...waren viele Folgen einfach zu sehr in die Länge gezogen, weil alle 10 Minuten ein Charakter einem anderen für 10 Minuten nochmal explizit - natürlich mit Tränen in den Augen - beichten musste, wie sehr er/sie/es ihm/ihr am Herzen liegt. Das weiß ich als Zuschauer doch eh schon durch die vorherigen Staffeln und muss es nicht nochmal unnötigerweise extra ins Gesicht gedrückt bekommen. Hier hat man einfach zu sehr auf emotional machen wollen, sodass es bei uns genau das Gegenteil auslöste. Wir waren genervt. Und dann kam es zum Ende hin für die meisten Charaktere nicht mal wirklich zu lebensbedrohlichen Situationen. Wozu also dieser ganze Pseudo-Aufbau?
Apropos Pseudo-Aufbau: Die Motivation von Vecna wird bis kurz vor Schluss zurückgehalten, dann wirklich interessant aufgebaut. Da dachte ich "Cool, also wird er wahrscheinlich verlieren, weil er derjenige ist, der sich seiner Angst nicht gestellt hat."
Fand ich gut. Hätte ich gut gefunden. Denn man entschied sich dafür, dieses Potenzial liegen zu lassen und den Bösen einfach deswegen böse sein zu lassen, weil er böse sein wollte. Nicht mehr, nicht weniger. Davon ab wirkte der ganze Plot um Vecna auch irgendwie von Fantastic Four (2015) abgekupfert: Er war quasi Victor, der in eine Parallelwelt geriet, dadurch zum Bösen wurde (mal ganz simpel runtergebrochen) und am Ende deshalb die Erde zerstören wollte. Sehr innovativ!

Womit wir beim nächsten Thema wären: Abgekupfert. Wie viele Szenen es einfach gab, die (scheinbar) als Hommage an andere Filme gedacht waren und einfach nur peinlich waren. Spontan fällt mir die Szene im Krankenhaus mit den Hunden ein, die klar an die Raptorenszene des ersten Jurassic Park angelehnt war. Diese Szenen haben einfach nicht funktioniert, weil das ganze Drumherum schon nicht funktionierte. So auch die Schauspieler. Es wirkte, als würden sich erwachsene Schauspieler wie Kinder anziehen und versuchen, diese zu spielen, was einfach nur Fremdschämen auslöste. Und gleichsam gab es da die Kinder - vor allem Holly - die mit ihren 10 Jahren (die eigentlich erst 7 sein müsste laut Staffel 1 aber naja 🤷♂️) sich erwachsener verhalten hat als jedes andere Kind der Menschheitsgeschichte. Das macht einfach jedwede Glaubwürdigkeit zunichte. Und dann gab's da ja noch die Szene um Will in der vorletzten Folge... was sollte das denn bitte? Ja, in den 80ern war das noch ein Thema. Muss man es deshalb 2025/26 nochmal so hochkochen? Völlig überflüssig!

Weiterhin war vieles einfach inkonsequent: Das Militär wird da als omnipräsente, alles-sehende Macht etabliert und dann fahren die da in der einen Folge nachts mit ihrer Antenne quer durch Vorgärten, Zäune und was nicht alles und das erregt keine Aufmerksamkeit? Oder Dr. Kay... wer ist sie? Was ist ihre Motivation? In einem Dialog fragt ein anderer Soldat genau das. "Warum suchen wir das Mädchen überhaupt" - "Dafür braucht es keinen Grund" sagt Dr. Kay sinngemäß. Man war also scheinbar zu faul, sich damit im Writing auseinanderzusetzen. Ok. Fair enough. Aber am Ende löst sich alles in Wohlgefallen auf, als die Truppe in der Basis gestellt wird - wer hätte auch gedacht, dass das Militär sie dort erwarten könnte, wo doch alles sooo gut geplant war

- und die werden einfach alle gehen gelassen? Lazy writing anyone?
Ganz am Ende hat man sich dann natürlich auch nicht getraut, wirklich den Deckel drauf zu machen... die Kuh muss ja noch weiter gemolken werden. Ich könnte auf Pre- und/oder Sequel-Serien wetten... "Strange Things" oder "Strangest Things"?
