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Kommentar zu Ryzen Mobile "Renoir": Auf den Desktop folgt das Notebook

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renoir-dieDie ersten Tests der Renoir-Prozessoren und hier vor allem des AMD Ryzen 9 4900HS zeigen: AMD kann auch bei den Notebooks mehr als nur mit Intel mithalten. Der bisher etwas stiefmütterlich behandelte Notebook-Markt ist der nächste Angriffsvektor für AMD. Die inzwischen vor allen in den Kernen dominante Position bei den Desktop-Prozessoren soll auf die Notebooks ausgeweitet werden. Ob dies gelingen wird, werden die kommenden Monate zeigen, doch aus rein technischer Sicht sind die Renoir-Prozessoren nicht nur interessant, sondern zeigen auf, was aktuell möglich und umsetzbar ist.

Acht Kerne auf Basis der Zen-2-Architektur, eine moderne Fertigung in 7 nm, eine Adaption der Vega-Architektur für die Fertigung in 7 nm, eine Unterstützung von DDR4-3200 oder LPDDR4-4266 – damit zeigt AMD der Konkurrenz von Intel derzeit, was möglich ist. Wie sich dies in der Praxis niederschlägt, zeigen die bereits erwähnten Tests.

Das ASUS Zephyrus G14 mit dem AMD Ryzen 9 4900HS ist inzwischen bei uns eingetroffen, die ersten Tests sind gelaufen. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass dies nicht nur ein Riesenschritt für AMD, sondern für den Notebook-Markt ingesamt ist. Acht Kerne sind zumindest aus Sicht von Intel keine Neuheit in diesem Marktsegment, wohl aber acht derart sparsame Kerne, denn im Falle des Ryzen 9 4900HS kommen diese mit 35 W aus, während es bei Intel mindestens 45 W sind und auch mit Comet Lake-H sein werden. Allerdings sei fairerweise erwähnt, dass die Non-S-Modelle bei AMD ebenfalls eine eine TDP von 45 W kommen und sich im Boost auch gerne etwas mehr genehmigen.

Intels Konter in Form von Comet Lake-H wird keine großen Überraschungen mitbringen. Die Basis-Taktraten bleiben weitestgehend unangetastet und allenfalls im Boost-Takt legt Intel noch eine Schippe drauf. Dies wird man sich allerdings auch mit einem recht hohen Verbrauch erkaufen, denn an der Fertigung in 14 nm hat sich nichts getan. Durch den hohen Boost-Takt wird sich Intel die Leistungskrone mit der Brechstange wieder zurückholen – so viel lässt sich womöglich bereits abschätzen. Mit den bisherigen Verhältnissen zwischen AMD und Intel bei den Notebooks hat dies aber nicht mehr viel gemein, denn AMD ist mindestens auf Augenhöhe.

Interessant ist zudem ein Blick auf die Leistung der integrierten GPU. AMD hat hier bereits einen deutlichen Vorsprung und baut diesen nun noch weiter aus. Intel verweist gerne auf die Gen11-Grafik der Ice-Lake-Prozessoren, dies spielt für Comet Lake-H aber keinerlei Rolle, da hier noch die alte Gen9.5-Grafik verwendet wird. Nun ließe sich argumentieren, dass Gaming-Notebooks ohnehin auf eine dedizierte Grafikkarte setzen und dies ist auch richtig, aber die neuen Renoir-Prozessoren von AMD lassen zumindest die Option offen, eine schnelle CPU-Komponente mit einem ebenfalls relativ schnellen integrierten GPU zu kombinieren, ohne auch gleich eine dedizierte Grafikkarte bezahlen zu müssen. Die H-Varianten werden wir aber vermutlich nur mit dedizierter Grafikkarte sehen, für die U-Modelle ist diese Option aber sicherlich sinnvoll.

AMD wird in diesem Jahr den Notebook-Markt kräftig durcheinander wirbeln – so viel lässt sich bereits jetzt abschätzen. Das ASUS Zephyrus G14 mit dem AMD Ryzen 9 4900HS darf dann aber nur der Anfang sein und AMD muss zusammen mit seinen Notebook-Partnern mit Nachdruck weitere, gut ausgestattete Modelle auf den Markt bringen. Die Zeiten, in denen AMD-Prozessoren mit Single-Channel-Arbeitsspeicher, schlechten Displays und mangelhaften weiteren Ausstattungsmerkmalen kombiniert werden, müssen vorbei sein, damit Intel hier signifikant Marktanteile abgenommen werden können.

Cinebench R20

Single-Threaded

Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R20

Multi-Threaded

Punkte
Mehr ist besser

Eine kleine Vorschau auf die Benchmarks. Ein Ausführlicher Artikel zum Prozessor und dem Notebook folgt in den kommenden Tagen.

Mit den Renoir-Prozessoren wird zudem deutlich, dass AMD mehr als nur ein bestimmtes Segment wird abdecken können. Ein Ryzen 9 4900HS ist für den High-End-Markt bestimmt, die H-Modelle insgesamt sollen die Mittelklasse bedienen, doch bisher noch recht wenig wurde über die U-Serie berichtet. Aber es fehlt hier auch noch an Systemen, denn wir befinden uns erst am Anfang einer neuen Welle.

AMDs zukünftige Ausrichtung ist klar: Die Zen-Architektur bei den Prozessoren, aber auch die RDNA/CDNA-Architektur bei den GPUs wird in den kommenden Jahren stetig weiterentwickelt werden und dabei wird man auch immer die neuesten Entwicklungen in der Fertigungstechnologie mit einbeziehen. Bei den Ryzen-Prozessoren hat AMD bereits signifikant Marktanteile gewinnen können. Diesen Weg hat man mit den EPYC-Prozessoren ebenfalls eingeschlagen und nun sind auch die Notebook-Prozessoren an der Reihe.

Ein Kommentar von Andreas Schilling. Die Ausführungen spiegeln nicht zwangsläufig die Meinung der gesamten Redaktion wider.

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