällt, mehr ist da eigentlich nicht nötig. Die im Arbeitsvertrag festgehaltenen Konditionen gelten weiterhin. Es ist theoretisch ja auch so, dass es gar keiner Schriftform bedarf. Wenn dir mündlich jemand mitteilt, dass du entfristet bist reicht das. Geht sogar soweit, dass wenn du am Tag nachdem der Arbeitsvertrag eigentlich ausgelaufen ist auf der Arbeit auftauchst und dich keiner nach Hause schickt, der Vertrag offiziell als entfristet gilt.
 
Top, danke euch.

Heißt dann also quasi, im Zweifel, falls es zum Fall der Fälle kommt, kann der befristete Arbeitsvertrag vorgelegt mit der ersten Gehaltsabrechnung nach Ablauf der Befristung (als Nachweis, dass danach weitergearbeitet wurde) und da kein neuer Arbeitsvertrag vorgelegt werden kann, gelten die Kondition des alten Vertrags.
 
Interessante Frage: Was, wenn man am zweiten Tag weggeschickt wird und am Ende des Monats keinen Gehaltsscheck erhält?
 
Klagen und feddisch.
Wie gesagt. Wenn du einen Tag nach dem Befristungsdatum Arbeiten gehst und dich keiner nach Hause schickt, dann stehts du im Unbefristeten Verhältnis.
 
Klagen und feddisch.
Wie gesagt. Wenn du einen Tag nach dem Befristungsdatum Arbeiten gehst und dich keiner nach Hause schickt, dann stehts du im Unbefristeten Verhältnis.
im prinzip richtig. allerdings gibt es trotzdem einige probleme. da man aber 3monate vor befristungsende eh zum amt muss, wird man vorher schonmal beim chef anfragen, wie es aussieht. kommt nichts, während der arbeits zeit zum amt arbeitslos melden.
 
Klagen und feddisch?
Auf so ein Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer hätte ich aber auch keinen Bock.

In vielen Betrieben ist es doch so, dass ein einseitiges Pamphlet kommt, in welchem sinngemäß steht:
Der zum XX.XX.XXXX geschlossene Arbeitsvertrag wird zum XX.XX.XXXX in einen unbefristeten Arbeitsvertrag geändert. Alle weiteren Konditionen bleiben unverändert bestehen.

Im Zweifel einfach anfragen und darum bitte, eine unbefristete Ausfertigung zu bekommen (kannst ja als Vorwand nutzen, dass du einen Kredit möchtest und dafür einen unbefristeten Arbeitsvertrag vorlegen musst).
 
Also ansich ist ein Änderung des Vertrages nicht nötig.. bei meinem Nebenjob kam die Änderung mal 1 Jahr danach, bei meinem Hauptjob arbeite ich jetzt schon seit über 3 Jahren oder so ohne die Unbefristung. :d
 
Das gleiche trifft auch auf mich zu. Ich möchte niemals Führungskraft werden bzw. sein. Obwohl ich es eines Tages wohl sein "muss" um in meinem Job (und im Bezug auf das was ich machen möchte) überleben zu können. Aber ehrlich gesagt habe ich darauf weder Lust noch sehe ich mich als besonders geeignet. Mit anderen arbeiten geht für mich in Ordnung. Aber den "Alpha" zu spielen der dann auch unbequeme Mitarbeiter führen muss? No thanks.
Meine Meinung dazu: wenn du dich dafür ungeeignet hältst, bist du vermutlich besser dafür geeignet als viele andere Personen. Du bist dir bewusst was du kannst und was du nicht kannst, das hilft bei der Mitarbeiterführung. Da gehts oft darum die eigenen Fähigkeiten und jene der Mitarbeiter richtig einschätzen zu können, zu Vertrauen und im Zweifelsfall doch steuernd einzugreifen. Ist sehr spannend und etwas anderes, als selbst alles zu erledigen. Zumindest ist das mein Zugang zum Thema Führung, auch wenn es mir nicht immer gelingt es auch so umzusetzen.

Genau so könnte es jetzt aber auch mit dem vermeintlich schlechteren Kollegen sein. Ich habe selbst so einen Fall in der Firma, der gerade als Manager (ich verwende bewusst nicht Führungskraft), also neuer Teamleiter eine deutlich bessere Figur macht als vorher als Mitarbeiter. Er nimmt die Themen & Verantwortung an, kümmert sich darum und verteilt die Aufgaben. Natürlich darf er noch einiges lernen, aber als Mitarbeiter hätte ich ihn längerfristig nicht gesehen (war aber nicht mein "Problem", ist also meine Einschätzung auf Basis der fachlichen Zusammenarbeit). Wie er sich im Umgang mit den eigenen Mitarbeitern schlagen wird (persönlich) steht aber noch in den Sternen. Zumindest ist ein Wille zur Weiterentwicklung da, das finde ich grundsätzlich positiv.

Ich selbst war mir auch nicht sicher, ob eine Führungsposition das richtige für mich ist und hatte mir selbst die Vorgabe gesetzt, nach 1/2 bis max 1 Jahr nach dem Wechsel für mich selbst zu evaulieren: macht mir der Job Spaß? Sind meine Mitarbeiter zufrieden? Und habe ich das Gefühl etwas zu erreichen? Zu 100% habe ich die Fragen nicht mit "Ja" beantworten können, aber doch deutlich genug um den Job dann über 3 Jahre zu machen + einige Zeit "inoffiziell" vorher schon (das hat geholfen um in die Rolle reinzuwachsen).
 
Meine Meinung dazu: wenn du dich dafür ungeeignet hältst, bist du vermutlich besser dafür geeignet als viele andere Personen. Du bist dir bewusst was du kannst und was du nicht kannst, das hilft bei der Mitarbeiterführung. Da gehts oft darum die eigenen Fähigkeiten und jene der Mitarbeiter richtig einschätzen zu können, zu Vertrauen und im Zweifelsfall doch steuernd einzugreifen. Ist sehr spannend und etwas anderes, als selbst alles zu erledigen. Zumindest ist das mein Zugang zum Thema Führung, auch wenn es mir nicht immer gelingt es auch so umzusetzen.

Würde ich so sofort unterschreiben. Und besser Leute, die in eine Führungsposition reinwachsen als irgendwelche Selbstdarsteller, die sich besonders oft auf Kosten anderer hervortun. Leute, die ihre (zukünftige) Rolle hinterfragen und auch ihre eigenen Fähigkeiten beurteilen können sind mir immer lieber. Klar ist die erste Priorität von Mitarbeiterführung die Unternehmensziele zu erreichen - aber ständig nur Druck zu machen motiviert auch keinen Mitarbeiter.
 
Ob befristet oder unbefristet ist nicht wirklich so unterschiedlich.
Weil einen Schutz vor einer betriebsedingten Kündigung hast du nicht, wenn du sowas willst schnell Kind zeugen und in Elternzeit gehen. :sneaky:
(Aber selbst da ist es möglich gekündigt zu werden nur nicht so einfach).
 
Update - Ist leider nichts geworden.
Ein Grund war unter anderem mein Alter. Aber man hat zumindest gesehen, dass ich mich in die Richtung entwicklen will und ich soll ein paar Management-Schulungen bekommen und auch ein paar größere Projekte betreuen, dann sollte es demnächst zumindest mit der Senior-Position was werden und vielleicht ergibt sich später einmal eine andere Führungsposition.

Und Zack hängt die Karotte wieder etwas höher.
Also prinzipiell würde ich selbst NIEMALS nach dem Status einer Bewerbung nachfragen (kam hier so rüber) und ich würde auch nie wieder zu sehr für eine Stelle brennen.
Entweder man erkennt dein Potential von Anfang an oder du MUSST die Firma wechseln, anders habe ich dies bisher nicht erlebt.
Es gibt Mitarbeiter die verstehen sich so blendend mit dem Chef und Powerpoint, da ist es egal was du fachlich oder in Projekten leistest. Es spielt keine Rolle, du wirst auf ne Schulung irgendwann nach Corona oder wenn es gerade passt - vermutlich niemals.
Gerade knappe Entscheidungen, seien wir mal offen und ehrlich. Wenn du in Betracht gekommen wärst, man hätte dich schon gefragt.
Die Realität ist hier leider oft nicht so toll...

Würde ich so sofort unterschreiben. Und besser Leute, die in eine Führungsposition reinwachsen als irgendwelche Selbstdarsteller, die sich besonders oft auf Kosten anderer hervortun. Leute, die ihre (zukünftige) Rolle hinterfragen und auch ihre eigenen Fähigkeiten beurteilen können sind mir immer lieber. Klar ist die erste Priorität von Mitarbeiterführung die Unternehmensziele zu erreichen - aber ständig nur Druck zu machen motiviert auch keinen Mitarbeiter.

Ich auch!
 
Das sowieso aber noch schlimmer fand ich in meiner alten Firma dass diese Mitarbeiterbefragungen einfach zur Alibi-Charakter hatten. Besagte Teamleiterin in meiner Abteilung hatte in ihrer Beurteilung durch die Mitarbeiter wirklich fast alle 20 Fragen auf rot sprich komplett negativ bewertet mit der Schulnote mangelhaft oder ungenügend. Am schlimmsten waren die Bewertungen von "FK behandelt die Mitarbeiter mit Respekt", "FK hat mein volles Vertrauen" und "FK sorgt für eine gute Zusammenarbeit" (wenn ich es richtig im Kopf habe).

Hat der Abteilungsleiter nach der Bewertung das Gespräch mit ihr gesucht? Nö.
Hat die Personalabteilung nach der Bewertung das Gespräch mit ihr gesucht? Nö.
Gab es irgendwelche Konsequenzen für sie oder Schulungen? Nö.
Gab es irgendwelche Konsequenzen nach den ganzen Kündigungen? Nö.
 
Der Fisch fängt halt am Kopf zu stinken an ^^
 
Ich soll nun doch mein Zeugnis bekommen und muss nun alles selbst schreiben ist das zulässig? Der AG unterschreibt dann nur noch!
 
Ja, ist nicht unüblich, deshalb hab ich mir nie eines unterschreiben lassen, irgendwie unnötig
 
Das kommt nicht gerade selten vor, dass der Vorgesetzte kein Bock drauf hat. Ist egal, Zeugnisse sind eh nix Wert weil die eh immer überzogen gut sind.
 
Ich soll nun doch mein Zeugnis bekommen und muss nun alles selbst schreiben ist das zulässig? Der AG unterschreibt dann nur noch!

Becker Arbeitszeugnis Software. Paar mal 2 verteilen, Rest 1 und abfahrt.

Management-Riege -> wenn man Bock drauf hat.

Arbeitsplatzbefragungen werden oft "vertrimmt" weil amerikanische Auswertungen genutzt werden.
Sprich du kannst zwischen Schulnoten 1 - 6 ankreuzen.
1-4 gelten dann als gut. Nur 5 und 6 als schlecht z.b.
Daher bei sowas immer maximal oder minimal ankreuzen.

Natürlich wird der Chef es nicht ernst nehmen, sein direkter Chef auch nicht. Aber irgendwer wird da schon mal drauf hauen.
Das schöne ist, so Kram landet dann bei denn in den Zielvereinbarungen. Einige arbeiten dann daran, der Rest sucht sein Glück woanders... manchmal auch nicht das schlechteste Los.
 
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