> > > > Surface-Familie: Internes Microsoft-Memo bestätigt hohe Rücksendequoten

Surface-Familie: Internes Microsoft-Memo bestätigt hohe Rücksendequoten

Veröffentlicht am: von

surface notebook teaser

Die vergangene Woche für vier Surface-Konfigurationen zurückgezogene Bewertung „empfehlenswert" schlägt hohe Wellen, nicht nur bei Lesern im Forum. Binnen weniger Stunden nach dem Bekanntwerden veröffentlichte Microsoft eine Stellungnahme, in der man der Darstellung von Consumer Reports widersprach. Tatsächlich aber dürften die Tester richtigliegen, wie ein internes Microsoft-Memo zeigt.

Dies wurde Microsoft-Kenner Paul Thurrot zugespielt. Wichtigster Bestandteil ist ein Diagramm, das die Rücksende-Quote der zwischen Juni 2014 und April 2017 angebotenen Surface-Modelle zeigt. Während sich Consumer Reports bei seiner nachträglichen Herabstufung auf einen Zeitraum von 24 Monaten nach dem Kauf durch US-Verbraucher beruft, hält das Diagramm die Rücksendungen innerhalb von 90 Tagen nach dem weltweiten Kauf fest. Eine exakte Vergleichbarkeit ist so nicht möglich, eindeutige Rückschlüsse lassen sich aber dennoch ziehen.

Interessant ist vor allem der Verlauf beim Surface Book, dem die Empfehlung entzogen wurde. Nach dem Start im Oktober 2015 lag die Rücksendequote bei rund 13 % und erreichte im November mit mehr als 16 % ihren Höhepunkt. Anschließend sank der Wert fast durchgängig auf rund 4 % im vergangenen April.

Beim zeitgleich in den Handel gekommenen Surface Pro 4 ging es bei mehr als 15 % los, die Quote ging jedoch deutlich schneller zurück, im April lag sie bei nur noch etwa 3 %.

Bei mehr als 10 % stiegen das Surface Pro 3 und Surface 3 ein. Hier musste Microsoft nach schnellen Verbesserungen hinsichtlich der Rücksendungen aber mehrfach Rückschläge in Kauf nehmen, inzwischen ist man jedoch bei etwa 3 und 1 % angekommen.

Panos Panay, verantwortlich für die Surface-Sparte bei Microsoft, spricht im Memo dennoch davon, dass das Fazit von Consumer Reports falsch sei. Ihm zufolge würde es derzeit nur bei weniger als einem von 100 Surface-Geräten einen Rückversand oder Kontakt mit dem Kundenservice geben. Zugleich verweist er auf die Verbesserungen hinsichtlich des Rückversands, die man in den vergangenen Monaten erreicht habe.

Thurrot kommt zu dem Schluss, dass die Quoten des Surface Book und Surface Pro 4 die Studie von Consumer Reports verzerren würden, falsch seien sie jedoch nicht. Die Tester verwiesen in der vergangenen Woche selbst darauf, dass man sich im Falle des Surface Laptop auch auf Hochrechnungen auf Basis der ermittelten Werte anderer Geräte verlasse. Allerdings schreibt Thurrot auch, dass Microsoft die Probleme erst im Laufe der Zeit in den Griff bekommen hätte und nicht erklärbar sei, warum die Nutzer eines Surface-Modells angesichts der Fehler dennoch sehr zufrieden mit ihrer Hardware seien.

Surface Laptop und Surface Pro als Notnagel

Interessant ist vor diesem Hintergrund eine Begebenheit von Anfang 2016. Seinerzeit, so Thurrot, hätten mehrere Microsoft-Führungskräfte steif und fest behauptet, dass die Probleme mit den Surface-Modellen allesamt auf Intels Konto gehen würden. Der Chip-Hersteller hätte es nicht geschafft, fehlerfreie Skylake-Prozessoren und -Chipsätze zu liefern. Auch deshalb hätte man sich dazu entschieden, Windows 10 für ARM zu entwickeln - AMD hätte keine Intel-Alternative anbieten können. Allerdings stellte sich später heraus, dass Microsoft selbst keine zuverlässig arbeitenden Treiber entwickelt hatte und entsprechend verantwortlich für die zahlreichen Probleme gewesen sei - und nicht Intel.

Gleichzeitig hätte man intern erkannt, dass man mit neuen Produkten die Qualitätsprobleme vergessen machen könnte. Das Ergebnis, so Thurrot, seien das Surface Laptop und Surface Pro gewesen. Ersteres hätte als fast fertiger Entwurf schon lange in der Schublade gesteckt, letzteres wurde als vergleichsweise schnell zu realisierendes Update und nicht als komplette Neuentwicklung auf den Markt gebracht. Aufgrund der Eile - und der Fehleranfälligkeit - hätte Microsoft bei beiden Geräten auf USB Typ-C und Thunderbolt 3 verzichtet.

Social Links

Kommentare (3)

#1
customavatars/avatar226085_1.gif
Registriert seit: 07.08.2015
Athen
Oberleutnant zur See
Beiträge: 1394
hier sollte man erwähnen was für RMA% andere Geräte so haben. RMA% steigen seit Jahren kostant.
#2
Registriert seit: 27.05.2017

Obergefreiter
Beiträge: 101
Warum wohl? Konzerne wollen immer höhere Gewinne und der Kunde will möglichst günstig einkaufen. Da die Firmen nicht auf ihre Gewinne verzichten wollen und möglichst immer mehr Gewinn machen wollen werden halt immer billigere Bauteile verbaut.
Qualität leidet die Lobbys fahren das Geld ein. Herzlichen dank auch an die Globalisierung die es ermöglicht Bauteile zu einem niedrigen Preis aber ebenso niedrigerer Qualität zu kaufen.
#3
customavatars/avatar132350_1.gif
Registriert seit: 30.03.2010
Hamburg
Flottillenadmiral
Beiträge: 4880
Rücksendequote wäre natürlich interessant zu wissen, ob dies auch „Nicht-Gefallen“ mit einschließt.
Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!

Das könnte Sie auch interessieren:

Windows on ARM: Warum wir keinen Test veröffentlichen

Logo von IMAGES/STORIES/2017/QUALCOMM_WINDOWS_ON_ARM

Extra eingerichtete Verkaufsflächen in großen Elektronikmärkten, Werbung und spezielle Bündelungen von Notebook und Datentarif bei der Deutschen Telekom: Seit dem offiziellen Verkaufsstart ist Windows on ARM in aller Munde. So hätte es zumindest sein können. Die Realität... [mehr]

Das neue XMG NEO 15 im ersten Hands-On

Logo von IMAGES/STORIES/2017/SCHENKER_NEO-15_M18

Brandneuer Sechskern-Prozessor, potente Pascal-Grafik und massig SSD- und HDD-Speicher mit schnellem Display und mechanischer Tastatur sowie zahlreichen weiteren interessanten Features, die speziell auf den Gamer zugeschnitten wurden, möchte Schenker Technologies in einem äußerst kompakten und... [mehr]

MSI GE73 8RF Raider RGB im Test: Coffee Lake H trifft RGB

Logo von IMAGES/STORIES/2017/MSI_GE73_8RF_RGB_RAIDER_TEST-TEASER

Die Einführung der neuen Coffee-Lake-H-Prozessoren von Intel nahmen viele Notebook-Hersteller zum Anlass, um ihren bestehenden Produktfamilien ein kleines Update zu verpassen. Während die einen lediglich Prozessor und Mainboard austauschten, nahmen andere Hersteller weitere Änderungen vor.... [mehr]

AORUS X9 DT: Ein Düsentrieb mit High-End-Ausstattung im Test

Logo von IMAGES/STORIES/2017/AORUS_X9_DT_REVIEW

Auch wenn der Trend hin zu immer kompakteren und schlichteren Gaming-Notebooks geht, haben die großen Desktop-Replacement-Systeme für den stationären Heimeinsatz längst nicht ausgedient, schließlich setzen sie in Sachen Hardware, Display-Größe und Ausstattung noch einmal... [mehr]

ASUS ZenBook Pro 15 UX550GD mit Core i9 und GTX 1050

Logo von IMAGES/STORIES/2017/ASUS_LOGO

ASUS stattet das ZenBook 15 Pro mit neuer Hardware aus. Das Modell wird künftig auch von einem Intel Core i9 befeuert werden. Die neuen Coffee-Lake-H-Prozessoren zeichnen sich einerseits durch einen niedrigeren Energieverbrauch aus und sollen dabei trotzdem mehr Leistung als die Vorgängermodelle... [mehr]

XMG NEO 15: Schlanker Gaming-Laptop mit mechanischer Tastatur

Logo von IMAGES/STORIES/2017/SCHENKER_NEO-15_M18

Nach dem Gigabyte Aero 15X-v8 oder dem MSI GS65 Stealth Thin und natürlich dem ASUS ROG Zephyrus M bereitet auch der Leipziger Built-to-Order Anbieter Schenker Technologies ein entsprechend schlankes Gaming-Notebook auf Basis der neuen Coffee-Lake-H-Prozessoren vor. Dieses verfügt über... [mehr]