Moin,
Es ist hier in diesem Thread etwas ruhig geworden, was ich gut nachvollziehen kann. Ich habe den Umbau meines Kingston DDR5-RAM FURY Renegade 6400 MHz 2x 48 GB KF564C32RSK2-96 Kits lange aufgeschoben, denn die Situation rund um DIMM-Modifikationen lässt sich mittlerweile fast mit dem Motto «No Risk, No Gain» beschreiben. Aber ich habe es nun trotzdem getan
Für mich war es eine neue Erfahrung, die RAMs in Isopropanol Bad einzulegen. Da die originalen Heatspreader von Kingston nicht besonders leistungsstark sind und explizit mit schlanken Kühlkörpern beworben werden, tragen sie wenig zur Kühlleistung bei, welche für optimierte Timings und Taktraten notwendig wäre. Deshalb habe ich mich für das Bykski DDR5 Memory Copper Air Cooling Armor entschieden, welcher problemlos auf den Kingston FURY Renegade DIMM passt.
Ich habe die Methode angewendet, bei der die Riegel nach einem einstündigen Bad in 99.9%igem Isopropanol eine Stunde lang bei 55°C im Umluftbackofen getrocknet werden, und das Ganze etwas dokumentiert.
Zur Vorbereitung des Bades wurden Isopropanol von Höfer Chemie, ein Glasbehälter mit Deckel sowie Handschuhe verwendet. Die Iso-Flüssigkeit (2-Propanol) und die Rückstände habe ich später in einer kleinen PET-Flaschen im Hausmüll entsorgt. Um das Fehler Risiko und die Computer Downtime zu minimieren, habe ich die DIMMs einzeln behandelt. Für den Single-Channel-Betrieb mussten die DIMMs auf meinem Asus-Board nicht umgesteckt werden, was sehr praktisch war. Ein kleiner Fun-Fact am Rande: Im Single-Channel-Betrieb verringert sich die Leistungsaufnahme im Idle um 9 W, im Desktop-Modus ist der Unterschied gegenüber dem Dual-Channel-Betrieb hingegen kaum Messbar.
Die Klebepads von Kingston sind recht hartnäckig, aber ein etwa einstündiges Bad in Isopropanol hat sich bewährt. Um die Originalen Pads von den ICs abzulösen, sollte man den Heatspreader vorsichtig mit einem kleinen Schraubendreher an der Seite des DIMMs aufspreizen und die Riegel mehrmals zurück ins Isopropanol-Bad legen. Dabei muss man darauf achten, dass der Kleber zwischen dem IC und dem Heatspreader nicht reissst, da es sonst sehr mühsam wird, die Klebereste von den ICs zu entfernen. Dies ist mir auf einer Seite des Dual Rank DIMMs passiert, woraufhin ich die Rückstände mit viel Vorsicht mittels eines Sackmessers entfernt habe. Es gibt anscheinend auch eine Methode, bei der man das Klebeband im Gefrierfach abzieht. Ebenfalls ist ein Holz-Zahnstocher nützlich, um Klebereste von den IC-Lötpunkten zu entfernen.
Die Thermal Pads von 0.5 mm Dicke von Bykski sind gemäss meinen Tests in Ordnung, jedoch sehr fragil, was einmal dazu führte, dass mir ein Thermal Pad beim Ablösen der Schutzfolie riss. Ich habe mir daraufhin die Arctic TP-3 (1 mm) besorgt, die zum damaligen Zeitpunkt im Online-Shop ab Lager verfügbar waren. Diese sind jedoch etwas zu dick, besonders wenn ein Dual-Rank-DIMM mit der Bykski-Memory-Air-Cooling-Lösung bestückt wird. Die Arctic TP-4 (0.5 mm) wurden später nachgereicht, woraufhin ich den DIMM-Channel A auf diese Pads umgerüstet habe, was jedoch kaum eine Temp-Verbesserung brachte.
Da ich meinen Computer gerne leise mag, ist mein Fractal Design North XL nur mit einem Frontlüfter oben und einem Rear-Back-Lüfter ausgestattet. Dies erzeugt einen horizontalen Push-und-Pull-Airflow durch das Gehäuse. Dadurch liegt der DIMM-Channel A naturgemäss im Windschatten des DIMM-Channel B, was das Bykski Memory Copper Air Cooling Armor Kit offenbar auch nicht wesentlich verbessern kann.
Für das initiale Temperatur-Benchmark mit der
Baseline Kingstone Heat-Sink in Zeile 1 habe ich die Lüfter während des OCCT-Heat-Stresstests auf eine statische Drehzahl eingestellt, die einem gängigen Gaming-Setup entsprechen. Im OCCT-Memory-Heat Preset wird das RAM nicht zu stark belastet, was zu moderaten Temperaturen führt.
Kingstone Heat-Sink und Bykski DDR5 Memory Copper Air Cooling Armor Heat-Sink ohne Ram-Fan
| Test (Typ, Dauer, Threads) | RAM-Konfiguration (MT/s / UCLK / MemVDD) | Kühlung RPM (CPU / Back / Front) | Thermal Pads (ChA / ChB) | Max. Temperatur (ChA / ChB) |
|---|
| OCCT Ram Heat (30min, 8T) | 6400MT/s / UCLK=1:2 / 1.4v | Arctic 36 CO 1200 / Noctua 14 G2 680 / Arctic P14 Pro 640 | Factory / Factory | 62.75°C / 58.75°C |
| OCCT Ram Heat (30min, 8T) | 6400MT/s / UCLK=1:2 / 1.4v | Arctic 36 CO 1200 / Noctua 14 G2 680 / Arctic P14 Pro 640 | Bykski 0.5mm / Bykski 0.5mm (gerissen) | 58.75°C / 60.00°C |
| OCCT Ram Heat (30min, 8T) | 6400MT/s / UCLK=1:2 / 1.4v | Arctic 36 CO 1200 / Noctua 14 G2 680 / Arctic P14 Pro 640 | Bykski 0.5mm / Arctic TP-3 1mm | 56.75°C / 52.00°C |
| OCCT Ram Heat (30min, 8T) | 6400MT/s / UCLK=1:2 / 1.4v | Arctic 36 CO 1200 / Noctua 14 G2 680 / Arctic P14 Pro 640 | Arctic TP-4 0.5mm / Arctic TP-3 1mm | 56.5°C / 52.00°C |
| OCCT Ram Heat (30min, 8T) | 6400MT/s / UCLK=1:2 / 1.4v | Arctic 36 CO 1200 / Noctua 14 G2 680 / Arctic P14 Pro 640 | Arctic TP-4 0.5mm / Arctic TP-3 1mm | 56.75°C / 52.00°C |
| Y-Cruncher FFTv4 (20min, 16T) | 6000MT/s / UCLK=1:1 / 1.45v | Arctic 36 CO 550-700 / Noctua 14 G2 560-620 / Arctic P14 Pro 520-560 | Arctic TP-4 0.5mm / Arctic TP-3 1mm | 67.00°C / 63.25°C |
| Ram Test Pro 1.5 (20min, 8T) | 6000MT/s / UCLK=1:1 / 1.45v | Arctic 36 CO 550-900 / Noctua 14 G2 560-620 / Arctic P14 Pro 520-560 | Arctic TP-4 0.5mm / Arctic TP-3 1mm | 66.00°C / 61.50°C |
| OCCT CPU-Ram (20min, 8T) | 6000MT/s / UCLK=1:1 / 1.45v | Arctic 36 CO 500-900 / Noctua 14 G2 570-630 / Arctic P14 Pro 580-660 | Arctic TP-4 0.5mm / Arctic TP-3 1mm | 68.55°C / 61.25°C |
Bei den wirklich harten RAM-Stresstests wie Y-Cruncher FFTv4, RAM Test PRO 1.5 oder OCCT CPU-RAM stieg die Temperatur mit den originalen Heat-Sink von Kingston nach bereits 25 Minuten auf 70 °C, was kurze Zeit später zum Absturz des Computers führte. Mit dem Bykski-Cooler verbesserte sich die Situation merklich, was jedoch für lange RAM-Tests mit UCLK=1:1 und MemVDD=1.4v+ auch nicht ausreichte. Deshalb habe ich mir noch einen Noctua NF-A9 (92 mm) zugelegt, der haargenau zwischen GPU und CPU passt und so Luft an die Byksk's bläst. Mit einer kleinen Aussparung, die ich mittels Feile am spröden Noctua-Lüftergehäuse angebracht habe, konnte der Lüfter passgenau unterhalb der RAM-Riegel montiert werden. Ein kleiner Fun-Fact dazu: Man sollte das Noctua-Gehäuse besser nicht mit dem Seitenschneider bearbeiten, da das Material extrem spröde und brüchig ist. Der Noctua NF-A9 ist bis ca. 1000 RPM in der Geräuschkulisse recht angenehm, darüber hinaus jedoch zu laut für meinen Geschmack.
Bykski DDR5 Memory Copper Air Cooling Armor Heat-Sink mit Ram-Fan
| Test (Typ, Dauer, Threads) | RAM-Konfiguration (MT/s / UCLK / MemVDD) | Kühlung RPM (CPU / Back / Front / Ram-Fan) | Thermal Pads (ChA / ChB) | Max. Temperatur (ChA / ChB) |
|---|
| Ram Test Pro 1.5 (∞ min, 8T) | 6000MT/s / UCLK=1:1 / 1.45v | Arctic 36 CO 550-900 / Noctua 14 G2 560-620 / Arctic P14 Pro 520-560 / Noctua A9 2000 | Arctic TP-4 0.5mm / Arctic TP-3 1mm | 46.00°C / 45.25°C |
| Y-Cruncher FFTv4 (∞ min, 16T) | 6000MT/s / UCLK=1:1 / 1.45v | Arctic 36 CO 550-700 / Noctua 14 G2 560-620 / Arctic P14 Pro 530-590 / Noctua A9 1900 | Arctic TP-4 0.5mm / Arctic TP-3 1mm | 50.00°C / 50.00°C |
| Y-Cruncher FFTv4 (30min, 16T) | 6000MT/s / UCLK=1:1 / 1.45v | Arctic 36 CO 550-900 / Noctua 14 G2 560-630 / Arctic P14 Pro 520-600 / Noctua A9 1000 | Arctic TP-4 0.5mm / Arctic TP-3 1mm | 59.75°C / 57.75°C |
| Ram Test Pro 1.5 (30min, 8T) | 6000MT/s / UCLK=1:1 / 1.45v | Arctic 36 CO 550-900 / Noctua 14 G2 560-630 / Arctic P14 Pro 520-600 / Noctua A9 1000 | Arctic TP-4 0.5mm / Arctic TP-3 1mm | 56.25°C / 55.00°C |
| Ram Test Pro 1.5 (3h15min, 8T) | 6000MT/s / UCLK=1:1 / 1.45v | Arctic 36 CO 550-900 / Noctua 14 G2 560-630 / Arctic P14 Pro 520-600 / Noctua A9 1000 | Arctic TP-4 0.5mm / Arctic TP-3 1mm | 52.75°C / 51.25°C |
| OCCT CPU-Ram (30min, 8T) | 6000MT/s / UCLK=1:1 / 1.45v | Arctic 36 CO 550-900 / Noctua 14 G2 570-630 / Arctic P14 Pro 580-660 / Noctua A9 1000 | Arctic TP-4 0.5mm / Arctic TP-3 1mm | 57.75°C / 55.25°C |
Das Bykski Memory Copper Air Cooling Armor Kit lohnt sich in der Anschaffung und sieht optisch ansprechend aus, auch wenn dies für mich kein entscheidender Kaufgrund war. Wer es günstig und unaufwendig mag, ist mit einem einfachen RAM-Lüfter auch gut bedient.