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Mehr als 400 km Reichweite: Der Audi e-tron fährt noch 2018 ab

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audi e-tronGut drei Jahre nach der ersten Studie hat Audi sein erstes Elektro-SUV vorgestellt. Das e-tron getaufte Modell soll in erster Linie mit Tesla, Jaguar und Mercedes-Benz konkurrieren, dürfte aber auch als Wegbereiter für diverse weitere Elektrofahrzeuge aus Ingolstadt fungieren. Zum Start, der noch in diesem Jahr erfolgen soll, gibt es aber nur wenige Innovationen.

Begründet werden kann das vor allem durch die Wahl der Plattform. Denn während beispielsweise Mercedes-Benz dem Anfang September vorgestellten EQC eine komplett neu entwickelte Basis spendiert, die die Vorteile der Elektromobilität nutzbar machen soll, beschränkt Audi sich auf den sogenannten Modularen Längsbaukasten (MLB) der zweiten Generation, der unter anderem auch für den aktuellen A6, Q5 und Q7 zum Einsatz kommt. Von einem höchstmöglichen Grad an Optimierung kann entsprechend nicht gesprochen werden, auch wenn Audi so manche Schwäche der Plattform beseitigt haben dürfte.

Möglich wird das durch die Wahl der Fahrzeugklasse. Artbedingt bieten SUVs viel Platz für Akkus unterhalb des Fahrgastraumes. Audi bringt hier insgesamt 432 Zellen verteilt auf auf 36 Module unter, die eine Gesamtkapazität von 95 kWh bieten und es auf ein Gewicht von etwa 700 kg bringen. Voll geladen soll der Akku eine Reichweite von mehr als 400 km gemäß WLTP-Zyklus ermöglichen - einen genaueren Wert gibt es aufgrund der nach eigenen Angaben noch nicht vollständig abgeschlossen Homologation noch nicht. 

Bei der Vorstellung der ersten Studie e-tron quattro concept im August 2015 war noch von mehr als 500 km die Rede, seinerzeit gab es allerdings keinerlei Angaben zur Akkukapazität. Geladen wird der Akku, und das ist das einzige nennenswerte Alleinstellungsmerkmal gegenüber der Konkurrenz, mit bis zu 150 kW. Nach eigenen Angaben ist der e-tron das erste Fahrzeug, das eine derart hohe Leistung unterstützt. Eine entsprechende Ladesäule vorausgesetzt, kann der Akku von 0 auf 80 % binnen einer halben Stunde aufgefüllt werden. An der Wallbox werden zunächst serienmäßig bis zu 11 kW unterstützt, im kommenden Jahr will man eine Option auf 22 kW nachreichen. Wie lange der Ladevorgang dann - und an der üblichen Haushaltssteckdose - in Anspruch nimmt, verrät das Unternehmen nicht.

Stattdessen redet man ausführlich über andere Leistungswerte. So beschleunigt das SUV von 0 auf 100 km/h innerhalb von 5,7 s und erreicht in der Spitze elektronisch begrenzte 200 km/h. Die beiden an der Vorder- und Hinterachse verbauten Motoren erreichen jeweils 150 kW (204 PS), die Systemleistung liegt bei 300 kW und 660 Nm. Allerdings kann die lediglich über einen Zeitraum von 10 s abgerufen werden. Anschließend wird die Leistung aus Gründen des Bauteileschutzes auf 265 kW (360 PS) reduziert, nach einer Minuten wird weiter gedrosselt. Die maximale Dauerleistung wird mit 100 kW (136 PS) angegeben.

Optisch dürfte der e-tron in vielen Fällen für einen gewöhnlichen Verbrenner der Q-Reihe gehalten werden. Denn Audi hat sich beim Design an den konventionellen SUV-Geschwistern orientiert. Neuartig wirken hier lediglich die optional erhältlichen Kameras, die die Außenspiegel ersetzen. Viele andere Stilelemente kennt man hingegen aus der Q-Reihe oder beispielsweise vom A6 und A8. Mit einer Länge von 4,901 m landet der e-tron knapp hinter dem Q7 (5,052 m), aber klar vor dem Mercedes-Benz EQC (4,761 m). Die Breite gibt Audi mit 1,935 m an, die Höhe mit für einen derart langen SUV vergleichsweise geringen 1,616 m. Der Innenraum folgt dem des A6 und A8, das Infotainmentsystem wurde über antriebsspezfische Funktionen erweitert. Unter anderem lässt sich darüber regeln, wann genau das Fahrzeug laden darf.

Den Basispreis des e-tron gibt Audi mit 79.900 Euro an, enthalten sind dabei allerdings bereits einige sonst kostenpflichtige Extras. Mit den ersten Auslieferungen des in Brüssel produzierten Fahrzeugs rechnet man noch in diesem Jahr.

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Kommentare (156)

#147
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Registriert seit: 17.06.2005

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1380
Zitat Hovac;26534875
Oder man stellt fest, das CO2 gar kein Problem ist.


Oder man stellt fest, daß man genau NULL Ahnung von der Materie hat. Oder man ignoriert einfach sämtliche wissenschaftliche Fakten zu dem Thema der letzten 200 Jahre. Oder man ist einfach schlichtweg ein Idiot.
#148
Registriert seit: 22.01.2016

Matrose
Beiträge: 9
Zitat jrs77;26534676
Bin ich auch, aber nicht mit Kohlestrom. Elektro-Autos sind erst dann sinnvoll, wenn der Strom nicht aus fossilen Brennstoffen gewonnen wird und davon sind wir mit der jetzigen Politik Jahrzehnte entfernt. Elektro-Autos nützen mir eben in den nächsten Jahren nichts, wenn wir mit dem neuen Klima in ein paar Jahrzehnten nicht mehr leben können. Derzeit ist ein Umstieg auf ein Elektro-Auto nur dann sinnvoll, wenn es nicht mehr in der Anschaffung kostet, als ein Benziner oder Diesel. Ansonsten bin ich nämlich der Depp.


Wir haben jetzt ja oben anhand realer Verbrauchswerte nachgerechnet, dass E-Autos klar CO2 gegen über Verbrennern einsparen, also hilft jedes E-Auto das einen Verbrenner ersetzt auch das Klima zu schützen.
Was die Anschaffung betrifft. Ja, natürlich sind die Dinger aktuell teuer, allerdings täuscht das auch ein wenig, denn man muss das Einsparpotential auch kalkulieren. Beispiel bei mir:
Ich fahre jeden Tag ziemlich genau 40km zur Arbeit (eine Richtung), also fahre ich 80km pro Arbeitstag. Bei 210 Arbeitstagen im Jahr fahr ich also allein für die Arbeit 16.800 km. Mein aktuelles Auto (Audi A3, Benziner, 102 PS, BJ 2006) schafft bei meinen momentanen Fahrprofil ca. 700km pro Tankfüllung. Ich brauche also 24 Tankfüllungen im Jahr. Für den 55l Tank bedeutet das momentan ca 80€ pro Tankfüllung und damit 1.920€ Tankkosten im Jahr (nur für das Pendeln).
Wenn ich jetzt ein Elektroauto fahren würde (und das werde ich als nächstes Auto in jedem Fall). Sieht die Rechnung wie folgt aus:
Ein Tesla S (es wird aber sicher ein kleineres E-Auto) hat, rechnen wir mal konservativ, 200 Wh pro km. Ich brauche im Jahr also 3.360 kWh Strom. Bei einem Strompreis von 28cent/kWh (gibts auch billiger) sind das 940€. Ich würde also 1000€ im Jahr sparen wenn ich nur mit Haushaltsstrom rechne. Nun haben wir bald auch eine 10kWp Photovoltaikanlage und ich habe einen Arbeitgeber bei dem ich im Parkhaus laden kann (Preis weiß ich noch nicht, aber signifikant billiger als 28c/kWh ;) ). Ich würde also noch mehr sparen.
#149
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Registriert seit: 17.06.2005

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1380
Was ist das derzeit billigste, rein elektrische Auto auf dem Markt, welches man für deinen Gebrauch kaufen könnte? Wieviel teurer ist dieses, als ein A3? Ab wann hat sich das Elektro-Auto dann bei €1000 Ersparnis im Jahr homogenisiert?

Die Energiewende darf nicht zum finanziellen Nachteil der Menschen stattfinden, denn das ist genau das, was die Menschen dann eben nicht mitmachen.
#150
Registriert seit: 22.01.2016

Matrose
Beiträge: 9
Zitat jrs77;26538888
Was ist das derzeit billigste, rein elektrische Auto auf dem Markt, welches man für deinen Gebrauch kaufen könnte? Wieviel teurer ist dieses, als ein A3? Ab wann hat sich das Elektro-Auto dann bei €1000 Ersparnis im Jahr homogenisiert?

Die Energiewende darf nicht zum finanziellen Nachteil der Menschen stattfinden, denn das ist genau das, was die Menschen dann eben nicht mitmachen.


Ist glaub ich nicht eindeutig gewesen. Ich wollte mit meinem vorigen Posting nicht ausdrücken das ein E-Auto auf lange Sicht günstiger als ein vergleichbares konventionelles Auto ist, das ist es nach aktueller Marktlage sicher nicht. Ich wollte nur zeigen, dass der Preisunterschied auf längere Sicht nicht so groß ist wie er oberflächlich erscheinen mag.

Preistreiber bei E-Autos ist der Akku, aber die Akkupreise werden von Jahr zu Jahr billiger. Das ist ein Trend der sich sicher noch weiter fortsetzen wird. Weit weg vom break-even sind wir denke ich nicht mehr. Häufigen Unkenrufen zum Trotz gibt es nämlich keine ernsthafte Nachschubproblematik mit Akku-Rohstoffen.
#151
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Registriert seit: 17.06.2005

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1380
Ein VW Polo in der Topausstattung kostet €20.000. Da müssen wir hin mit den Preisen für E-Autos in der Einstiegsklasse. Und die müssen dann auch mindestens 400km Reichweite bei Tempo 130 km/h haben. Sprich, man muß alle 3 Stunden für eine halbe Stunde an den Supercharger. Erst dann wird sich das Elektro-Auto in der Masse durchsetzen.

Und dann sind wir immer noch nicht über den Punkt hinaus, daß der Strom für diese Millionen an neuen Elektro-Autos dann primär von Kohle-Kraftwerken produziert wird, da Wind und Sonne in Deutschland nunmal schlichtweg nicht ständig zur Verfügung stehen, vor allem im Winter nicht.
Sicher sind die Kohlekraftwerke effizienter als der Verbrennungsmotor im KFZ, aber das löst eben immer noch nicht das Problem, daß es eigentlich schon viel zu Spät ist, um die Kohlekraftwerke alle abzuschalten, damit wir eine Erwärmung von 3 oder 4°C bis 2050 noch abwenden könnten.

Wie gesagt, das ist alles viel zu halbherzig und das was gemacht wird ist für Otto-Normal-Verbraucher nicht bezahlbar.
#152
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Registriert seit: 20.12.2005
Großenhain/Jena
Admiral
Beiträge: 8989
Neben sinkenden Preisen für die Akkus, relativieren sich die Anschaffungspreise sicherlich, sobald eine gewisse Breite an verschiedenen Modellen verfügbar ist. Renault ist mit der Zoe praktisch alleine am Markt. Nissan und Hyundai bedienen schon die nächst höhere Klasse mit Preisen ab 30.000€. Was die deutschen Hersteller in der Lage sind zu „liefern“, sieht man ja in diesem Artikel. Und daran wird sich vor 2020 nicht mehr allzu viel ändern. Die erste Million E-Autos wird mittlerweile erst 2022 erwartet, da hat die Politik also noch etwas Zeit aus den Puschen zu kommen.
#153
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Registriert seit: 10.05.2006

Fregattenkapitän
Beiträge: 2934
Zitat jrs77;26534610
Jo, wenn wir die Kohlekraftwerke also noch ne Weile laufen lassen müssen, weil es eben sonst nicht anders geht ohne Atom-Strom, dann ist die ganze Diskussion hinfällig, da wir dann über eine Zukunft nicht mehr reden brauchen. Wenn wir beim Thema Klimawandel tatsächlich noch was retten wollen, dann gibt es keine Alternative zum weltweiten Abschalten der Kohle-Kraftwerke innerhalb der nächsten handvoll Jahre.


Und woher kommt dann der gesamte Strom bei Flaute und bedecktem Himmel? Gas?
#154
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Registriert seit: 17.06.2005

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1380
Zitat Kommando;26543995
Und woher kommt dann der gesamte Strom bei Flaute und bedecktem Himmel? Gas?


Atomkraft! Ohne Atomkraft werden wir den Spagat nicht hinbekommen. Aber die Menschen belügen sich halt gerne selbst.
#155
Registriert seit: 17.05.2007

Oberstabsgefreiter
Beiträge: 385
Sobald Carsharing in Kombination mit autonomen Autos und ein Verbot der manuellen Autos die großen Verkehrsprobleme der Welt löst - hat sich dann die Diskussion um Verbrauch/Besitzt/Effizienz erledigt.

Die E-Autos können noch so effizient sein, bringt alles nichts wenn jeder meint ein Auto oder sogar mehrere Autos besitzen zu müssen.
Das einzige was die Umwelt rettet, ist die Anzahl der Autos zu senken und das geht nur mit Carsharing und komplett Autonomen Fahren....
#156
Registriert seit: 13.06.2006
Würzburg
Kapitän zur See
Beiträge: 3244
Die Umwelt rettet das genau nur in der Produktion der Karren, denn die fällt geringer aus (und so die Zahl der Beschäftigten, die dann andere tolle Jobs finden werden...müssen). An den Personenkilometern wird sich nicht viel tun, die Mehrpersonenfahrten werden von den "ach, ich fahr mal schnell zu"-Fahrten kompensiert. Jüngeres und älteres Publikum kommt dazu.

Verbrauch und Effizienz wirst du am Preis für diese Dienstleistung sehen. Wird aber nicht der einzige Faktor sein, Datenschutz könnte nennenswert Einfluss haben. Denn vielleicht lässt man sich den Privacy-Modus bezahlen, damit man ungestört popeln darf - oder damit der örtliche Puff nicht amazonmäßig als "wollen Sie mal wieder zu ... fahren?"-Zielvorschlag auftaucht.
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