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Produktende: Intel stellt VCA2-Videobeschleuniger mit drei Xeons ein

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intel-vcaAus offensichtlichen Gründen konzentrieren wir uns in den Tests und der Berichterstattung auf Produkte, die den Endkunden betreffen. Intel bietet aber auch zahlreiche Speziallösungen, die für viele unter dem Radar laufen. Eine dieser Produktlinien sind die Visual Compute Accelerator und im Speziellen die aktuellen Visual Compute Accelerator 2 (VCA 2), die Mitte 2017 eingeführt wurden.

Per Product Change Notification hat Intel nun das Ende dieser Produktlinie angekündigt. Die letzten Bestellungen werden zum 1. August 2020 angenommen. Im Rahmen des Produktionsendes wird Intel auch die Weiterentwicklung der Software der VCAs einstellen. Man wird die Kunden im Rahmen der Garantie weiter betreuen, wenn es zu Fehlern und Problemen kommt.

Doch wir wollen den VCA-Karten noch einmal in Erinnerung rufen, weil sie ein interessantes Stück Hardware sind. Es handelt sich um recht große PCI-Express-Karten, die 16 Lanes nach dem 3.0-Standard verwendeten. Ihr Anwendungsbereich war im Media-De- und Endcoding zu suchen. Auf dem PCB setzte Intel gleich drei Xeon E3-1585L v5 mit jeweils vier Kernen ein. Diese basieren auf der Skylake-Architektur, Intel ist für die VCA aber eigentlich nur an der QuickSync-Funktionalität interessiert. Man verwendet also fast ausschließlich die integrierte Grafik Iris Pro Graphics P580 (GT4e), die in diesem Fall von Intel um 128 MB eDRAM ergänzt wurde. Die TDP der Prozessoren lag bei 45 W bei einem Basistakt von 3,0 GHz.

Die drei Prozessoren mussten sich die 16 PCI-Express-Lanes teilen, mit der sie an den Server angebunden wurden. Intel verwendete PCI-Express-Switches, um die Lanes entsprechend aufzuteilen. Jedem Prozessor standen acht Lanes zur Verfügung. Optional konnte eine M.2-SSD mit bis zu 168 GB installiert werden. Der Arbeitsspeicher wurde mit zwei SO-DIMMs pro Prozessor (und zwei Speicherkanälen) angebunden. Es war möglich 64 GB DDR4-2133 pro Prozessor zu verbauen.

Die Thermal Design Power eines VCA 2 liegt bei 235 W. Die Kühlung erfolgte entweder über zwei Radiallüfter auf der Karte selbst oder aber den Luftstrom im Server, sodass die Karten nur über einen großen Kühlkörper verfügten. Die zusätzliche Stromversorgung erfolgt über jeweils einen 6-Pin- und einen 8-Pin-Anschluss.

An Schnittstellen standen Ethernet und Debugging-USB-Anschlüsse bereit. Die eigentliche Kommunikation bzw. der Datenaustausch erfolgt über das PCI-Express-Interface.

Was die Leistung betrifft spricht Intel von einem 4K-Transcoding von 7 bis 14 FPS (je nachdem ob von H.264 zu H.265 und umgekehrt transcodiert werden sollte). Für 1080p spricht Intel von 21 bis 44 FPS. Inzwischen dürfte es andere Lösungen geben, die eine deutlich bessere Transcoding-Leistung zu bieten haben. Dies wird das Hauptargument für die Einstellung der VCA2 sein.

Mit dem Ende der VCAs endet eine interessante, wenn auch weitestgehend unbekannte Produktpalette bei Intel.