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T2: Apple bestätigt Behinderung von Reparaturen durch Dritte

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Apple hat erstmals offiziell eingeräumt, dass die Reparatur neuerer Mac-Modelle durch den seit Ende 2017 verbauten Co-Prozessor T2 erschwert werden kann. Im schlimmsten Fall ist das System nach dem Tausch einer Komponente nicht mehr nutzbar. Betroffen sind allerdings nur Systeme, die von nicht autorisierten Werkstätten instand gesetzt worden sind. Die Motive sind unklar.

Schon vor einigen Wochen wurde eines der Rätsel, die den Co-Prozessor T2 umgeben, gelüftet. Denn verschiedenen autorisierten Werkstätten teilte Apple im September mit, dass sich die Richtlinien für die Reparatur bei einigen Mac-Modellen geändert hätten. Werden Mainboard, Display, bestimmte Teile des Gehäuses, Flash-Speicher, Tastatur oder Trackpad getauscht, muss anschließend die Diagnose-Software Apple Service Toolkit 2 ausgeführt werden. Diese schaltet die neuen Bauteile frei und signalisiert dem Co-Prozessor, dass eine vertrauenswürdige Umgebung geschaffen wurde.

Gegenüber The Verge hat Apple bestätigt, dass es eine derartige Änderung der Richtlinien gegeben hat. Allerdings wollte das Unternehmen nicht bestätigen, in welchen Fällen genau die Diagnose-Software ausgeführt werden muss und welche Rechner betroffen sind. Denn das pure Vorhandensein des T2 scheint nicht ausreichend zu sein, wie Versuche von iFixit zeigen. Dort tauschte man Anfang Oktober Mainboard und Display eines mit dem Co-Prozessor versehenen aktuellen MacBook Pro. Anschließend konnte das Notebook ohne Einschränkungen genutzt werden. Allerdings räumen die Reparaturexperten ein, dass hier eine Ausnahme greifen könnte: Die verwendeten Ersatzteile stammten aus einem baugleichen MacBook Pro und waren entsprechend zuvor von dessen T2 als vertrauenswürdig eingestuft. Das würde bedeuten, dass die Diagnose-Software nur dann genutzt werden muss, wenn die Ersatzteile neu sind und zuvor in keinem Rechner zum Einsatz kamen. Denkbar ist aber auch, dass der Co-Prozessor zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht komplett scharf geschaltet war.

Über die Gründe, die hinter der neuen Richtlinie stecken, kann nur spekuliert werden. Im aus Verbrauchersicht vermutlich günstigsten Fall will Apple so den Einsatz gefälschter oder minderwertiger Ersatzteile verhindern, im schlimmsten Fall geht es um mehr Kontrolle über das Geschäft mit Ersatzteilen und Reparaturen. Denn Zugriff auf die Diagnose-Software erhalten nur zertifizierte Partner, die nicht nur für die Zertifizierung selbst zahlen müssen, sondern aufgrund der Anforderungen auch mit höheren Kosten konfrontiert werden. Unabhängig von den Motiven könnte die Sicherung über den Co-Prozessor aber juristische Folgen für Apple haben. Denn vor allem in den USA denkt der Gesetzgeber über verschärfte Regeln in Bezug auf die Reparierbarkeit von Computern und anderen Geräten nach; in einigen US-Bundesstaaten wie Kalifornien gibt es entsprechende Gesetze bereits. So soll sichergestellt werden, dass Nutzer den Austausch von Komponenten einfacher oder überhaupt durchführen können. Ähnliche Bestrebungen gibt es auch in verschiedenen europäischen Staaten. In Teilen nutzt Apple aber schon heute bestehende Schlupflöcher, in dem Bauteile wie RAM oder SSDs in einigen Rechnern fest verlötet werden.

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