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Number26: Neue Fair-Use-Regeln dürften Kunden und Verbraucherschützer ärgern

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Number26 LogoErst wollte man eine Kündigungswelle nicht kommentieren, kurze Zeit später folgte dann aber doch ein Statement. Geholfen hat das Number26 aber nicht, um die Welle der Kritik verebben zu lassen. Im Gegenteil: Mit der Ankündigung, man werde neue Regeln im Sinne einer überarbeiteten Preisstruktur erarbeiten, brachte man kurze Zeit später wieder Kunden gegen sich auf. In Teilen könnten die sich nun bestätigt fühlen, nicht jeder dürfte mit der sogenannten Fair-Use-Regelung einverstanden sein.

Die sieht zunächst ein grundsätzlich kostenloses Konto vor, generelle Kontoführungsgebühren wird Number26 auch weiterhin nicht verlangen. Änderungen gibt es aber bei Bargeldabhebungen. Keine Gebühren werden künftig fällig, wenn bei Cash26-Partnern - dazu gehören unter anderem die Ketten Penny, Real, Rewe und Budni - Geld im Rahmen eines Einkaufs abgehoben wird.

Erfolgt die Abhebung hingegen an anderer Stelle, beispielsweise an einem Geldautomaten, wird es etwas komplizierter. Kunden unter 26 Jahren oder diejenigen, die Number26 für die Führung ihres Hauptkontos nutzen, können dies fünfmal pro Monat kostenlos tun. Als Hauptkonto definiert das Unternehmen die Konten, auf denen entweder regelmäßig Einkommen oder innerhalb von zwei Monaten Gutschriften in Höhe von mindestens 1.000 Euro eingehen. Werden die Kriterien nicht erfüllt, sind nur drei kostenlose Bargeldabhebungen inbegriffen. Ab der sechsten bzw. vierten Abhebung außerhalb des Cash26-Netzwerks werden dann jeweils 2 Euro fällig. Ausnahme: Abhebungen im Ausland bleiben auch weiterhin kostenlos. Inkraft wird die neue Regelung am 7. September treten, zunächst wird es dann aber eine dreimonatige Übergangsfrist geben, in denen die Zusatzgebühr nicht verlangt wird.

Eine Mehrheit der Nutzer soll sich für Abhebebebühren statt einer Grundgebühr ausgesprochen haben
Eine Mehrheit der Nutzer soll sich für Abhebegebühren statt einer Grundgebühr ausgesprochen haben

Als Grund für diese Struktur nennt Number26 die insbesondere in Deutschland hohen Kosten für Bargeldabhebungen und bestätigt damit nochmals, warum Ende Mai eine hohe Zahl an Kunden die Kündigung erhielt.

Klausel verstößt gegen Urteil des Bundesgerichtshofs

Ärger mit Verbraucherschützern dürfte die neue Preisliste aber ebenfalls einbringen. Denn an letzter Stelle werden die Gebühren für Ersatzkarten genannt, die je nach Versandgeschwindigkeit 10 oder 25 Euro betragen. Zwar betont Number26, dass der Kunde nur dann zahlen muss, wenn er für Verlust oder Beschädigung der alten Karte verantwortlich ist.

Der BGH hatte aber bereits im vergangenen Oktober entschieden, dass die Ausstellung einer Ersatzkarte grundsätzlich kostenlos sein müsse. Den Richtern zufolge sei eine zum Konto gehörende Karte ein fester Vertragsbestandteil, ohne den das Konto selbst nicht genutzt werden könne. Einzige Bedingung: Der Kunde muss die alte Karte sperren lassen.

Kostenpflichtiges Konto in der nächsten Woche

Zusätzlich hat Number26 aber auch ein komplett neues Produkt angekündigt. Gegenüber mobiFlip erklärte das Unternehmen, dass man ab der nächsten Woche das Flex Konto anbieten werde. Damit richtet man sich an diejenigen, die aufgrund mangelnder Bonität von anderen Banken abgelehnt worden sind oder würden - so die eigene Aussage. Allerdings unterschlägt man damit das seit 19. Juni geltende Recht auf ein Basiskonto - ein sogenanntes Jedermann-Konto - unabhängig von der Bonität bei jeder deutschen Bank.

Details will man erst in den kommenden Tagen verraten, in der von Number26 bereitgestellten API sind aber bereits einige wenige Informationen enthalten. Antragsteller werden demnach während der Anmeldung darauf hingewiesen, wenn ihre Bonität für das kostenlose Konto zu gering ist - im direkten Anschluss soll das Flex Konto als Alternative genannt werden.

Für das werden der API zufolge pro Monat 6 Euro Grundgebühr verlangt, für jede Bargeldabhebung werden 2 Euro fällig - auch, wenn diese bei Cash26-Partnern erfolgt. Einmal pro Jahr will Number26 die Bonität der entsprechenden Kunden überprüfen. Hat diese dann eine gewisse Höhe erreicht, soll der Wechsel zum kostenlosen Modell möglich sein.

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Kommentare (13)

#4
Registriert seit: 12.06.2015

Leutnant zur See
Beiträge: 1238
"Der BGH hatte aber bereits im vergangenen Oktober entschieden, dass die Ausstellung einer Ersatzkarte grundsätzlich kostenlos sein müsse."

Das ist ja gut zu wissen, musste erst vor ein paar Monaten dafür blechen, dass ich eine bekomme, weil die alte Karte einfach nichtmehr funktioniert hat.. das machen die Großen Banken also trotz Gerichtsurteil nicht anders in der Praxis :D
#5
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Registriert seit: 07.09.2004

Flottillenadmiral
Beiträge: 4827
Ich hätte da einen Vorschlag,
Banken dürfen Kontogebühren usw. einführen, aber dafür mit dem Geld der Kunden nicht arbeiten - tun sie es doch, müssen sie den Kunden an den Gewinnen beteiligen...

Wäre doch gerecht.
#6
Registriert seit: 26.05.2006
Bern (CH)
Leutnant zur See
Beiträge: 1047
Klingt doch fair?
Heute braucht ja fast keiner mehr Bargeld.
#7
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Registriert seit: 23.03.2014

Oberstabsgefreiter
Beiträge: 467
Machen sie doch schon, nennt sich Zinsen..die gerade zwar bei 0,05% liegen, aber Mann, kann man sich ja nicht drüber beschweren..hab ganze 7 cent gekriegt, wenn das mal nichts ist.
#8
Registriert seit: 26.05.2006
Bern (CH)
Leutnant zur See
Beiträge: 1047
@Googlespoon
Krass, ich hab auf meinem Zahlungskonto 0.500%, alle Anlagen haben deutlich über 1% Zins.
#9
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Registriert seit: 02.12.2005

Vizeadmiral
Beiträge: 8146
Zitat DragonTear;24733831
Darf eine bank nie die AGBs ändern, oder was? Es ist auch ein Unternehmen.


Liest Du den Satz bis zum Ende nicht durch, oder was? Die Änderung der AGB ist nicht der Kernpunkt, sondern die anderslautende Rechtsprechung!
#10
Registriert seit: 26.04.2015

Oberbootsmann
Beiträge: 855
Zitat Krümelmonster;24735769
Liest Du den Satz bis zum Ende nicht durch, oder was? Die Änderung der AGB ist nicht der Kernpunkt, sondern die anderslautende Rechtsprechung!


Die interessiert meine Stadtsparkasse seit Jahren nicht, in vielen Punkten. Die sind auch nicht bereit dort mit sich reden zu lassen, weswegen ich nun von denen Weg bin (auf dauer einfacher als immer wieder zum Anwalt rennen zu müssen, wegen eigentlichen Kleinigkeiten). Number26 ist da noch richtig harmlos dagegen, zumal ich den "kleinen" Rechtsverstoß bei den Gebühren für eine verlorene Karte sogar noch nachempfinden kann (den ich hab keine Lust, für Schlamper, die ihre Karte ständig fahrlässig verlieren, diese quer zu finanzieren - die Gebühr hätte hier durchaus einen erzieherischen (und bei einigen durchaus notwendigen) Effekt).
#11
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Registriert seit: 06.03.2016

Leutnant zur See
Beiträge: 1220
Zitat Robo;24735107
Ich hätte da einen Vorschlag,
Banken dürfen Kontogebühren usw. einführen, aber dafür mit dem Geld der Kunden nicht arbeiten - tun sie es doch, müssen sie den Kunden an den Gewinnen beteiligen...

Wäre doch gerecht.



Das war doch Ironie? Du verfügst schon über gewisse Grundkenntnisse wie unser Geld- und Bankensystem funktioniert oder?
#12
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Registriert seit: 29.03.2004
München
Oberstabsgefreiter
Beiträge: 487
Zitat DragonTear;24733831

Was ich eher finde ist, es schwinden irgendwie die Vorteile dieses Dienstes im vergleich zu normalen Girokonten.. Inzwischen gibt es ja auch etliche von denen ohne Grundgebühr :/ Also weshalb sollte man die nehmen?
Ernste Frage, ich will endlich von der Sparkasse weg...


Subjektive Antwort auf deine ernstgemeinte Frage: Ich nutze das Konto von N26 schon gut ein Jahr und länger. Super sind aufjedenfall sachen wie die temporäre Katensperrung, das setzen von täglichen und monatlichen Abhebelimits, sperren von Auslandstransaktionen und die wichtigste Funktion für mich ist das MoneyBeam, wo ich mit wenigen klicks Freunden, die das Konto ebenfalls nutzen, schnell mal geld Rüberwerfen kann. Diese ganzen Spielereien lassen sich komfortabel aus der App heraus bedienen. Zu keinem Zeitpunkt ist der Kundendienst von N26 notwendig, nicht mal beim eröffnen eines Dispo-Kredites. Man kann hier kritisieren wie man will, aber das ist schon alles eine feine Sache und lässt die "normalen" Banken alt aussehen.

Dem gegenüber stehen, meiner Meinung nach, zwei Sachen. Das erste Problem ist die fehlende Girokarte. Zwar hat N26 am Anfang des Jahres eine EC-Karte eingeführt, aber diese beinhaltet nicht die Giro-Funktionalität. Das gesetzte Ziel von N26, alles Bargeldlos abzuwickeln, scheitert oftmals daran, weil die Händler/Dienstleister nicht bereit sind die Gebühr einer Debit-Karte zu tragen. Giro ist ein etablierter Standard in Deutschland. Somit zückt man doch wieder seine Diba Karte. Die Gründe sind verständlich. N26 setzt auf live Push-Meldungen auf dem Smartphone, sprich jedes Bezahlen mit der Karte löst sofort eine Push-mitteilung aus und der Geldabgang ist live verzeichnet.
Giro bietet rein Technisch diese Funktionalität nicht. So die FAQ.

Das zweite Problem ist das fehlende Zweitkonto wie z.B. ein Sparkonto bei der Diba, welches mit einem Account geführt werden kann. Es ist vielleicht nicht wirklich notwendig, aber ich fühle mich besser, wenn auf dem Konto keine 5000€ herumgeistern. Sondern z.B. 1/5 davon.

Diese zwei Kritikpunkte machen aus N26 ein komfortables Zweitkonto, welches z.B sehr gut im Urlaub mit der Mastercard genutzt werden kann, um die Bezahlungen live verfolgen zu können. Mehr als ein "Freizeitkonto" ist es also bisher noch nicht.
#13
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Registriert seit: 18.04.2012

Matrose
Beiträge: 15
Soll die Umfrage als Rechtfertigung herhalten? Mit solchen Antwortmöglichkeiten kann man das gewünschte Ergebnis auch im vornherein festlegen.


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