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AMD erläutert das Takt- und Temperaturverhalten der Radeon RX 5700 (XT)

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radeon-rx-5700xtIm Bereich der PC-Hardware kann AMD derzeit mit zwei Neuheiten aufwarten: Bei den Prozessoren sind dies die Modelle der Ryzen-3000-Serie mit aktuell bis zu zwölf, später bis zu 16 Kernen und bei den Grafikkarten die Radeon RX 5700 (XT) auf Basis der Navi-GPUs bzw. der RDNA-Architektur. Doch die zahlreichen Änderungen an der Funktionsweise der Hardware führen auch immer wieder zu Fragen, die AMD zu klären versucht. Wer seine Hardware einfach nur in den Rechner steckt und die Spiele und Anwendungen in ihrer Leistung genießt, wird auf diese Fragen nicht kommen. Wer aber etwas unter die Haube schaut, stolpert über die eine oder andere Boost-Angabe oder eine auf den ersten Blick zu hohe Spannung.

Bei den Prozessoren wurde das Thema der Spannungen bereits behandelt. Auch wird hier schon seitenweise über die erreichten Boost-Taktraten diskutiert. Bei den neuen Grafikkarten ist dies ebenfalls Thema – vor allem im Zusammenspiel mit den Temperaturen. Besonders im Fokus ist die Referenzversion der Radeon RX 5700 XT, die in unseren Messungen mit 82 °C GPU-Temperatur aber noch recht kühl bleibt. Die Junction-Temperatur, also der Maximum-Wert eines der 64 Temperatursensoren, ist aber maßgeblich für das Zusammenspiel aus Spannung und Takt verantwortlich und hier gab es einige Fragen. Vor allem das Auftauchen von Werten von 110 °C stellte einige Nutzer vor die Frage, ob dies so vorgesehen und normal sei.

AMD hat bei der Radeon RX 5700 (XT) und auch schon bei der Radeon VII einige Änderungen im Taktverhalten vorgenommen. Anstatt einer Handvoll vordefinierte DPM-State (die eine Vorgabe für Takt und Spannung sind), gibt es nun hunderte dieser Datenpunkte und zwischen diesen kann die Karte auch ständig und abhängig von Last und Temperatur sowie weiteren Faktoren wechseln. Hinzu kommt, dass diese DPM-States nun nicht mehr über alle Karten gleich festgelegt sind, sondern dynamisch gewählt werden können – abhängig von der Güte der jeweiligen GPU. AMD nennt dies Adaptive Voltage Frequency Scaling (AVFS).

Gibt AMD also einen Boost-Takt von 1.905 MHz an, wird dieser nicht immer und dauerhaft erreicht, kann aber sehr wohl kurz anliegen. Aus diesem Grund führte AMD mit dem Game-Takt auch eine weitere Angabe ein, um bei typischer Last eine Taktangabe machen zu können. Um den jeweils richtigen Takt und den korrekten Status der Hardware auszulesen – egal ob Ryzen-Prozessor oder Radeon-RX-Grafikkarte – empfiehlt AMD die Nutzung des WattMan bzw. Ryzen Master.

Neben dem Takt scheinen sich einige Nutzer an den Temperaturen zu stören, die ausgelesen werden. Auch darauf geht AMD im Rahmen des Blog-Posts ein. Hier will AMD ebenfalls beruhigen. Die Junction-Temperatur wird als Messwert herangezogen, um bis zu einem gewissen Punkt die Spannung und den Takt im maximalen Bereich zu halten. Wird eine Junction-Temperatur von 110 °C erreicht, werden Takt und Spannung heruntergesetzt. Die Hardware ist laut AMD aber darauf ausgelegt, mit einer Junction-Temperatur von 110 °C zu arbeiten.

Das Zusammenspiel aus einem schnellen feingranularen AVFS und den komplexeren und damit genaueren Messungen der Temperatur versetzt AMD die Lage, die GPUs insgesamt etwas schneller zu machen. Im besten Fall können sie den Boost-Takt schneller erreichen und länger halten. Der Nutzer sollte sich aber keine Sorgen über eine Junction-Temperatur von 110 °C machen, denn die Hardware und die verschiedenen Technologien seien so konzipiert.

AMD verweist außerdem auf die Möglichkeit, eigene Anpassung beim Takt und der Lüftersteuerung zu machen. Über den WattMan könnte jeder Spieler eigene Präferenzen wählen – entweder den maximalen Takt zu erreichen oder die Karte etwas leiser zu machen. Der Test der Sapphire Pulse Radeon RX 5700 XT zeigte in beiden Bereichen Verbesserungen durch die optimierte Kühlung, die sich vom Referenzdesign unterscheidet.

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