> > > > DWD WarnWetter-App: Gericht stuft kostenlose App als unzulässig ein

DWD WarnWetter-App: Gericht stuft kostenlose App als unzulässig ein

Veröffentlicht am: von

dwd-logoDer Deutsche Wetterdienst (DWD) darf seine Warndienst-App nicht mehr kostenlos anbieten. Dies hat nach einer Klage von Wetter Online das Landgericht in Bonn entschieden. Wetter Online hatte geklagt, da die kostenlose App zu einer Wettbewerbsverzerrung führen würde. Dies hat das Gericht nun bestätigt und weckt damit Erinnerungen an den Streit zwischen privaten und öffentlichen Sendern.

Wetter Online bietet ebenfalls eine eigne App an. Diese kann wahlweise mit Werbung genutzt oder gegen den Kauf der App in eine Version ohne Werbung umgewandelt werden. Da der DWD seine App komplett ohne Werbung und kostenfrei anbietet, greifen laut Wetter Online viele Anwender zu dieser App und schauen sich nicht nach weiteren Alternativen um. Erst recht werden Apps von Kontrahenten gemieden, die mit Werbung oder gegen einen Kaufpreis finanziert werden. Außerdem werde die App des DWD über Steuermittel finanziert, womit private Unternehmen es schwerer haben sich im Markt durchzusetzen. 

Die WarnWetter-App des DWD darf laut Urteil des Landgerichts nicht mehr kostenfrei angeboten werden. Dies betrifft alle Plattformen. Damit ist die App sowohl auf dem Smartphone, Tablet als auch für den Computer nicht zulässig. Das Gericht begründet seine Entscheidung damit, dass nicht nur Warnmeldungen über die App versendet werden, sondern auch umfassend über das Wetter informiert werde. Damit steht der Deutsche Wetterdienst in Konkurrenz zu privaten Unternehmen. Durch die kostenfreie App stärke das Unternehmen seine Marktmacht und somit sei das Angebot wettbewerbswidrig.

Derzeit hat der DWD noch keine Stellung zum Urteil bezogen. Erst einmal möchte man die vollständige Urteilsbegründung abwarten und danach entsprechend reagieren. 

Social Links

Kommentare (18)

#9
customavatars/avatar42286_1.gif
Registriert seit: 29.06.2006

Fregattenkapitän
Beiträge: 2927
Zitat
Tja, Urteil sehr zu begrüßen - und immer wieder nett zu sehen, was so alles mit der Rundfunksteuer getrieben wird.
Aber hat sich da nicht jemand „verplappert“? - Die Steuer soll doch offiziell keine sein, da sie dann illegal wäre - was sie ja eigentlich auch ist.


Wird der DWD denn aus der der Rundfunkgebühr gesponsert? Wäre mir neu, ich würde eher sagen, dass das wirklich Steuergelder sind.
Dann kann ich den Vorwurf der Privaten schon verstehen, aber ist dann auch ungeschickt vom DWD. Hätte man ja gleich ne kleine GmbH gründen können, die die App macht und vertreibt (Werbung/50ct), Wetterdaten weiterhin vom DWD.

Mfg Bimbo385
#10
customavatars/avatar172838_1.gif
Registriert seit: 11.04.2012

Flottillenadmiral
Beiträge: 4861
Zitat jrs77;25954436

Eine App, die vor Unwettern warnt darf nicht kostenlos angeboten werden, da sie von Steuergeldern finanziert wird.


Bevor du dich echauffierst, solltest du noch mal nachlesen, was da genau entschieden wurde.
#11
Registriert seit: 27.12.2006
NRW
Oberleutnant zur See
Beiträge: 1299
Es existiert keine Wettberbsverzerrung. Das ist ein fiktionales Kunstwort für Mimimimimimi. So sieht es aus.
Ich verlange sogar das die App kostenlos und Werbefrei ist wenn ich schon mit den Steuern dafür zahlen darf. Was mit den anderen Anbietern ist ist mir total egal.
#12
customavatars/avatar176584_1.gif
Registriert seit: 01.07.2012

Hauptgefreiter
Beiträge: 194
Naja, ich kann beide Seiten nachvollziehen, eine App die nur ein Bruchteil der Gebührenzahler nutzt sollte wirklich überdacht werden, ob dies vom Geld der Allgemeinheit bezahlt werden sollte.
Aber vor Gericht zu ziehen und dann noch dafür zu sorgen, dass der Nutzer benachteiligt wird, finde ich unter aller Kanone, so was schreit eigentlich nach einem Boykott.
#13
Registriert seit: 10.03.2005

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1505
Zitat jrs77;25954436
Und das zeigt alles auf, was mit dem Kapitalismus verkehrt läuft.

Eine App, die vor Unwettern warnt darf nicht kostenlos angeboten werden, da sie von Steuergeldern finanziert wird. Wo kommen wir da auch hin, wenn ein berechtigtes öffentliches Interesse wie Unwetterwarnungen kostenlos angeboten werden von einem staatlichen Dienst.

Es wird Zeit ein neues Wirtschaftssystem zu gestalten. Eines welches nicht den privaten Profit in den Vordergrund stellt.



sorry mod, muss ich zitieren er spricht mir aus der seele.
man könnte echt noch was vom steuergeld abbekommen...
ich hoffe die bieten die app dann für einen cent an.

wetter.de oder.com nutzt ja auch nur deren daten für ihre schlechte app mit werbung
#14
customavatars/avatar24005_1.gif
Registriert seit: 17.06.2005

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1365
Zitat [W2k]Shadow;25954498
gabs schon, ist dann gescheitert ;)
Alles gehört jedem, geht halt auch nicht; vor allem nicht, wenn die Leute dann auf den Spruch "Aus unseren Betrieben ist noch viel mehr heraus zu holen." anders reagieren, als gedacht ;)


Das ist die typische Reaktion von jemandem, der keine Ahnung von Wirtschaft hat und einfach nur die Neo-Liberalen Phrasen nachplappert. Keiner redet von Planwirtschaft oder verstaatlichten Kolchosen alá DDR oder UdSSR als zukünftiges sozialeres Wirtschaftssystem. Und selbst Marx hat etwas derartiges niemals vorgeschlagen. Marx redete davon, daß die Arbeiter auch gleichzeitig die Besitzer des Unternehmens sind und somit die Unternehmen demokratisiert werden. Es gibt gute Besipiele dafür in sogenannten Arbeiter-Kooperativen. Einfach mal nach Mondragon suchen, wo gezeigt wird, daß das auch in einem Konzern mit 100.000 Arbeitern funktioniert.
#15
customavatars/avatar267226_1.gif
Registriert seit: 12.02.2017

Gefreiter
Beiträge: 45
Zitat oooverclocker;25954428

[...]Aber hat sich da nicht jemand „verplappert“?[...]


?

Zitat oooverclocker;25954428

[...] und immer wieder nett zu sehen, was so alles mit der Rundfunksteuer getrieben wird.[...]


Zitat bimbo385;25955475
Wird der DWD denn aus der der Rundfunkgebühr gesponsert? Wäre mir neu, ich würde eher sagen, dass das wirklich Steuergelder sind.[...]


Treffer! Der DWD ist eine Bundesoberbehörde und somit "eine teilrechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur" (DWD - Wikipedia) die sich aus dem Haushaltsvolumen eben dieses Ministeriums finanziert, folglich komplett aus Steuern. Der Rundfunkbeitrag hat da nicht im Entferntesten was mit zu tun.
#16
customavatars/avatar179024_1.gif
Registriert seit: 29.08.2012

Flottillenadmiral
Beiträge: 5635
Wundert mich jetzt. Ich dachte, nur der Rundfunk interessiert sich dafür, wie das Wetter wird - mal abgesehen von ernsthaften Katastrophen.
#17
customavatars/avatar267226_1.gif
Registriert seit: 12.02.2017

Gefreiter
Beiträge: 45
Zitat oooverclocker;25958009
Wundert mich jetzt. Ich dachte, nur der Rundfunk interessiert sich dafür, wie das Wetter wird - mal abgesehen von ernsthaften Katastrophen.


Wenn du ganz offensichtlich nicht mit dem Thema vertraut bist, was deine Überraschung mit ausdrückt, warum haust du dann so ein polemisches Gepolter auf untersten Niveau raus? Die Aufgaben des DWD ergeben sich aus §4 DWDG, zudem unterhält der DWD die Deutsche Meteorologische Bibliothek (1847!), die eine der größten und ältesten Bibliotheken für Meteorologie der Welt ist, mit Beständen die bis ins 15. Jahrhundert. zurück reichen. Die Daten die der DWD erhebt sind relevant für Forschung, Wirtschaft und die Bürger dieses Landes.
Das Urteil ist nachvollziehbar, eine kommerzielle Wettervorhersage hat selbstverständlich keine gerechten Chancen gegen einen steuerlich finanzierten Dienst. Insofern wird sich die App wohl nur auf den Kernbereich, der Warnung vor Unwettern, beschränken müssen.

Übrigens stellt der DWD auch einen Email Newsletter zu verschiedenen Wetterwarnung bereit.
#18
customavatars/avatar179024_1.gif
Registriert seit: 29.08.2012

Flottillenadmiral
Beiträge: 5635
Deshalb:
Zitat
Dies hat das Gericht nun bestätigt und weckt damit Erinnerungen an den Streit zwischen privaten und öffentlichen Sendern.

Daraus habe ich geschlossen, dass der DWD vom Rundfunk finanziert wird, da diese ja jeden Tag die Vorhersagen und Meteorologen brauchen.
Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!

Das könnte Sie auch interessieren:

TomsHardware.de muss seine Pforten schließen (Update)

Logo von IMAGES/STORIES/2017/THG

Eine der bekanntesten deutschen IT-Seiten TomsHardware.de wird abgeschaltet. Damit geht eine Ära zu Ende, denn die 1996 noch unter einem anderen Namen gestartete Webseite gehört sicherlich zu den Größen in diesem Bereich. Der genaue Termin für die Abschaltung der Server steht noch nicht... [mehr]

Interstellar: Hunderte CPUs berechnen schwarzes Loch

Logo von IMAGES/STORIES/2017/SCHWARZES-LOCH

Der Film Interstellar aus dem Jahre 2014 zeichnete sich vor allem durch eine möglichst realistische Darstellung und Simulation eines schwarzen Loches aus. Christopher und Jonathan Nolan schrieben das Drehbuch und zeichneten sich auch für die filmische Umsetzung verantwortlich. Der... [mehr]

Ende des Mining-Booms: Absätze bei den Grafikkarten brechen um bis zu 80 % ein...

Logo von IMAGES/STORIES/2017/BITCOIN

Investoren und Analysten mahnen seit Monaten vor einem Einbruch am Grafikkarten-Markt, doch bisher hat sich dies in den Absatz- und Umsatzzahlen der Hersteller noch nicht wirklich gezeigt. Nun mehren sich aber die Zeichen aus Asien, dass es ab März/April einen erheblich Einbruch bei den... [mehr]

NVIDIA intern: Begehrtestes Produkt ist ein Lineal

Logo von IMAGES/STORIES/2017/NVIDIA

Zwischen den Jahren einmal etwas Kurioses: Größere Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern oftmals in internen Shops bestimmte Produkte an. T-Shirt und Kaffeetasse sind hier nur die einfachsten Beispiele. NVIDIA verkauft alle eigenen Produkte natürlich auch an die eigenen Mitarbeiter. Dazu... [mehr]

Ermittler nehmen großes, illegales Usenet-Portal vom Netz

Logo von RECHTSSTREIT

Wie die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) in Zusammenarbeit mit mehreren Ermittlungsstellen per Pressemitteilung bekannt gab, hat es am Mittwoch und Donnerstag eine bundesweite Groß-Razzia gegen das Portal „usnetrevoloution.info“ gegeben – wegen des Verdachts... [mehr]

NVIDIA stellt das GeForce Partner Programm ein

Logo von IMAGES/STORIES/2017/NVIDIA

Das NVIDIA GeForce Partner Programm oder kurz GPP sollte Anreize für Boardpartner und letztendlich auch den Käufer einer Grafikkarte schaffen. Doch ein möglicher unerlaubter Wettbewerbsvorteil warf ein eher schlechtes Licht auf das Programm. Nun hat NVIDIA das Programm offiziell eingestellt. Als... [mehr]