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Tech-Unternehmen sollen in der EU deutlich stärker zur Kasse gebeten werden

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Es ist bekannt, dass auch und gerade Tech-Unternehmen gerne Steuerlücken ausnutzen. Gerade Unternehmen, die vorwiegend digital operieren, bzw. digitale Güter anbieten, haben dabei besondere Möglichkeiten. Denn sie können ihre Server eben positionieren, wo sie es für richtig halten und trotzdem länderübergreifend agieren. Genau bei derartigen, multinationalen Vorgehensweisen soll eingeschritten werden.

Deswegen planen Frankreich, Italien, Spanien und auch Deutschland Unternehmen wie Amazon, Google oder Apple basierend auf den Umsätzen und nicht den Gewinnen zur Kasse zu bitten. Denn bei den Gewinnen ziehen die Unternehmen alle Register, um Steuern zu umgehen. So werden Einnahmen aus anderen EU-Ländern dann beispielsweise so kanalisiert, dass die Gewinne erst in Irland versteuert werden, wo deutlich weniger Steuern anfallen, als etwa in Deutschland.

In einem gemeinsamen Brief sprechen sich die Finanzminister Bruno Le Maire (Frankreich), Pier-Carlo Padoan (Italien), Luis de Guindos (Spanien) und Wolfgang Schäuble (Deutschland) für eine Reform aus. Ziel ist es, dass die jeweiligen Unternehmen in den einzelnen Ländern, in denen sie ihre Umsätze und Gewinne erwirtschaften, auch die angemessenen Steuern zahlen. Die Finanz- und Wirtschaftsminister fordern deswegen von der EU-Kommission eine neue Regelung. Gespräche darüber sollen zwischen dem 15. und dem 16. September auch in Tallinn geführt werden.

Allerdings muss man betonen, dass es die Versäumnisse der Politik sind, welche den Unternehmen die Ausnutzung derartiger Lücken ermöglichen. Denn dass Wirtschaftsunternehmen für sich und ihre Aktionäre natürlich alle legalen Möglichkeiten ausschöpfen, ist naheliegend. Insofern schaltet sich die Politik hier erst sehr spät ein, um mit der Realität Schritt zu halten. Welche Auswirkungen potentielle neue Steuermodelle möglicherweise auf die Preisgestaltungen der Unternehmen hätten, ist offen. Zumal es sich natürlich eine ganze Weile hinziehen kann, bis verbindliche Gesetze und Regelungen beschlossen sind.

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Kommentare (9)

#1
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Registriert seit: 20.01.2011

Leutnant zur See
Beiträge: 1069
Buschfunk munkelt 2 Billionen im Jahr, die allein in Deutschland am Fiskus vorbei in die Südsee gehen. Damit könnte man natürlich das gesamte Sozialsystem reformieren und allen Menschen noch ein Eis kaufen. Statt dessen zeigen die Medien mit dem Finger auf Flüchtlinge, Arbeitslose oder sonstige Schrankwandpuppen, die sich nicht verteidigen können.

Nun ja - wir wollen es ja nicht anders.
#2
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Registriert seit: 18.05.2007

Korvettenkapitän
Beiträge: 2438
@Shevchen

Du kannst sicher sein das davon nichts für Bedürtige oder in die Sozialkassen fließen würde, lieber noch eine Behörde in der EU oder verdeckte Beamtenvergütungen usw. - der Michel muss klein gehalten werden, das war so und bleibt auch so !
#3
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Registriert seit: 06.02.2014
Im sonnigen Süden
Admiral
Beiträge: 12408
Also ich weiss nicht ob es per se sinnvoll wäre, den Umsatz zu versteuern...
Ein Unternehmen das in Schieflage ist, also keinen Gewinn mehr erwirtschaftet, kann sich dann nur noch schlechter erholen.

Die extreme Standortgebundenheit dagegen könnte man eventuell ändern.
#4
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Registriert seit: 09.01.2004

Kapitänleutnant
Beiträge: 2003
Zitat DragonTear;25805801
Also ich weiss nicht ob es per se sinnvoll wäre, den Umsatz zu versteuern...

Gewinn muss da versteuert werden, wo er generiert wird. Genauso muss ich auch meine Arbeitsleistung hier versteuern und kann sie nicht durch Lizenzgebühren, die ich an mich selbst zahle, im Ausland versteuern. :fresse:
Ich bin kein VWLer, möglich ist das aber allemal und auch ohne Unternehmen in Schieflage zu bringen.

Was mich eher wundert ist, wieso man erst jetzt auf die Idee kommt? Die PDS hat das schon vorgeschlagen, bevor sie zur Linken fusionierten, aber es wollte ja nie jemand etwas davon wissen, wahrscheinlich weil man (wie immer) auf die Ehrlichkeit der Unternehmen gehofft hat :xmas:
#5
Registriert seit: 13.09.2008
Oben uff'm Speischer
Kapitän zur See
Beiträge: 3146
Zitat DragonTear;25805801
Also ich weiss nicht ob es per se sinnvoll wäre, den Umsatz zu versteuern...
Ein Unternehmen das in Schieflage ist, also keinen Gewinn mehr erwirtschaftet, kann sich dann nur noch schlechter erholen.


Ich glaube, das verstehst du falsch. Hier soll nicht pauschal ein Prozentsatz des Umsatzes als Steuer abgeführt werden, sondern der Umsatz als Berechnungsgrundlage dienen, um den zu versteuernden Anteil des Gewinns festzulegen. Ich geb dir mal ein frei erfundenes, stark vereinfachtes Beispiel:

Momentane Situation:
- Ein Unternehmen deklariert 100 Millionen Euro Umsatz, davon 90 Millionen in Deutschland
- Das Unternehmen deklariert 5 Millionen Euro Gewinn, davon 0,5 Millionen in Deutschland und 4,5 Millionen auf den Kaimaninseln
- Der Deutsche Staat zieht die 0,5 Millionen Gewinn als Berechnungsgrundlage für die ans Finanzamt zu zahlende Summe heran
- Bei einem Steuersatz von 20% zahlt das Unternehmen 100,000 € Steuern in Deutschland

Wo die Situation hinsoll:
- Ein Unternehmen deklariert 100 Millionen Euro Umsatz, davon 90 Millionen in Deutschland ---> 90%
- Das Unternehmen deklariert 5 Millionen Euro Gewinn
- Der Deutsche Staat zieht 90% der 5 Millionen Gewinn als Berechnungsgrundlage für die ans Finanzamt zu zahlende Summe heran
- Bei einem Steuersatz von 20% zahlt das Unternehmen 900,000 € Steuern in Deutschland

In der Realität ist das Ganze natürlich nochmal deutlich komplizierter und nuancierter, aber grundsätzlich geht es darum, dass Unternehmen dort Steuern zahlen sollen, wo sie operativ tätig sind, und nicht dort, wo sie in einer Steueroase eine mit drei Mitarbeitern bestückte "Firmenzentrale" besitzen.
#6
Registriert seit: 29.05.2011

Matrose
Beiträge: 5
Wird auch Zeit diese Lücken zu schließen, kann ja nicht, dass diese Unternehmen ständig Rekordgewinne einfahren und nebenher noch schön Steuern "hinterziehen".
#7
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Registriert seit: 07.09.2004

Flottillenadmiral
Beiträge: 4810
Das kann man auf den Cent berechnen, da die Bestellungen und Bezahlung festgehalten werden - und das ging schon immer...

Wieso die Politik sich so schwer tut ist auch leicht zu begründen, man schaue sich nur an was deutsche Firmen tun (VW & Lion Air Services usw.).

Das anzugehen könnte unangenehme Folgen auf das Leben nach der Politik nach sich ziehen...
#8
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Registriert seit: 09.11.2009
(Nord-)Baden
Kapitänleutnant
Beiträge: 1748
Die Idee von CCCTB und Co. sind ja eigentlich gut. Das große Problem ist nur, dass man das erstmal nur innerhalb der EU wird machen können. Damit fliegt Irland als Steueroase zwar raus, aber alles in der Südsee bleibt...
#9
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Registriert seit: 20.01.2011

Leutnant zur See
Beiträge: 1069
Wenn du den Umsatz hier generierst, muss er auch hier versteuert werden. Das ist ja die Idee dahinter. Dein Firmenhauptsitz in Tropico fällt dann also flach.
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