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Mitarbeiter schürften Kryptowährungen im Atomkraftwerk

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Wie jetzt bekannt wurde untersuchen die ukrainischen Behörden aktuell einen möglichen Sicherheitsverstoß in einem Atomkraftwerk, nachdem die Mitarbeiter Teile des internen Netzwerks mit dem Internet verbunden haben um Kryptowährungen zu schürfen. Die Untersuchung wird vom ukrainischen Geheimdienst (SGE) geleitet. Der Geheimdienst betrachtet den Vorfall als mögliche Verletzung von Staatsgeheimnissen, da es sich bei Atomkraftwerken um eine kritische Infrastruktur handelt. 

Die Ermittler prüfen aktuell ob Angreifer aufgrund der illegalen Mine in der Lage waren, in das Netz des Kernkraftwerks einzudringen. Nach Angaben der ukrainischen Behörden ereignete sich der Vorfall bereits im Juli im Kernkraftwerk in der Nähe der Stadt Juschnoukrajinsk, die sich im Süden der Ukraine befindet. Die illegale Mine wurde am 10. Juli 2019 hochgenommen. Dabei sind laut Gerichtsdokumenten insgesamt ein Rechner mit sechs Radeon RX-470-Grafikkarten und ein Computer mit vier RX-470-Karten sichergestellt worden. Aufgrund der genutzten Hardware ist davon auszugehen, dass die Beschuldigten die Währungen Ethereum oder ZCash schürften und keine Bitcoins.

Aktuell werden mehrere Mitarbeiter des Atomkraftwerk verdächtigt, sich an der Minie beteiligt zu haben. Außerdem steht ein Mitglied der ukrainischen Nationalgarde unter Verdacht ebenfalls involviert gewesen zu sein. Verhaftungen gab es zum aktuellen Zeitpunkt allerdings noch keine.  

Bei den Vorkommnissen in der Ukraine handelt es sich keinesfalls um einen Einzelfall. Bereits im Februar 2018 verhafteten die russischen Behörden Ingenieure des russischen Nuklearzentrums, weil diese den Supercomputer der Behörde zur Gewinnung von Kryptowährungen verwendet hatten. Einen Monat später begannen australische Beamte die Untersuchung eines ähnlichen Falles im Bureau of Meteorology, wo Mitarbeiter Arbeitsrechner verwendet haben sollen, um ebenfalls Kryptowährungen zu schürfen. Im April 2018 wurde ein Mitarbeiter des rumänischen Nationalen Forschungsinstituts für Kernphysik und -technik ebenfalls beim Abbau von Kryptowährungen erwischt.