der sich für die kurze Zeit von 56 Sekunden mit einem übertriebenen Power Load in den Benchmarks eine Mehrleistung erschummelt, diese weit weg von dem liegt, was den Nutzer in der Praxis geboten wird.
Nein. Erstens hängt das echte Power Limit immer von den BIOS Einstellungen ab, die gerade bei den Retail Mainboards mit Z Chipsätzen oft weit über dem liegen, was Intel spezifiziert. Dann ist der Sinn von PL2, also das Power Limit für kurze Zeit (tau, meist 28s oder 56s) anzuheben, nicht um gute Benchmarkergebnisse zu bekommen, sondern damit kurzfristige Lasten schneller abgearbeitet werden können, wodurch sich der Rechner flüssiger anfühlt, ohne gleich eine fette Kühlung passende für die PL2 verbauen zu müssen. Die meisten Gamer scheinen aber schon wegen der Optik sowieso fette 360er AiO oder mehr zu verbauen, da geht der Aspekt der Auslegung der Kühlung dann natürlich unter.
Standardkühlung waren nah an den 188W dran, Performance Luft Kühlung waren schon 253W und Wasserkühlung waren 4096W (!)
Das war vielleicht der Standard eine Boardherstellers, aber nie von Intel. Die 188W waren meines Wissens das Mindeste was ein Boad liefern können musste um für die entsprechenden CPUs kompatibel zu sein, die 253W sind das Limit für PL2 und im Performance Profile (was dann meist auch beim Intel Profile verwendet wurde) dann auch das Limit für PL1. Das Performance Profile gibt es aber nicht für alle CPUs, nur die K Modelle, für die anderen und Im normalen Profile war PL1 dann z.B. 125W.
Man muss da wirklich unterscheiden zwischen dem was die Mainboardhersteller machen und dem was Intel vorgibt. 700W TDP werden bei den Nova Lake-S sicher nicht im Datenblatt stehen, auch nicht bei den 52 Kernern. Wobei, wenn heute bei den Rechenzentren nur noch die GW angegeben werden, statt der Rechenleistung wie es früher mal üblich war, kann man sich da auch nicht mehr so ganz sicher sein.
Eine Non-Black Edition einer i9-CPU agiert nicht automatisch VRM-freundlich. Dafür sind dann ehr die T-Modell zu empfehlen, diese mit ihren extremen Turbo Core States auch nicht gerade ohne sind.
Es gibt ja auch schon einige B Boards wo mit Allcore-OC geworben wird und dies ist einfach das Anheben der Power Limits um mehr Takt bei Last auf allen Kernen mehr Takt zu ermöglichen. Das geht mit allen Boards, sofern deren Spawas mitspielen und allen CPUs, auch den T Modellen. Die sind für Heimanwender im Selbstbau Rechner mit Retail Mainboard recht unsinnig, da kann man die Power Limits dann auch für die anderen CPUs so gering wie bei einer T CPU einstellen. Anders ist es bei den OEM Rechnern, deren Mainboards stellen meist die Power Limits streng nach Intel Vorgaben ein, manchmal noch strenger, weil sie PL2 auch nur auf PL1 (also eben die TDP Angabe) einstellen.
Bei den Retail Mainboards ist das aber eben anderes, da stellen die Mainboard Hersteller gerne ein was sie wollen und gerne mehr als Intel vorgibt, aber dafür ist es dann auch einstellbar und das war schon bei meinem Z97 Board so.
Das ein 80€-Board mit H-Chipsatz nicht für High-End-CPUs gedacht ist sollte man anhand der Kompatibilitätsliste sehen.
btw, es gibt auch B-Boards mit guter Spannungsversorgung.
Die H Boards haben meist nicht die fetten Spawas wie die Z Boards, denn das ist einer der großen Kostentreiber bei einem Mainboard. Die Chipsätze selbst kosten nicht so viel, die Z sind bei knapp unter 60$ angekommen und der kleinste H kostet immer etwa halb so viel wie der große Z. Erinnert sich noch jemand an das ASRock Z97 Anniversary? Das war damals das mit Abstand günstigste Z97 Board und für den Pentium Anniversary Edition G3258 2 Kerner mit offenem Multi gedacht. Das haben viele Deppen aber nicht gepeilt und da ihre 4 Kerner K CPUs drauf gepackt und sich beschwert, dass man diese damit kaum übertakten konnte. Das lag an den schwachen Spawas, die geholfen haben den Preis zu senken und ausreichend waren den 2 Kerner zu übertakten, aber eben nicht die 4 Kerner so übertakten zu können wie es bei den anderen, weit teureren Z97 möglich war.
Der Sinn warum es überhaupt unterschiedliche Chipsätze gibt, ist eigentlich damit die Kunden schon daran erkennen können, was von einem Mainboard zu erwarten ist. Ein Board wo man die CPU nicht übertakten kann, braucht eben eigentlich keine fetten Spawas, kann also billiger sein, ist aber eben nicht die richtige Wahl für Leute die eben übertakten wollen. Da Übertakten heute aber vor allem Allcore-OC ist und die Leute einfach den Sinn hinter den unterschiedlichen Chipsätze nicht begreifen und hoffen für wenig Geld mehr zu bekommen, wollen sie von H oder B Boards für weniger Geld als für ein Z Board trotzdem das Gleiche bekommen. Die Hersteller kommen denen bei den B Boards dann teilweise entgegen, dafür kosten diese Boards dann aber auch entsprechend. Auch Intel macht da leider mit, wenn sie RAM OC auf B Boards erlauben, denn dafür braucht man bessere Materialien, mehr Aufwand beim Routing, ggf. mehr Layer für eine bessere Abschirmung, alles Dinge die die Kosten nach oben treiben.
Irgendwann kann man dann auch wie bei den HEDT schon immer üblich, auch nur noch einen Einheitschipsatz anbieten und sollte sich dann aber nicht über entsprechend hohe Mainboardpreise und das Fehlen günstiger Mainboards beklagen.
nahezu jedes H810 Board würde auch einen Core Ultra 9 285K und und jedes A620 Board einen Ryzen 9 9950X3D unterstützen, wobei diese Premium-CPUs natürlich in der Praxis kaum auf einen H810 oder A620 Board landen werden.
Weil die Nutzer solcher CPUs ja dann auch mehr Leistung wollen, als diese Billigboards liefern können, denn deren Preise sind vor allem deswegen geringer, weil eben überall gespart wird, auch bei der Dimensionierung der Spawas. Wenn da dann ein 285K nicht über 188W ziehen darf, weil das Board nicht mehr liefern kann, dann liegt dessen Leistung eben unter der eine 285K auf einem Z Board wo er selbst im Intel Profile mit PL1=PL2=250W betrieben wird und im Profile des Mainboardhersteller mit noch höheren Power Limits.