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Druck der US-Regierung

Anthropic fliegt aus der Lieferkette von Rüstungsunternehmen

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Anthropic fliegt aus der Lieferkette von Rüstungsunternehmen
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US-Rüstungsunternehmen beugen sich der Anordnung des United States Department of War und wollen künftig auf Software des KI-Entwicklers Anthropic in ihren Lieferketten verzichten. Das berichten mit der Angelegenheit vertraute Anwälte gegenüber Reuters. Demnach beabsichtigen die Unternehmen sogar, die Vorgaben umzusetzen, auch für den Fall, dass es an einer gültigen Rechtsgrundlage fehlt und das entsprechende Verbot vor Gericht keinen Bestand hat.

Auslöser ist eine Ankündigung von Donald Trump vom 27. Februar 2026. Er erklärte, alle Bundesbehörden anweisen zu wollen, die Technologie von Anthropic nicht weiter zu nutzen. Hintergrund sind Differenzen über Nutzungsbedingungen, die das Unternehmen nach Angaben aus Regierungskreisen nicht zugunsten staatlicher Anforderungen lockern wollte.

US-Kriegsminister Pete Hegseth stufte Anthropic daher als Risiko für die nationale Sicherheit ein. Mit sofortiger Wirkung dürften Auftragnehmer, Lieferanten oder Partner des US-Militärs keine kommerziellen Aktivitäten mehr mit dem Unternehmen durchführen. Die Anordnung zielt damit nicht nur auf direkte Behördennutzung, sondern auch auf die erweiterte Lieferkette im Verteidigungssektor.

Juristen äußerten gegenüber Reuters Zweifel an der rechtlichen Grundlage eines umfassenden Verbots. Nach ihrer Einschätzung reichten die bestehenden Befugnisse der Regierung nicht aus, um die allgemeine Nutzung von Anthropic-Technologie durch private Rüstungsfirmen pauschal zu untersagen. Gleichwohl sei davon auszugehen, dass Unternehmen, die stark von Pentagon-Aufträgen abhängig sind, kein Risiko eingehen und sich vorsorglich an die politischen Vorgaben halten.

Ein Sprecher von Lockheed Martin erklärte etwa, man werde den Anweisungen des Präsidenten und des Kriegsministeriums folgen. Zugleich betonte das Unternehmen, nicht von einem einzelnen KI-Anbieter abhängig zu sein, weshalb nur geringe operative Auswirkungen erwartet würden.

Die Reaktionen der Branche verdeutlichen, wie stark staatliche Auftragsvergaben strategische Entscheidungen im Verteidigungssektor beeinflussen. Auch bei unsicherer Rechtslage scheint für viele Unternehmen die Sicherung bestehender und künftiger Regierungsaufträge Vorrang zu haben.

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