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Software Defined Silicon: Intel will CPU-Funktionen per Lizenz freischalten

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intel-2020In einem Patch für Linux ist ein Treiber eingereicht worden, der offenbar auf die Einführung von "Intel Software Defined Silicon" hindeutet. Darauf wurde die auf Linux spezialisierte Seite Phoronix aufmerksam. Gerüchte zu einem Linzenz- bzw. Opt-In-Modell für Prozessoren gibt es bereits. Software Defined Silicon stellt eine Möglichkeit dar, wie bestimmte Funktionen eines Prozessors nachträglich aktiviert werden können.

Hersteller von Prozessoren unterscheiden bereits heute verschiedene Funktionen bzw. legen bestimmte Modelle entsprechend der Bedürfnisse des Kunden auf. So gab es in der Vergangenheit bei den EPYC-Prozessoren Modelle mit gleicher Anzahl an Kernen, aber unterschiedlich großem L3-Cache. Intel unterscheidet in seiner Xeon-Serie zudem zwischen Modellen mit maximaler SGX-Kapazität (speziell abgesicherter Speicherbereich) und solchen mit Unterstützung für die Speed Select Technology.

Die Möglichkeit spezielle Funktionen nachträglich freizuschalten, gibt es aktuell allerdings noch nicht bzw. diese wird noch nicht angewendet. Die Hinweise auf einen Treiber für Intels Software Defined Silicon (SDSi) legen nun nahe, dass sich dies in naher Zukunft ändern könnte. Beschrieben ist der Treiber mit "post-manufacturing mechanism for activating additional silicon features".

Der SDSi greift auf das Interface des Prozessors zurück, welches wiederum auf Ebene des Userspace ein Authentication Key Certificate entgegennimmt und in den internen NVRAM des Prozessors schreibt. Ein SDSi State Certificate wird ausgelesen und beschreibt die jeweilige Konfiguration und damit die freigegebenen Funktionen des Prozessors.

Leider geben die bisherigen Daten zum Software Defined Silicon noch keine weiteren Informationen preis, in welchem Umfang Intel die Funktion nutzen wird. Es gibt allerdings schon ein GitHub Repository dazu. Hier gibt es auch keine kurze Readme:

"Intel Xeon family processors with support for Intel Software Defined Silicon (SDSi) allow the configuration of additional CPU features through a license activation process.

Documentation in this repo provides information about the OS interface used to communicate with SDSi hardware/firmware to perform CPU provisioning and other related tasks."

Es ist also noch unklar ob, wann und in welchem Umfang Intel einige Funktionen seiner Xeon-Prozessoren mit Lizenzmodell versehen wird. Vor einigen Jahren gab es schon einmal einen ähnlichen Anlauf. Der Intel Upgrade Service ermöglichte für bestimmte Core- und Pentium-Prozessoren per Freischaltung einen höheren Takt. Selbst die Kapazität des Caches wurde damals angepasst. Damals versuchte Intel das Modell für Desktop- und Mobile-Prozessoren zu etablieren, stellte es aber in den darauffolgenden Generationen wieder ein. Nun scheint man einen erneuten Anlauf im Servermarkt zu starten. Ob dies schon mit den kommenden Xeon-Prozessoren Sapphire Rapids der Fall sein wird, bleibt abzuwarten.