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Intel Xeon E7 v2: Neue Server-CPUs mit bis zu 15 Kernen

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intel3Fast drei Jahre nach der Vorstellung der ersten Xeon-E7-Serverprozessoren auf „Westmere EX“-Basis, hat Intel gestern Abend seine neuen Server-CPUs der Xeon-E7-v2-Familie vorgestellt. Die neuen E7-Modelle gibt es ab sofort in verschiedenen Varianten für Server mit zwei, vier oder acht Sockeln und sollen vor allem dort zum Einsatz kommen, wo hohe Performance, große Mengen Arbeitsspeicher und eine hohe Ausfallsicherheit gefragt sind. Hierzu zählen unter anderem ERP- und CRM-Systeme, Virtualisierung sowie große, umfangreiche Datenbank-Systeme. Dem bisherigen Tick-Tock-Modell ist Intel dieses Mal aber nicht treu geblieben. Gegenüber der Vorgänger-Generation verpasste der Chipriese seinen neuen Server-Prozessoren nicht nur eine neue Architektur, sondern verkleinerte auch den Fertigungsprozess auf 22 nm. Intel hat „Ivy Bridge EX" einfach übersprungen. Die Xeon-E7-v2-Reihe baut auf der „Ivy Bridge“-Architektur auf.

Um In-Memory-Analysen – also große Datenmengen, die schnell im Hauptspeicher verarbeitet werden sollen – in Echtzeit zu ermöglichen, können die neuen „Ivy Bridge-EX“-Modelle im Vergleich zum Vorgänger mit der dreifachen Menge an Speicherkapazität bestückt werden. Als Beispiel für solche In-Memory-Analysen nannte Intel während seiner gestrigen Keynote in San Francisco den Online-Marktplatz eBay, der in der Zwischenzeit mehr als 50 Petabyte an Daten von mehr als 100 Millionen Nutzern verwaltet. Auch im Fußball könnten dank künftiger Geolocation-Sensoren ganze Benchmarks für Spieler in Echtzeit erstellt werden und auch TV-Übertragungen über das Internet personalisiert werden. Jeder Zuschauer könnte so in Echtzeit bestimmen, welche Szene er vom Spiel zu jeder Zeit noch einmal anschauen wollen möchte. Mit Daten von Krebs-Patienten, deren Krebszellen bis ins kleinste Detail hin analysiert wurden, könnten ebenfalls in einer Datenbank gesammelt und für künftige Fälle zum Vergleich herangezogen werden, um die bestmögliche Medikation und Behandlung vorschlagen zu können.

Laut einer Gartner-Studie soll der Anteil solcher In-Memory-Analysen in mittelständischen Unternehmen bis ins Jahr 2015 auf 35 Prozent steigen. Vor etwa zwei Jahren lag dieser Anteil noch bei knapp zehn Prozent. Der Umsatz solcher Big-Data-Technologien soll bis 2017 auf 32,4 Milliarden US-Dollar klettern. Für das enorme Wachstum der Datenmengen seien die weltweit vernetzten Geräte im Internet der Dinge schuld, von denen es bis 2020 mehr als 30 Milliarden Geräte geben soll. Hierzu zählen nicht nur die verschiedenen Sensoren im Haus der Zukunft, sondern auch Getränke-Automaten, die ihren Nachschub automatisch bestellen, und natürlich die Automobil-Industrie. Solch Datengeneratoren dürften in den nächsten Jahren verstärkt zum Einsatz kommen.

Bei seinen neuen Xeon-E7-v2-Prozessoren und der dazugehörigen „Brickland“-Plattform ermöglicht Intel die dreifache Menge an Arbeitsspeicher. Statt 16 DIMMs können pro Sockel nun 24 Module auf das Mainboard gesteckt werden. Ein Slot kann mit jeweils maximal 64-GB-Modulen bestückt werden. Bei einem Dual-Sockel-System können so bis zu 3 TB, bei einem 4-Sockel-Gespann maximal 6 TB und bei einem 8-Sockel-Server sogar bis zu zwölf Terabyte verbaut werden. Pro Sockel stehen zudem nun acht statt wie bisher vier Speichercontroller zur Verfügung.

Die neuen Intel-Xeon-E7-v2-Prozessoren sollen neben einer größeren Speicherkapazität auch bei der I/O-Bandbreite hinzugewinnen. Intel spricht hier von einem vierfachen Performance-Gewinn im Vergleich zu „Westmere EX“. Möglich wird dies über die neue PCI-Express-3.0-Schnittstelle, die pro Sockel 32 Lanes zur Verfügung stellt. Hinzu kommt ein neues QPI in Version 1.1, das je nach Modell mit einer Geschwindigkeit von bis zu 8,0 GT/Sek. arbeitet. Beim Vorgänger wurden die Sockel noch mit 6,4 GT/Sek. miteinander verbunden.

Das Flaggschiff der neuen Xeon-E7-v2-CPUs kann auf 15 Rechenkerne, die dank HyperThreading zwei Threads gleichzeitig abarbeiten und über einen dreifachen Ring-Bus miteinander und dem Speichercontroller kommunizieren, zurückgreifen und stellt satte 37,5 MB L3-Cache-Speicher zur Verfügung. Trotzdem hat Intel den Aufbau seines 4,31 Milliarden Transistoren starken Chips so gewählt, um aus der 5+5+5-Kern-Anordnung auch kleinere Modelle mit zwölf, zehn, acht oder sechs Kernen fertigen zu können. Die Chipfläche beläuft sich auf zwischen 289 bzw. 341 mm². Die kleinsten Sechskerner besitzen immerhin noch 1,86 Milliarden Schalteinheiten. Die Taktraten belaufen sich auf zwischen 1,9 bis 3,4 GHz. Der Boost-Takt bewegt sich abhängig vom Modell zwischen 2,5 und 3,7 GHz. Die Effizienz und Leistungsaufnahme will Intel bei seiner neuen E7-v2-Familie ebenfalls deutlich verbessert haben. Alle neuen Server-CPUs besitzen eine TDP-Einstufung von 105 bis 155 Watt.

Das Topmodell unter den Zwei-Sockel-CPUs, der Intel Xeon E7-2890 v2 schlägt mit seinen 15 Rechenkernen, 30 Threads, 37,5 MB L3-Cache, Unterstützung für DDR3-1600 und Geschwindigkeiten von 2,8 bis 3,4 GHz mit 6.450 US-Dollar zu Buche. Die schnellste Acht-Sockel-CPU, der Intel Xeon E7-8890 v2 mit den gleichen Leistungsdaten, ist mit einem Preis von 6.840 US-Dollar etwas teuer. Die kleineren Sechskern-Modelle starten hingegen bei Preisen ab 1.225 US-Dollar. Insgesamt gibt es ab heute 20 neue Server-Prozessoren.

Mehrere Hersteller, darunter ASUS, Dell, Cisco, Fujitsu, HP, SAP und IBM haben bereits entsprechende Plattformen angekündigt, die man in Kürze vorstellen will.

Die neuen Xeon-E7-v2-Prozessoren im Überblick
8-Sockel-CPUs
Modell Cores / Threads Takt / Turbo L3-Cache QPI-Link-Speed TDP
Xeon E7-8893 v2 6 / 12 3,4 / 3,7 GHz 37,5 MB 8,0 GT/Sek. 155 Watt
Xeon E7-8891 v2 10 / 20 3,2 / 3,7 GHz 37,5 MB 8,0 GT/Sek. 155 Watt
Xeon E7-8880L v2 15 / 30 2,2 / 2,8 GHz 37,5 MB 8,0 GT/Sek. 105 Watt
Xeon E7-8857 v2 12 / 12 3,0 / 3,6 GHz 30,0 MB 8,0 GT/Sek. 130 Watt
Xeon E7-8890 v2 15 / 30 2,8 / 3,4 GHz 37,5 MB 8,0 GT/Sek. 155 Watt
Xeon E7-8880 v2 15 / 30 2,5 / 3,1 GHz 37,5 MB 8,0 GT/Sek. 130 Watt
Xeon E7-8870 v2 15 / 30 2,3 / 2,9 Ghz 30,0 MB 8,0 GT/Sek. 130 Watt
Xeon E7-8850 v2 12 / 24 2,3 / 2,8 Ghz 24,0 MB 7,2 GT/Sek. 105 Watt
4-Sockel-CPUs
Modell Cores / Threads Takt / Turbo L3-Cache QPI-Link-Speed TDP
Xeon E7-4890 v2 15 / 30 2,8 / 3,4 GHz 37,5 MB 8,0 GT/Sek. 155 Watt
Xeon E7-4880 v2 15 / 30 2,5 / 3,1 GHz 37,5 MB 8,0 GT/Sek. 130 Watt
Xeon E7-4870 v2 15 / 30 2,3 / 2,9 GHz 30,0 MB 8,0 GT/Sek. 130 Watt
Xeon E7-4860 v2 12 / 24 2,6 / 3,2 GHz 30,0 MB 8,0 GT/Sek. 130 Watt
Xeon E7-4850 v2 12 / 24 2,3 / 2,8 GHz 24,0 MB 7,2 GT/Sek. 105 Watt
Xeon E7-4830 v2 10 / 20 2,2 / 2,6 GHz 20,0 MB 7,2 GT/Sek. 105 Watt
Xeon E7-4820 v2 8 / 16 2,0 / 2,5 GHz 16,0 MB 7,2 GT/Sek. 105 Watt
Xeon E7-4809 v2 6 / 6 1,9 / - GHz 12,0 MB 6,4 GT/Sek. 105 Watt
2-Sockel-CPUs
Modell Cores / Threads Takt / Turbo L3-Cache QPI-Link-Speed TDP
Xeon E7-2890 v2 15 / 30 2,8 / 3,4 GHz 37,5 MB 8,0 GT/Sek. 155 Watt
Xeon E7-2880 v2 15 / 30 2,5 / 3,1 GHz 37,5 MB 8,0 GT/Sek. 130 Watt
Xeon E7-2870 v2 15 / 30 2,3 / 2,9 GHz 30,0 MB 8,0 GT/Sek. 130 Watt
Xeon E7-2850 v2 12 / 24 2,3 / 2,8 GHz 24,0 MB 7,2 GT/Sek. 105 Watt