nvidiaNachdem NVIDIA jahrelang auf die eigene G-Sync-Technologie gesetzt hatte, kam es im Januar zur Kurskorrektur. Zur CES kündigte NVIDIA an, dass man zusätzlich auch das Adaptive Sync des VESA-Standards unterstützen wird. Geeignete Monitore können als G-SYNC Compatible vermarktet werden. Die Quote an Bildschirmen, die von NVIDIA offiziell so bezeichnet werden, ist allerdings extrem gering. Warum das so ist, hat NVIDIA in der vergangenen Woche selbst ausführlicher erklärt. 

Der Grafikkartenspezialist hat laut eigener Aussage versucht, sämtliche Adaptive Sync-Monitore zu testen. Monitore, die diese Tests nach Ansicht von NVIDIA erfolgreich bestanden haben, werden als G-SYNC Compatible bezeichnet. Bisher hat sich NVIDIA genau 503 Monitore vorgenommen. Nur 28 wurden als G-SYNC Compatible validiert, 475 Monitore scheiterten hingegen an den NVIDIA-Hürden (eine Übersicht über die G-Sync- und G-SYNC-Compatible-Monitore stellt NVIDIA hier bereit). Die Erfolgsquote liegt damit gerade einmal bei 5,56 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Adaptive Sync-Monitor auch offiziell G-SYNC Compatible wird, ist also sehr gering. 

Erklären lässt sich das vor allem mit den Hürden, die NVIDIA selbst anlegt. 273 Modelle fielen allein schon deshalb durch, weil sie keine VRR-Bandbreite von 2,4:1 (z.B. über einen Bereich von 60 bis 144 Hz) abdecken. 202 weitere Modelle scheiterten an Problemen mit der Bildqualität (darunter Flackern) oder anderen Problemen. Dazu zählen laut NVIDIA z.B. Aussetzer im Spiel. In 33 Fällen wurden die Monitore schlicht nicht mehr hergestellt und NVIDIA konnte sie deshalb nicht testen.  

In einer Übersicht veranschaulicht NVIDIA außerdem, dass die meisten (nämlich 58 Prozent) VRR-Monitore mit G-SYNC Compatible-Label eine maximale Bildwiederholfrequenz von 76 bis 144 Hz haben. 39 Prozent können mit über 144 Hz betrieben werden. Nur 3 Prozent (und damit nur ein Modell) haben eine Bildwiederholrate von unter 76 Hz. Auffällig ist auch, dass 76 Prozent der G-SYNC Compatible-Monitore noch auf Full HD beschränkt sind.

Dass NVIDIA in den Übersichten zu Bildwiederholfrequenz und Auflösung auch die "richtigen" G-SYNC-Modelle einbezieht, geschieht sicher nicht ganz uneigennützig. Denn die G-SYNC-Monitore stehen in beiden Disziplinen im Schnitt besser da. NVIDIA betont zusätzlich auch, dass der Anteil der G-SYNC-Monitore mit VA- oder IPS-Panel höher als bei den G-SYNC Compatible-Modellen ist und sie deshalb die höhere Bildqualität versprechen. Und auch der Hinweis darauf, dass G-SYNC im Bereich von 1 Hz bis hin zur maximalen Bildwiederholfrequenz unterstützt wird, darf nicht fehlen. In NVIDIAs Marketing-Sprache können nur G-SYNC und G-SYNC Ultimate eine "Premium Erfahrung" bieten. NVIDIA forciert diese eigenen Technologien also ganz offensichtlich weiter. 

Letztlich ist es für Besitzer von NVIDIA-Grafikkarten erst einmal sehr erfreulich, dass NVIDIA Adaptive Sync prinzipiell unterstützt. Schließlich wächst so die Auswahl gerade auch an günstigen Monitoren, die mit Variable Refresh Rate genutzt werden können. Allerdings fällt auch mancher Monitor, der nach den Erfahrungen von Nutzern durchaus sinnvoll mit NVIDIA-Grafikkarte kombiniert werden kann, durch die rigiden NVIDIA-Vorgaben. Im Zweifelsfall bietet NVIDIAs Übersicht eine erste Orientierung.  Es kann aber sinnvoll sein, selbst ergänzend nach Nutzererfahrungen mit dem jeweiligen Monitor zu suchen.