displayIm Sommer werden wir vermutlich die ersten Grafikkarten sehen, die einen DisplayPort-Ausgang nach dem Standard 1.3 unterstützen werden. AMD und NVIDIA werden dazu einen entsprechend aktualisierten Display-Controller in der Polaris- und Pascal-Architektur vorsehen. AMD hat dies im Rahmen seiner bisherigen Vorstellung der Polaris-Architektur bereits öffentlich gemacht.

Natürlich aber arbeitet man bei der Video Electronics Standards Association (VESA) bereits an der Standardisierung der Nachfolgerversionen und hat mit Embedded DisplayPort 1.4a und 1.4b bereits erste Vorgaben gemacht. Ziel ist dabei die Unterstützung immer höherer Auflösungen von bis zu 8K bzw. 7.680 x 4.320 Pixel. Doch auch für den Desktop wurden nun die Eckdaten festgezurrt. DisplayPort 1.4 wird der erste Standard dieser Art sein, der die Display Stream Compression (DSC) verwendet wird. In der Version 1.2 von DSC ist eine visuell nicht sichtbare Kompression mit dem Faktor 1:3 möglich.

Grundsätzlich verwendet DisplayPort 1.4 die gleichen technischen Standards, wie DisplayPort 1.3. Dazu gehört die Unterstützung von USB-Typ-C und Thunderbolt als Ebene über der paketbasierten Datenübertragung. Auf vier Lanes mit jeweils 8,1 GBit/s können in einem 4-Lane-Setup bis zu 32,4 GBit/s übertragen werden. Hinzu kommt die Unterstützung für Multi-Stream Transport (MST), so dass gleich mehrere hochauflösende angesteuert werden können. Mit der Unterstützung von 5K x 3K (5.120 x 2.880) Auflösungen in DisplayPort 1.3 setzt der 1.4-Standard dem noch einige Ebenen auf und erreicht Auflösungen und Farbwiedergaben von 8K bei 60 Hz mit HDR und 4K bei 120 Hz mit HDR. Während HDR bereits mit DisplayPort 1.3 unterstützt wird, werden die hohen Auflösungen nur mit DisplayPort 1.4 unterstützt.

Zusätzlich bietet DisplayPort 1.4 noch Forward Error Correction (FEC), welches eine Art Overlay über dem DSC 1.2 ist und die Übertragung des komprimierten Videos überwacht bzw. die Datenintegrität sicherstellt. Über einen Metadaten-Kanal können auch Daten übertragen werden, die z.B. notwendig sind, um ein DisplayPort-Signal zu HDMI 2.0a zu konvertieren. Über diesen Kanal sollen auch zukünftige HDR-Standards übertragen werden können. Auf Seiten des Audio-Signals unterstützte DisplayPort 1.4 32 Audio-Kanäle mit einer Sample-Rate von bis zu 1.536 kHz.

Mit der Spezifizierung von DisplayPort 1.4 sind nun die technischen Rahmenbedingungen abgesteckt. Bis erste Produkte diesen Standard unterstützten werden, wird aber noch einige Zeit vergehen. Vor 2017 werden vermutlich keine Endgeräte mit DisplayPort 1.4 erscheinen.