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Seitensprung: Plant AMD nun doch den Ausstieg aus dem x86-Markt?

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AMDVor einigen Tagen berichteten wir über AMDs Tabletpläne auf x86-Basis. Bereits Ende letzten Jahres machten Gerüchte die Runde, AMD würde an einen Ausstieg aus dem x86-Markt denken. Dies wurde rasch dementiert. So erklärte die Chipschmiede man sei absolut auf den x86-Markt festgelegt und werde dies auch weiterhin sein. The Verge befeuert die Gerüchteküche nun erneut.

Durch Microsofts Entscheidung mit Windows 8 zukünftig auch Prozessoren auf ARM-Basis zu unterstützen, scheint man in Kalifornien weiterhin offen gegenüber anderen Architekturen im Allgemeinen und ARM im Speziellen zu sein. Dies ist insofern nachvollziehbar, dass Microsoft mit der Unterstützung von ARM für einen regen Konkurrenzkampf gesorgt hat, der weder Intel noch AMD ruhig schlafen lässt. So sagte AMDs CTO Mark Papermaster, dass man mit allen Anbietern von ISA (instruction set architecture) zusammenarbeite. Dies sei Teil einer neuen Strategie, um geeignete Chips für einen größeren Kundenkreis anbieten zu können. Die Quelle zitiert ihn außerdem aus einem Artikel des Online-Magazins Wired, in dem Papermaster auf eine Frage nach ARM mit "die Antwort ist nicht nein" antwortete. Scheinbar ist im Silicon Valley die Erkenntnis gereift, dass Stromeffizienz eine noch größere Rolle spielen wird als bisher und ARM diesbezüglich gegenüber x86 die Nase derzeit vorn hat. 

Papermasters erklärtes Ziel sei es außerdem, AMD flexibler aufzustellen und der Firma so die Fähigkeit zu geben speziell angefertigte Chips mit modularen Designs herzustellen. Diese Chips könnten sowohl auf ARM-, MIPS-, PowerPC- oder AMDs eigenen Grafik-Architekturen basieren. Bis AMD nennenswerte Partnerschaften ankündigt, ist es allerdings völlig spekulativ, wie sich die Chipschmiede in der Zukunft ausrichten wird. Nach dem Verkauf sämtlichen geistigen Eigentums im Mobilbereich an Qualcomm 2009 scheint ein Einstieg ins Smartphone-Geschäft unwahrscheinlich. Nach der Ankündigung der ARM Holding mit ARMv8 künftig auch 64-Bit-Befehlssätze zu unterstützen, scheinen Server auf ARM-Basis allerdings ein lohnenswertes Geschäft zu sein.

AMD scheint sich neue Märkte öffnen zu wollen um nicht im ganzen Portfolio direkt mit Intel in den Konkurrenzkampf zu treten. Ob diese Strategie von Erfolg gekrönt sein wird, werden die nächsten Jahre zeigen. Die bisher bekannten Roadmaps für Server und Endkunden zeigen bis mindestens 2013 ausschließlich bewährtes x86. Auch für Tablets scheint man mit x86 noch nicht am Ende des Möglichen angekommen zu sein und so rechnet man sich auf diesem Markt auch ohne ARM noch gute Chancen aus.

Wir dürfen gespannt sein, denn eines steht fest: Die Industrie ruht nie.

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Kommentare (5)

#1
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naja, wenn man jetzt schon bei IBM Herstellen lässt.
http://www.xbitlabs.com/news/other/display/20120205041713_IBM_Quietly_Starts_to_Make_Chips_for_AMD.html
#2
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Jo wäre vielleicht auch nicht schlecht der X86 Standard ist ja auch schon dezent älter, vielleicht kommt dadurch was neues wo nicht Intel der hauptlizenzgeber ist und andere Verfahren bieten ja auch vorteile vor allem wenn es die Software auch unterstützt.
#3
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Fregattenkapitän
Beiträge: 2561
Das ist aber das Problem.. 99% aller Software laufen nur auf x86 Code, also wäre die eigentlich viel Sinnvollere Alternative x64 solange Intel nicht mitzieht nicht machbar.. Es klingt irgendwie wie der Anfang vom Ende von AMDs CPU Sparte
#4
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Registriert seit: 30.07.2008
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Leutnant zur See
Beiträge: 1157
Das glaube ich so nicht es verschiebt eher die Ausrichtung von AMD hin zu mehr APUs, und sie geben den Leistungskampf mit Intel auf gibt ja noch andere Bereiche wo man gut verdienen kann.
#5
Registriert seit: 14.04.2010

Matrose
Beiträge: 24
Also ich denke das Amd sich neue Türen öffnen will und zwar für den tablet / smartphone Bereich. Da ist es schon von Vorteil eine ARM CPU mit der AMD Grafikunit zukoppeln. Nur darum geht es ! nicht darum ob Amd auf einmal ARM CPUs herstellt.

Für den Desktop Bereich wird sich in den nächsten Jahren sicher nicht viel ändern. Das AMD nicht mit INtels hygh end Cpus konkurieren will und kann sollte allerdings klar sein.
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