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Mitarbeiter bestreiken Amazon am Prime-Day an sechs Standorten

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amazonAmazon feiert heute seinen Prime Day mit zahlreichen Angeboten und Schnäppchen. Der Versandhändler erwartet durch die Rabatte eine besonders hohe Nachfrage und genau dies scheinen die Mitarbeiter auch zu wissen. Laut der Gewerkschaft Verdi haben an insgesamt sechs deutschen Standorten viele Mitarbeiter ihre Arbeit niedergelegt und bestreiken das Unternehmen. Zu den Standorten zählen Bad Hersfeld, Koblenz, Rheinberg, Werne, Graben und Leipzig. Laut der Gewerkschaft soll an den Versandstandorten Chaos herrschen. Amazon hingegen gibt an, dass der Streik keine Auswirkung auf die Bestellungen hätte und der Versand wie gewohnt weiterlaufen würde.

Die Mitarbeiter streiken an den verschiedenen Standorten nicht den kompletten Tag. Die Arbeit wird lediglich für einige Stunden niederleget, um die Abläufe zu stören. Geht es nach Verdi, gehe die Taktik auf. Mit dem Streik erhoffen sich die Mitarbeiter eine höhere Bezahlung, Weihnachtsgeld sowie Urlaubsgeld. Ob Amazon auf die Forderungen eingehen wird, gilt derzeit eher als unwahrscheinlich.

Unklar ist bisher, ob Prime-Kunde durch den Streik mit einer längeren Versandzeit rechnen müssen. Prime-Kunden erhalten durch die Jahresgebühr unter anderem einen schnelleren Versand. Ob dies durch die Niederlegung der Arbeit allerdings bei jedem Kunden noch möglich ist, bleibt abzuwarten.

Es ist sicherlich auch davon abhängig, wie erfolgreich der diesjährige Prime-Day von der Kundschaft angenommen wird. Sollten viele Bestellungen eingehen, dürfte das ein oder andere Paket aufgrund des kurzzeitigen Streiks sicherlich später als geplant in den Versand gehen. Wie Amazon in einem solchen Fall seinen Kunden entgegenkommt, ist derzeit noch nicht klar. Der Prime-Day läuft bereits seit gestern 18 Uhr und wird noch bis heute Nacht um 0 Uhr andauern.

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Kommentare (15)

#6
Registriert seit: 17.09.2009

Stabsgefreiter
Beiträge: 378
Die Existenzberechtigung für Verdi ist genau das, und leider das einzig Gute was dort noch getan wird. Die restliche Gewerkschaftsarbeit ist leider auf Regierungslinie gleichgeschaltet und damit wertlos.

Daher sollte man genau hier nicht meckern, sondern sich freuen das es noch ein ganz klein wenig Restgewerkschaft gibt.
#7
Registriert seit: 08.07.2007
Rheinland-Pfalz
Flottillenadmiral
Beiträge: 4990
@CopieGeil
Bist du etwa einer der für den Mindestlohn arbeitet?
Sorry, aber wenn man sich für einen "schlecht" bezahlten Beruf entscheidet, dann weis man das doch wohl vorher, schlimmer jedoch, wenn man nicht qualifiziert genug ist um einen "besser" bezahlten Beruf auszuüben und rumheult, ja dann muss man halt was dafür tun und sich nicht zurücklehnen und rumjammern.
Wenn dir deine Qualifikationen also nicht durch deinen Namen, der Firma deines Vaters oder sonstige anderweitige Faktoren zu denen du NICHTS beigetragen hast, verliehen werden, dann musst du dafür eben ackern.

@Topic
Die Gewerkschaften haben sich in den vergangenen Jahrzehnten leider nur noch zu bürokratischem Beiwerk entwickelt. Man kassiert fleißig von den Mitarbeitern die Beiträge, hält Hasstiraden auf den Betriebsversammlungen von großen Unternehmen und bewirkt letzten Endes für den Mitarbeiter ja doch nicht mehr viel. Die Unternehmen sitzen am längeren Hebel, im Notfall wird der Standort in Deutschland geschlossen und nach Osteuropa verlagert.
#8
Registriert seit: 14.09.2006
Raubling
Kapitänleutnant
Beiträge: 1863
@formaldehyd
Ich arbeite für weniger als den Mindestlohn, genau habe ich einen Stundenlohn von 4,76€. Und das habe ich mir nicht freiwillig ausgesucht. Wegen einer Erkrankung konnte ich keinen Beruf erlernen und bin in einer WfB beschäftigt. Aber das ist ein anderes Thema.

Leider hast Du Recht, daß die Gewerkschaften nicht mehr das sind, was sie waren. Das hat viele Gründe. Zum einen wurden die Gewerkschaften von der SPD im Stich gelassen und mittlerweile ist die Situation vielfach so, daß es den Funktionären nur noch um den Selbsterhalt geht, also genau der gleiche Mist wie bei den Politikern. Auf die eigenen Pfründe schauen.
Aber es gibt Gottseidank immer noch engagierte Betriebsräte, die für Ihre Leute was rausholen, sei es sozialen Stellenabbau (über das Alter) etc.
Die Betriebsräte können aber ohne einen Rückhalt nicht existieren. Die Gewerkschaften stellen Rechtsanwälte, die dem Betriebsrat die Möglichkeit geben, auch mal vor Gericht zu streiten. ALlein die Gründung eines Betriebsrat braucht Hilfe und Rückhalt.
Ist alles nicht so einfach und läßt sich auch nicht in ein paar Zeilen pressen. Mein Vater war 30 Jahre lang Betriebsratsvorsitzender bei einer Firma und hat viel Gutes für seine Kollegen erreicht. Darum habe ich etwas Einblick in die Dinge.
#9
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Registriert seit: 14.03.2007
Au-x-burg
Galionsfigur
Beiträge: 1153
[LEFT]
Zitat Copiegeil;25671770
@HaCkEr666
Was hast Du bei Amazon gemacht? Sicher nicht für den Mindestlohn im Eiltempo Pakete zusammengestellt!?


Ich war in der Abteilung Stow. Wir waren zuständig Ware in Regale zu sortieren. Später dann war ich ein sogenannter Cart-runner.
Weißt du was die machen? Für 8 Stunden heben wir bis zu 25KG schwere Kisten von Rollbändern zu je neun auf Wägen
die dann an die ebene genannte Abteilung Stow übergeben werden. In meiner Zeit dort habe ich 6KG abgenommen und
mein Körperfett auf 8% gebracht. Ein wahrer Höllenjob. Hat spaß gemacht. Es erfordert viel mehr Planung und logistisches Denken
als ich zuerst gedacht habe. Und ja- zum gebotenen Mindestlohn! Ich wollte sogar bleiben wurde aber nicht übernommen.

Und denoch würde ich mich nicht beschweren wollen. Ich wusste worauf ich mich einlasse und habe mit dem selben Anspruch
gearbeitet wie ich Ihn bei jedem Job habe. Wem es nicht gefällt, kann ja gehen oder in dem Beruf arbeiten den mann gelernt hat.
In meinem Fall in der Gastronomie wo ich weniger verdiene und schlechter behandelt werde. Dazu kommt das wenn mann übernommen
wird, das Gehalt signifikant steigt über einen Zeitraum von 5 Jahre und das mit guten Aufstiegschancen.

Aber von nichts kommt nicht! Wer den ganzen Tag sich über seinen Job beschwert, langsam und unmotiviert arbeitet und am streiken ist
wird nie eine Chance bei Amazon bekommen. Und das waren genau die Leute die bei uns gestreikt haben! Natürlich nicht nur, aber ein großer Teil.
Leute mit Festvertrag in der Tasche die den ganzen Tag spazieren gehen, kein Witz machen die wirklich, und Leute zulabern wie kacke doch alles ist.
[/LEFT]
#10
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Registriert seit: 09.06.2013
Berlin Am Kotti
Oberstabsgefreiter
Beiträge: 476
Die Amazon-Vergütungen sind nicht schlecht,
für ein Tätigikeit die keine Berufsausbildung erfordert:

■ Mind. 10,30 Euro brutto/Stunde Basislohn an allen Logistikstandorten
■ Jährlicher Lohnüberprüfungsprozess
■ Garantierte Lohnerhöhungen in den ersten zwei Jahren (Stufenerhöhungen)
■ Verdienst nach zwei Jahren: durchschnittlich 2.483 Euro brutto monatlich, inkl. Zusatzleistungen
■ Monatliche Bonuszahlungen sowie Zuschläge für Mehrarbeit
■ Jahressonderzahlung
■ Betriebliche Altersversorgung, kostenlose Berufsunfähigkeits- und Lebensversicherung
■ Mitarbeiteraktien und -rabatte
■ Familienbonus bei der Geburt und für Eltern in Elternzeit


Steht hier & mehr zum nachlesen
#11
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Registriert seit: 12.09.2006
Berlin ist Vorort davon
Admiral
Beiträge: 12362
Was für ne Krankheit verhindert einen Job zu lernen und wie geht es, dass man unter Mindest Lohn arbeitet???


Freundliche Grüße :)
#12
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Registriert seit: 09.06.2013
Berlin Am Kotti
Oberstabsgefreiter
Beiträge: 476
Zitat Flatsch;25681277
Was für ne Krankheit verhindert einen Job zu lernen und wie geht es, dass man unter Mindest Lohn arbeitet???


Freundliche Grüße :)



Es gibt eine Regelung, das Langzeitarbeitslose die ersten 6 Monate
keinen Anspruch auf den Mindestlohn haben
Hier nachzulesen
#13
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Registriert seit: 12.09.2006
Berlin ist Vorort davon
Admiral
Beiträge: 12362
Ok, dass wusste ich,habe das aber nicht so heraus gelesen..

Dennoch Frage ich mich, welche Krankheit hindert einen daran, einen Job zu erlernen...


Freundliche Grüße :)
#14
Registriert seit: 02.09.2009

Flottillenadmiral
Beiträge: 5316
Das Problem heist Outsourcing und Personaldienstleister (aka Zeitarbeit).

Früher waren Mitarbeiter von Zeitarbeitsfirmen höchstqualifizierte Menschen, die in der Lage waren sich ich kürzester Zeit in jeden Arbeitsprozess reinzufinden - Aufgrund von Berufserfahrung und außergewöhnlichen Fachkenntnissen. Da bekam nicht jeder Hans und Franz eine Arbeitsvertrag. Die Bezahkung war auch weit überdurchschnittlich um nicht zu sagen fürstlich. Es gab auch nicht allzuviele Zeitarbeitsfirmen (Adia, Ranstatt und noch ein oder zwei).
Firmen haben nur bei wirklichen Personalengpäsen Mitarbeiter von Zeitarbeitsfirmen Tage-/Wochenweise für sehr viel Geld eingekauft, z.B. bei Ausfall eines Mitarbeiters in oftmals leitender Position durch Krankheit, Unfall, Tod oder kurzfristig höherem Auftragsvolumen als erwartet oder um ungeplante Verzögerungen aufzufangen.

Schau dir einfach an, was heute abgeht, Nahezu 90% aller Jobs gehen über Personaldienstleister, die sich da 'ne Goldene Nase auf Kosten der Allgemeinheit verdienen - Harz IV macht's möglich - Oder Anders gesagt, wenn du Heute was verdienen willst, mußt du dich als Personalvermittler selbstständig machen (ist mittlerweile nicht mehr ganz so einfach, da es davon schon zu viele gibt!)

Meine Hitliste der "Blutsauger" der Nation hat sich mitlerweile folgendermaße verschoben:
1. Personaldienstleister
2. Immobilienmakler / Wohnungsmakler
3. Notare
#15
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Registriert seit: 29.07.2016

Bootsmann
Beiträge: 739
Hab hier jetzt die ganze zeit mitgelesen und überlegt, ob ich was schreiben soll jetzt aber doch:

Es ist leider viel Quatsch, was hier geschrieben wird. Ich habe jetzt selbst 4 Monate bei Amazon gearbeitet (Übergang nach dem Abi). Amazon arbeitet an meinem Standort gar nicht mit Zeitarbeitsfirmen. Jeder Mitarbeiter verdient hier mindestens 10,75 €. Die Arbeit ist nicht schlimm, solange man halbwegs arbeitet, sagt niemand was, mir wurde noch nie druck gemacht oder ähnliches. Wenn man sich gut anstellt, darf man schnell andere Aufgaben übernehmen. Irgendwelche Gespräche, in denen mir druck gemacht wurde, habe ich nicht erlebt, auch bei anderen nicht. Es gibt hier ständig Streiks, aber es ist nur eine sehr kleine Minderheit bei Verdi, die meisten halten davon nichts. Wirklich das einzige, was ich kritisiere, sind die Befristungen, wobei man sagen muss, dass viele Leute hier komplett unmotiviert sind und gar keinen Bock haben. Daher kann ich es irgendwie verstehen, dass sich Amazon die Leute erstmal anschaut.

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