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Marvell steigt aus dem Markt für klassische ARM-Server-CPUs aus

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marvell-thunderMarvell hat offenbar einen auf­se­hen­er­re­genden Wechsel in der Produktstrategie seiner ThunderX-Prozessoren vollzogen. Im Rahmen der Bekanntgabe der Zahlen für das zweite Quartal 2020 hat Matt Murphy, President und CEO von Marvell, den Schritt angekündigt. Anstatt den "klassischen ARM-Servermarkt" – wenn es diesen denn in dieser Form bereits gibt – bedienen zu wollen, will Marvell nur noch Custom-Lösungen anbieten.

"With our breadth of processor knowhow and now our custom ASIC capability, Marvell is uniquely positioned to address this opportunity. A significant amount of unique ARM server processor IP and technology we have developed over the last few years is ideal to create the custom processors hyperscalers are requesting. Therefore, we have decided to target future investments in the ARM server market, exclusively on custom solutions. The business model will be similar to our ASIC and custom programs, where customers contribute engineering and mask expenses to NRE for us to develop and produce products specifically for them. We believe that this is the best way for us to continue to drive the growing adoption of our base compute within the server market."

Vermutlich sieht sich Marvell mit gezielteren Lösungen besser aufgestellt. Der ARM-Servermarkt ist noch recht überschaubar. Einzig Amazon bietet in seinen Elastic-Cloud-Instanzen bereits Zugriff auf den eigenen Graviton-2-SoC. Bei Ampere will man noch in diesem Jahr ein Angebot mit bis zu 80 Kernen schaffen und Nuvia steht als Startup mit aggressiven Ambitionen ebenfalls in den Startlöchern.

Marvell ist mit seiner Produktpalette bereits stark auf besonders ausgelegte und angepasste Lösungen ausgelegt. Offenbar geht man mit den ThunderX-Prozessoren nun einen ähnlichen weg. Im Frühjahr präsentierte man den ThunderX3 mit 96 Kerne und SMT4 für 384 Threads. Der Takt des Prozessors soll bis zu 3 GHz erreichen. Die Thermal Design Power lässt sich zwischen 100 und 240 W einstellen. Gefertigt wird der ThunderX3 in 7 nm bei TSMC, wobei keine genauen Details zur Fertigung bekannt sind.

Ob es den ThunderX3 in dieser Form auf den Markt schaffen wird, bleibt abzuwarten. Gigabyte stellte erst kürzlich Mainboards bzw. Server vor, die diesen Prozessor vorwenden sollten. In den nächsten Monaten wird sich also zeigen, welche Richtung Marvell in diesem Bereich eingeschlagen hat.