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Apple: 'Das FBI will unsere Sicherheitsstandards zurücksetzen'

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fbiDerzeit beschäftigt kaum ein Thema in der Sicherheitsbranche mehr, als der Gerichtsstreit zwischen dem FBI und Apple. Ausgehend von Ermittlungen rund um den Terrorattacke in San Bernadino, nach der Apple zur Entsperrung eines iPhone gezwungen werden sollte, bezogen die verschiedenen Interessengruppen ihre Positionen, die auch in einer Kongressanhörung nicht davon abrücken wollten. In einem Kommentar haben wir uns dem Thema von verschiedenen Blickwinkeln angenommen - beleuchten dabei auch die Gefahren, die von der Aufforderung des FBI ausgehen. Apple ist das Thema wichtig genug, einen harten Kampf gegen die Ermittlungsbehörden zu führen. So wichtig, dass auch Tim Cook mehrfach das Wort ergriffen hat. Unter anderem in einem offenen Brief.

Natürlich wird in einer solchen Auseinandersetzen von beiden Seiten auch in den Media die eigenen Sichtweise verbreitet. Craig Federighi, Senior Vice President of Software Engineering bei Apple hat einen offenen Brief verfasst, der nun in der Washington Post veröffentlicht wurde. Darin geht es einmal mehr um die technischen Auswirkungen einer Schwächung der Sicherheitssysteme, die vom FBI gefordert werden.

Federighi zufolge stelle die Verschlüsselungs-Technologie im iPhone den aktuellen besten Standard für die Sicherheit der persönlichen Daten dar. Dabei stehe aber in erster Linie nicht nur der Schutz vor einem direkten Zugriff im Fokus, sondern auch eine Sicherung der Systeme gegen Mal- oder Spyware. Dabei könne man nur schwerlich eine Unterscheidung zwischen einem unberechtigten Zugriff durch Kriminelle oder einem berechtigten Zugriff durch die Behörden machen.

Natürlich seien komplexe Systeme wie iOS mit Millionen Zeilen von Code immer anfällig für Fehler. Diese versuche man aber bestmöglich zu minimieren. Eine Sicherheitslücke oder Backdoor auf Verlangen einzubauen, wiederstrebe allen Anstrengungen, die man bei Apple verfolge. Die Empfehlung der Sicherheitsbehörden auf einen Stand von iOS 7 zurückzukehren, könne man bei Apple nicht verstehen. Ein Sicherheitsstandard von 2013 sei im Jahre 2016 nicht mehr angemessen, denn inzwischen seien zahlreiche Methoden bekannt, die man erst in iOS 8 und iOS 9 sowie der Weiterentwicklung der Hardware habe schließen können.

Noch einmal konkret auf das Fall in San Bernadino geht Federighi ebenfalls ein:

"To get around Apple’s safeguards, the FBI wants us to create a backdoor in the form of special software that bypasses passcode protections, intentionally creating a vulnerability that would let the government force its way into an iPhone. Once created, this software — which law enforcement has conceded it wants to apply to many iPhones — would become a weakness that hackers and criminals could use to wreak havoc on the privacy and personal safety of us all."

Betont wird einmal mehr, das es nicht nur um ein iPhone geht. Die Behörden haben bereits mehrfach öffentlich geäußert, dass sich weitere iPhones in der Warteschlange befinden, die darauf warten entsperrt zu werden. Als ein Software-Entwickler glaube Federighi an die Technologie, um damit das Leben der Menschen zu verbessern - natürlich hat Apple hier vor allem das Interesse mehr iPhones zu verkaufen. In diesem Fall muss dies aber kein kritischer Punkt sein.

"Security is an endless race — one that you can lead but never decisively win. Yesterday’s best defenses cannot fend off the attacks of today or tomorrow. Software innovations of the future will depend on the foundation of strong device security. We cannot afford to fall behind those who would exploit technology in order to cause chaos. To slow our pace, or reverse our progress, puts everyone at risk."

Das Rennen um die Sicherheit von Daten sei endlos und keine Seite könne gewinnen. Derzeit sei man den potentiellen Angreifern einen Schritt voraus. Diesen Vorsprung nun aufzugeben, sei ein großer Fehler.

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Kommentare (7)

#1
Registriert seit: 05.03.2007

Kapitän zur See
Beiträge: 3547
Das Apple das Thema wichtig ist, ist keine Frage.
Aber das WARUM stelle ich doch klar in Frage.
Apple geht es wohl primär mehr um ihre Kunden als um die generelle Frage:
Sollte Apple nämlich "einfach so" die verschlüsselten Daten "knacken", dann Bye Bye Geschäftskunden und selbst Apple Kiddies könnten ein paar drauf gehen.

Und das wollen sie nicht - nicht zugeben, aber andere Argumente sind ja werbewirksamer... .
#2
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Registriert seit: 17.05.2004

Kapitän zur See
Beiträge: 3847
es ist doch völlig egal wieso die da so gegen sind. es reicht ja schon DAS sie dagegen sind und das sich die us regierung nicht alles ungefragt nehmen kann was sie will.
#3
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Registriert seit: 02.12.2005

Vizeadmiral
Beiträge: 8106
Zitat Snake7;24393004
Das Apple das Thema wichtig ist, ist keine Frage.
Aber das WARUM stelle ich doch klar in Frage.
Apple geht es wohl primär mehr um ihre Kunden als um die generelle Frage:
Sollte Apple nämlich "einfach so" die verschlüsselten Daten "knacken", dann Bye Bye Geschäftskunden und selbst Apple Kiddies könnten ein paar drauf gehen.

Und das wollen sie nicht - nicht zugeben, aber andere Argumente sind ja werbewirksamer... .


Wenn Apple in der Sache einknickt, wird eine Lawine losgetreten.

Mal abgesehen davon, wenn man sich die ganze Geschichte durchliest, dann wird man feststellen, dass sich die Ermittlungsbehörden auch selten dämlich mit dem Bernadino-iPhone angestellt haben.
Die haben sich selbst den Weg versperrt, um an die Daten zu gelangen.

Und zudem hat die US-Regierung durch ihr eigenes Verhalten erst dafür gesorgt, dass Firmen und Kunden sich so für Verschlüsselungstechnik in den Produkten interessieren.
#4
Registriert seit: 02.02.2010

Hauptgefreiter
Beiträge: 165
...
#5
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Registriert seit: 16.01.2005
HH\Wandsbek\Hinschenfelde
Korvettenkapitän
Beiträge: 2464
Zitat PayDay;24393394
es ist doch völlig egal wieso die da so gegen sind. es reicht ja schon DAS sie dagegen sind und das sich die us regierung nicht alles ungefragt nehmen kann was sie will.


Das ist Denken von hier bis 5m weiter.. Klar kann der Kongress fast alles machen.. Wenn es ein Anti CryptLock Abkommen durch den Kongress schafft, MUSS Apple spuren, ebenso wie Google etc.. Es sei denn, Apples Raumschiff kann fliegen. Also ich verstehe ja Tim Cook seinen Pioniergeist, aber die Jahre davor hat Apple auch einfach IPhones entsperrt.. Also muss Es ja doch Hintertüren geben.. Diese PR Wird den Techkonzernen noch teuer zu stehen kommen, wenn ein REP die Macht hat
#6
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Registriert seit: 15.11.2002
www.twitter.com/aschilling
[printed]-Redakteur
Tweety
Beiträge: 29403
Zitat Unrockstar;24394640
Also ich verstehe ja Tim Cook seinen Pioniergeist, aber die Jahre davor hat Apple auch einfach IPhones entsperrt.. Also muss Es ja doch Hintertüren geben.. Diese PR Wird den Techkonzernen noch teuer zu stehen kommen, wenn ein REP die Macht hat


Weil die technischen Voraussetzungen dementsprechend waren, konnte man diese auch einfach ohne Hintertür entsperren. Das ist inzwischen nicht mehr möglich.
#7
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Registriert seit: 16.01.2005
HH\Wandsbek\Hinschenfelde
Korvettenkapitän
Beiträge: 2464
Zitat Don;24394763
Weil die technischen Voraussetzungen dementsprechend waren, konnte man diese auch einfach ohne Hintertür entsperren. Das ist inzwischen nicht mehr möglich.


Du gibst mir aber doch Recht, wenn ich sage.. Ein Schulterschluss der Techindustrie wäre erträglicher als Apples Alleingang, oder Don?
Mir macht das Thema Patriot Act sorgen.. Was wenn die Republikaner einfach so ein Gesetz verabschieden? Dann kann sich auch ein Apple nicht mehr wehren. Warum nutzt die Branche nicht einmal ihre Macht?
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