Seite 1: Karibikflair? AMDs Radeon HD 6450 nun offiziell

amd_radeon_neu"Jede Woche eine neue Welt" – diesen bekannten Werbeslogan des allseits bekannten Kaffeerösters könnte man derzeit auch auf den Grafikkarten-Sektor übertragen. Mit der AMD Radeon HD 6990 und der NVIDIA GeForce GTX 590 bedienten die beiden großen Player des Marktsegmentes vor wenigen Tagen die High-End-User, während AMD zu Beginn der Woche mit dem nun schon dritten "Barts"-Ableger nachlegte. Obwohl die AMD Radeon HD 6450 schon seit etlichen Monaten in Komplettsystemen zu finden ist, ließ AMD erst heute den Vorhang des Retail-Bruders fallen. Viel erwarten sollte man von dem kleinen 3D-Beschleuniger allerdings nicht, denn im Vergleich zu den größeren Modellen ist AMDs neuster Sprössling kräftig beschnitten.

So finden sich nur noch 160 Streamprozessoren (32 5D), acht Textureinheiten und vier Rasterendstufen auf dem kleinen "Caicos"-Chip (benannt nach einer Insel in der Karibik). Die Taktraten liegen je nach Belieben der Boardpartner zwischen 625 und 750 MHz. Auch beim Speicher lässt man seinen Partnern die Wahl, entweder schnelle GDDR5-Chips zu verbauen, oder aber auf langsamere DDR3-Modelle auszuweichen. Bei den Speicher-Frequenzen schreibt man mindestens 800 bis 900 bzw. 533 bis 800 MHz vor. Dafür fällt die maximale Leistungsaufnahme des 370 Millionen Transistoren schweren Grafikchips mit 27 Watt sehr genügsam aus. Im Leerlauf sollen es sogar nur neun Watt sein.

Bis dahin entsprich die Retail-Version der AMD Radeon HD 6450 eins zu eins ihrem OEM-Gegenspieler. Doch während die OEM-Variante fast ausschließlich mit Passiv-Kühlkörper anzutreffen ist, scheint man für seine Retail-Kunden einen anderen Weg eingeschlagen zu haben und stellt es frei, eine passive oder aktive Kühllösung zu verbauen. Unser Pressesample setzt leider auf Letzteres. Warum man sich für die lärmende Variante entschieden hat und nicht einfach die schweren Passiv-Kühler vorgeschrieben hat, ist wohl eine Preisfrage. In unseren ersten Tests – das Sample erreichte uns leider erst gestern Nachmittag – konnten wir maximal 55,6 dB(A) messen.

Doch AMD will mit seiner Radeon HD 6450 nicht den anspruchsvollen Gamer ansprechen, sondern vielmehr den Multimedia-Bereich. Hierfür bietet die kleine Low-Profile-Grafikkarte mit DVI, D-Sub und DisplayPort drei aktuelle Anschlüsse und erlaubt dank Eyefinity-Unterstützung den Anschluss von bis zu drei Displays. Auch der UVD in Version 3 sowie DirectX 11, OpenGL 4.1, OpenCL 1.1 stehen ganz oben auf der Feature-Liste.

 

Alle Daten noch einmal im Kurzüberblick:

AMD Radeon HD 6450 ATI Radeon HD 5450 AMD Radeon HD 5550 NVIDIA GeForce GT 430
NVIDIA GeForce GTX 550 Ti
GPU Caicos Cedar Redwood GF108 GF116
Fertigung 40 nm 40 nm 40 nm 40 nm 40 nm
Anzahl Transistoren 320 Millionen 292 Millionen 627 Millionen 585 Millionen 1,17 Milliarden
GPU-Takt 625 - 750 MHz 650 MHz 550 MHz 700 MHz 900 MHz
Speichertakt 533 - 900 MHz 400 - 800 MHz 800 - 1000 MHz 900 MHz 1026 MHz
Speichertyp DDR3/GDDR5 DDR2/DDR3 DDR3/GDDR5 DDR3 GDDR5
Speichergröße 512 MB 512 MB 512 / 1024 MB 1024 MB 1024 MB
Speicherinterface 64 Bit 64 Bit 128 Bit 128 Bit 192 Bit
Speicherbandbreite 28,8 GB/Sek. 12,8 GB/Sek. 25,6 GB/Sek. 28,8 GB/Sek. 98,5 GB/Sek.
Shader Model 5.0 5.0 5.0 5.0 5.0
DirectX 11 11 11 11 11
Shader-Einheiten 160 (5D) 80 (5D) 320 (5D) 96 (1D) 192 (1D)
Shader-Takt 625 - 750 MHz 650 MHz 550 MHz 1400 MHz 1800 MHz
Texture Units 8 16 20 16 32
ROPs 4 4 8 4 24
maximale Leistungsaufnahme 27 Watt 19 Watt 43 Watt 49 Watt 116 Watt

Da uns leider erst gestern Nachmittag ein Sample erreichte, gibt es zum offiziellen Launch-Tag von unserer Seit nur eine kleine Benchmark-Auswahl. Sobald wir unsere Tests abgeschlossen haben, werden wir wie gewohnt unseren breit angelegten Test-Artikel nachliefern. Erhältlich soll AMDs Radeon HD 6450 allerdings erst ab dem 19. April sein. Dann wird sie vorraussichtlich für rund 45 Euro ihren Besitzer wechseln.

Zu den Benchmarks, gelangen Sie über die zweite Seite, oder direkt über diesen Link!