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Totgeglaubte leben länger: Instant-Messaging-Dienst ICQ ist wieder da

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Lange vor dem großen Siegeszug von Messenger-Diensten wie WhatsApp, Telegram oder Signal gab es bereits in den späten 90er Jahren mit ICQ einen Instant-Messaging-Dienst, der sich großer Beliebtheit erfreute. Mit ICQ konnte man neben Textnachrichten auch Bilder oder andere Dateien an seine Kontakte verschicken. In späteren Versionen konnten sogar Sprachnachrichten geteilt werden, lange bevor der Dienst Skype das Licht der Welt erblickte. Ab dem Jahr 2009 ließ sich ICQ sogar als App auf dem iPhone nutzen. Im Juli 2010 folgte eine Version für Android-Geräte.

Obwohl ICQ mit über 100 Millionen Nutzern das neue Jahrhundert als Marktführer begann, verlor der Dienst mit den Jahren immer mehr an Relevanz. Nachdem ICQ in der Vergangenheit mehrmals verkauft wurde, befindet sich der Messenger-Dienst aktuell im Besitz des russischen Betreibers von Mail.ru. 

Jetzt soll ICQ wieder an längst vergangene Erfolge anknüpfen. Aus diesem Grund haucht der russische Konzern dem Dienst neues Leben ein. Mit ICQ New soll jetzt das große Comeback des einst so beliebten Messengers erfolgen. ICQ New lässt sich auf dem Mac, Windows PC und Linux nutzen. Ebenfalls gibt es eine entsprechende App für Android- und Apple-Smartphones.

Neben dem bekannten Namen bietet das neue ICQ unter anderem eine Umwandlung von Audio-Nachrichten in Text (aktuell nur Englisch und Russisch) sowie Smart Replies. Dabei handelt es sich um automatisch generierte Vorschläge für Antworten. Die beliebten Sticker aus Telegram oder WhatsApp sind ebenfalls verfügbar. Des Weiteren lassen sich Audio- oder Videoanrufe mit Gruppen von bis zu 25.000 Nutzern durchführen. Ebenfalls ist es möglich, seinen Usernamen für die Kontaktaufnahme zu teilen, um nicht die Handynummer weitergeben zu müssen. Eine eigene ICQ-Nummer lässt sich, wie dies in der Vergangenheit der Fall war, jedoch zur Kontaktaufnahme nicht austauschen. 

Da sich aber in über 20 Jahren einiges geändert hat, ist in der heutigen Zeit gerade bei Messenger-Diensten das Thema Verschlüsselung sehr wichtig. Dies scheint man beim neuen ICQ New allerdings anders zu sehen, denn der Betreiber gibt in seinen Datenschutzrichtlinien eindeutig zu verstehen, dass eine Verschlüsselung bei der Kommunikation über ICQ New nicht stattfindet. Somit ist aktuell von einer Nutzung abzuraten. Wer sich derzeit nach einem neuen Messenger umsieht, sollte sich den freien Messenger-Dienst Signal genauer anschauen. Dieser ist Ende-zu-Ende-verschlüsselt und wird von einer gemeinnützigen Stiftung betrieben und nicht von einem Unternehmen, das sich auf die Vermarktung von Kundendaten spezialisiert hat. Ebenfalls ist es möglich, auf seinem Smartphone/Tablet zwei Messenger-Dienste zeitgleich zu betreiben.

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