Meine Frau macht grad ne recht schwere Zeit durch, was Gewicht und Körper angeht. Sie war wegen Depression/Angststörung eine ganze Weile im Krankenhaus, und die Chemie die ihr jetzt sehr gut hilft, kickt übel rein.
Sie hatte nie Probleme mit dem Gewicht, konnte essen was sie wollte, aber jetzt? Geht auf wie ein Hefekuchen und ist unglaublich unglücklich deswegen. :/
Ich versuche sie jetzt so oft zum Sport mitzuschleppen wie möglich, und wir zählen jetzt Kalorien, aber es ist echt hart, wenn man sich ein doch recht langes (50 Jahre) Leben lang, nie mit sowas rumschlagen musste.
Falls ihr noch Vorschläge habt... ich sage ihr immer, sie soll sich überwinden und Krafttraining an Geräten machen. Das hilft am besten. Da liege ich doch richtig, oder?
Kein leichtes Thema, gerade wenn der Umbruch so groß ist. Und vor allem kommen da mehrere Faktoren zusammen. Mit nur einer Sache wird sie da nicht alles wieder ins Lot bringen. Die Situation gibt zum Glück auch Gelegenheit, das Lot zu hinterfragen. Nur, weil sie sich darüber bisher keine Gedanken machen musste, heißt das nicht zwingend, dass alles gut war. Der menschliche Körper toleriert erstaunlich viel und oft zeigen sich Folgen erst viel später. In solchen Situationen ist es also sinnvoll, sich über einige grundsätzliche Punkte wie Ernährung, Schlaf, Bewegung,... Gedanken zu machen. Wenig motivierend ist natürlich die Eigenheit, dass nichts davon wirklich schnell wirkt.
Es gibt nicht wenige Medikamente, die sich ungünstig auf den Hormonmix auswirken. Das kann schon reichen, um zu Gewichtszunahme zu führen. Das bekäme man in dem Fall auch mit viel Bewegung nicht wirklich gut hin, weil Ernährung hier ein weit größerer Faktor ist. Es lohnt sich, da einen Blick drauf zu werfen und ggf. Gewohnheiten zu hinterfragen. Nicht zu radikal sein, sonst halten es schon nicht-depressive Menschen kaum durch. Lieber langsam, immer mal ne Kleinigkeit verändern und immer darauf achten, dass Essen noch schmeckt und Spaß macht.
Btw: Die Bauchspeicheldrüse interessiert sich nicht so sehr für die Zahl an Kalorien. Achte eher auf Qualität, Frische und Auswirkungen auf Insulinspiegel.
Bewegung, was Dom sagt:
Am Besten hilft, wozu sich Leute selbständig motivieren können.
Bewegung ist erst mal anstrengend. "Damit ich vielleicht mal weniger wiege" ist keine gute Motivation, vor allem nicht für depressive Menschen. Sucht euch etwas, was ihr Spaß macht. Es gibt mehr als nur fünf Sportarten. Und wenn es am Ende Bogenschießen aus dem Kajak ist:
Irgendwas machen ist halt besser als gar nix machen.
Irgendwas in einer Gruppe dürfte auch ne gute Idee sein. Am besten in einem Umfeld, wo nicht verurteilt wird.
Dazu das Übliche: Wenig Stress, keine Gifte, guter Schlaf.
PS: Auch der Kopf spielt ne Rolle. Wenn ihr Aussehen immer wichtig war, fühlt sich das jetzt erst mal doof an. Das ist völlig normal. Auch hier kann man hinterfragen, für wen man das tut. Eine gewisse Akzeptanz, dass es jetzt nicht mehr wie vor fünf Jahren ist, hilft. Andere Voraussetzungen, andere Ergebnisse. Hinterfragen, was man möchte. Und warum. Und wie viel man bereit ist, dafür zu tun.
hat man vorher nie trainiert, holt man sich doch in nem Monat schnell mal drei Kilo Muskeln dazu.
Ist sehr individuell. Ich würde das zB nie schaffen. Gut, ich habe auch noch nie explizites Krafttraining gemacht (finds einfach langweilig), aber mehr als 5kg pro Jahr waren noch nie drin.