Ich bin u. A. wegen den geringen downtimes etc zu Linux / proxmox.
Wann war das? 1995?
Dass man Linux nicht mehr so oft Durchtreten muss, ist schon lange lange Geschichte.
Das liegt daran, dass so viel "müll" im Linux enthalten ist, ja, insbesondere im Kernel, dass da einfach nichts mehr zu machen ist.
Ein Linux Kernel hatte Mitte der 90er <1mio code lines.
Der 7er (2026) hat über 40mio code lines.
(man kann ja mal bei BSD z.B. schauen, was die haben)
Und code lines heißt defakto immer Patches, immer. Das war damals so und wird auch noch morgen so sein.
Sprich also, die Patchhäufigkeit hängt mit der Anzahl der code lines zusammen.
Und nun ist es so, dass man so nen Kernel halt nur bedingt im laufenden Betrieb patcht.
Ja, es gibt unter Linux, bedingt durch die Architektur, Möglichkeiten im laufenden Betrieb das eine oder andere unterm Arsch durchzupatchen. Aber das hat eben seine Grenzen.
Dass man mit nem Linux Uptimes im hohen 3-stelligen Tagebereich hat, habe ich schon etliche Jahr nicht mehr gesehen, zumindest nicht, wenn man das System aktuell halten will/muss.
Die Tendenz geht eher dahin, dass man Systeme (und damit sind insbesondere auch Apps gemeint) im Tagesrhythmus patcht.
Sprich, Willkommen in der IT.
Nach dem Patch ist vor dem Patch.
Man hat da nur eine Chance:
1. Systemarchitekturen bauen, die ein Ausnutzen von Sicherheitslücken maximal erschweren (man muss also nicht so oft Patchen)
2. Wichtig Dienste/Systeme redundant auslegen
3. Clustersysteme bauen
3.1. active/passiv Systeme bauen (es läuft System A 24/7, System B schläft, System B wird gepatcht, übernimmt die Workload von System A und System A schläft, repeat andersrum)
Und btw., das betrifft nicht nur Proxmox, das wäre ja fast noch easy.
Das betrifft auch die Netzwerkinfrastruktur z.B. .
Wir legen Netzwerkpfade generell redundant aus. Klar, primär wegen Gerätedefekten.
Der 2. und fast genauso wichtige Grund ist das Patching.
Man kann davon ausgehen, dass man 1x im Quartal patchen muss, ja, nen scheiß Switch/Router.
Und man will nicht, dass dann jedes mal die Workload down ist, insbesondere Interconnects zwischen Servern und Systemen mögen das nur bedingt. (z.B. nen iSCSI-Verbindung von einem Hypervisor zum Storage)
Daher gibt es sowas wie hotpatching auch im Netzwerkbereich.
Wenn einem das zu viel ist, dann lautet die einfachste Lösung, Abschalten. Geht immer, funktioniert garantiert.
PS: seid froh, dass ihr keine EnterpriseHW habt, 1x Server starten, gibt genug Zeit für ne Sitzung auf dem Thron. -> für nen großen Cluster muss man also vorher genug vom Passenden essen