> > > > Apples A7 soll 'Desktop-class'-Prozessor sein

Apples A7 soll 'Desktop-class'-Prozessor sein

Veröffentlicht am: von

apple logoAuch wenn nahezu jeder Prozessor oder besser gesagt jeder SoC in den aktuellen Smartphones und Tablets auf dem Design, dem sogenannten Intellectual Property, von ARM basieren, so sind die Unterschiede dennoch so markant, dass dieser gemeinsame Ursprung nicht immer gleich bewusst ist. Besonders im Bereich der Performance gibt es ungeachtet der unterschiedlichen Taktung, Anzahl der Kerne und jeweils verwendeter Cortex-Generation noch weitere Einflussfaktoren, denen nur schwer auf den Grund zu gehen ist, die aber den Unterschied ausmachen.

Zuletzt hat dies Apple mit dem A7 bewiesen. Als erstes SoC setzte Apple hier auf vollen 64-Bit-Support, der weitaus größere Auswirkungen hat als nur die schlichte Adressierung von mehr als 4 GB Speicher. Etwas Hintergrund dazu findet man im dazugehörigen Artikel, der sich mit den Besonderheiten des iPhone 5s beschäftigt und hier auch die 64-Bit-Fähigkeiten etwas genauer unter die Lupe nimmt. Qualcomm bezeichnete den A7 nach dessen Veröffentlichung gar als reine Marketingmasche, musste kurz danach aber zurückrudern. Inzwischen haben alle Hersteller moderner SoC nachgezogen und erste Prozessoren auf Basis einer 64-Bit-Architektur zumindest schon einmal angekündigt. Qualcomm sieht dazu den Snapdragon 610 und 615 vor, bei Samsung ist des der Exynos Infinity und NVIDIA will den Tegra K1 mit "Denver"-CPU-Kernen gegen Ende des Jahres auf den Markt bringen.

Apple A7 mit 64-Bit-Unterstützung
Apple A7 mit 64-Bit-Unterstützung

Anandtech hat sich den Apple A7 nun noch einmal etwas genauer angeschaut und zieht einige interessante Rückschlüsse bei der Entwicklung im Vergleich zum A6. Die neuen Erkenntnisse stammen aus einer Analyse des aktuellen LLVM-Projektes. Apple hat den A7 immer als "Desktop-class"-Prozessor beworben - dem stimmen die Analysen nun fast gänzlich zu. So soll derzeit noch keine App für iOS 7 auch nur annähernd das Leistungspotenzial des A7 ausschöpfen können. Nun könnte man dies auch auf eine schlecht programmierte oder wenig optimierte Software schieben, doch offenbar ist der Vorsprung in Sachen RAM-Bandbreite und Nutzung der architektonischen Besonderheiten derart groß, dass Apple den A7 in der aktuellen Form sogar noch für eine weitere Generation weiterverwenden könnte.

Bei Anandtech ist eine Tabelle zu finden, welche die Unterschiede zwischen dem A6 und dem A7 aufzeigt. Parallelen werden auch zur Methodik gezogen, wie Intel bei der CPU-Entwicklung vorgeht. Das sogenannte Tick-Tock-Prinzip sieht einen Wechsel der Architektur und der Fertigungstechnologie in aufeinanderfolgenden Schritten vor. Durch das enorme Tempo, das aktuell bei der Entwicklung von SoCs gefahren wird, folgen ein Wechsel der Architektur und Fertigungstechnologie oft gleichzeitig. Bei Apple hat man nun in drei aufeinander folgenden Generationen die Architektur gewechselt, die Fertigung wurde von 32 auf 28 nm reduziert.

Für den prognostizierten A8, der in diesem Jahr in den neuen iPhones und iPads zum Einsatz kommen könnte, wäre also denkbar, dass Apple am Design des A7 festhält und auf die 20-nm-Fertigung wechselt. Die Architektur des A7 sei derart leistungsstark, dass ein Wechsel der Fertigung und damit eine Erhöhung des Taktes sowie weitere Maßnahmen ausreichen, um die Leistung derart zu steigern, wie wir es in den vergangenen Jahren gewohnt waren. Bisher hat sich Apple immer recht konservativ gezeigt, wenn es um die Ausstattung des Arbeitsspeichers ging. Diesen zu vergrößern wäre eine der weiteren Maßnahmen, die abgesehen von der Anhebung des Taktes, für einen Leistungsschub sorgen könnte.

Eine kurze aber prägnante Einschätzung seitens Anandtech zum Schluss: "Looking at Cyclone (Apples A7) makes one thing very clear: the rest of the players in the ultra mobile CPU space didn't aim high enough. I wonder what happens next round."

Social Links

Ihre Bewertung

Ø Bewertungen: 0

Tags

Kommentare (1)

#1
Registriert seit: 30.04.2008
Civitas Tautensium, Agri Decumates
Leutnant zur See
Beiträge: 1038
"Besonders im Bereich der Performance gibt es ungeachtet der unterschiedlichen Taktung, Anzahl der Kerne und jeweils verwendeter Cortex-Generation"

Apple benutzt weder im A6 noch im A7 ein Cortex-Design, genausowenig wie bspw. Qualcomm in den verschiedenen Krait-Versionen.

"Die A6- und A7-Modelle werden also weiterhin bei Samsung im 32-nm-Prozess gefertigt"

Der A7 wird in Samsungs HKMG 28 nm Prozeß hergestellt.
Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!

Das könnte Sie auch interessieren:

Intel kämpft mit schwerer Sicherheitslücke (Update: Intel veröffentlicht...

Logo von IMAGES/STORIES/2017/INTEL

Vor, während und zwischen den Feiertagen herrschte ein wildes Treiben in der Linux-Community. Zunächst war nicht ganz klar, was hier genau vor sich geht, inzwischen aber scheinen die Auswirkungen deutlich zu werden: Intel hat nach einer Lücke in der Management Unit eines jeden... [mehr]

Coffee Lake: Intel Core i7-8700K, i5-8600K und i5-8400 im Test

Logo von IMAGES/STORIES/2017/INTEL8GEN

Der sechste und letzte (?) CPU-Launch in diesem Jahr kommt von Intel: Mit den unter dem Codenamen Coffee Lake zusammengefassten Core-i7- und i5-Modellen kommen bei Intel erstmals Sechskern-Prozessoren in den Mainstream-Markt. Bedanken darf man sich aber wohl nicht bei Intel, sondern bei der... [mehr]

Coffee Lake: Overclocking-Check

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2016/KABYLAKE

Nach dem ausführlichen Overclocking-Check für Skylake-Prozessoren sowie dem Overclocking-Check für Kaby Lake-Prozessoren ist es nach Veröffentlichung der neuen Generation mit Codenamen Coffee-Lake erneut Zeit für einen Overclocking-Check. Wir werfen einen Blick auf die Übertaktbarkeit... [mehr]

Intel Core i5-8250U und i7-8550U im Test: Mal ein kleiner, mal ein großer...

Logo von IMAGES/STORIES/2017/MEDION_P7649_KABY_LAKE_REFRESH

Im Gleichschritt marschierten Intels Desktop- und Mobil-Prozessoren schon länger nicht mehr. Ein so gravierender Unterschied wie derzeit ist aber völlig neu - und für den Verbraucher einmal mehr irritierend. Denn mit der 8. Core-Generation spendiert Intel beiden Plattformen eine eigene... [mehr]

Gelungener Feinschliff: AMD Ryzen 7 2700X und Ryzen 5 2600X im Test

Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMD_RYZEN_7_2700X

Rund ein Jahr nach dem Start der Ryzen-Prozessoren legt AMD nach und bringt die zweite Generation in den Handel. Die soll schneller und effizienter arbeiten und den Druck auf Intel weiter erhöhen. Allerdings lautet die Devise Evolution statt Revolution, statt gravierender Änderungen gibt es vor... [mehr]

AMD Ryzen 5 2400G und Ryzen 3 2200G im Test: Die Lücke ist gestopft

Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMD_RYZEN_5_2400G

Während Notebook-Käufer sich bereits seit einigen Wochen von den Vorzügen der Zen-basierten Raven-Ridge-APUs überzeugen können, musste sich das Desktop-Lager noch gedulden. Nun aber heißt es auch hier: Intel erhält neue Konkurrenz. Und die könnte einen noch größeren Einfluss als die... [mehr]