> > > > Übernahme von EMC durch Dell droht zu scheitern

Übernahme von EMC durch Dell droht zu scheitern

Veröffentlicht am: von

Dell 2013Die Mitte Oktober von Dell angekündigte Übernahme des Speicher-Spezialisten EMC droht zu scheitern. Denn wie Re/code berichtet, könnten zum Kaufpreis in Höhe von 67 Milliarden US-Dollar neun weitere Milliarden hinzukommen. Grund hierfür ist gut informierten Kreisen zufolge die Art der Finanzierung.

Nur drei Viertel der Summe sollen bar beglichen werden, den Rest will Dell in Form von sogenannten Tracking Stocks zahlen. Dabei handelt es sich um Aktien eines Unternehmens, die sich jedoch nur auf einen bestimmten Geschäftsbereich – in diesem Fall auf die künftige Tochter VMware – beziehen. In einem solchen Fall sieht das US-Steuergesetz vor, dass Gewinne des entsprechenden Teilbereichs, die für die Finanzierung genutzt werden, versteuert werden müssen. Der erwartete Überschuss soll am Ende zu besagten neun Milliarden US-Dollar führen. In Dells Führungsetage habe dies zu Diskussionen geführt, auch eine mögliche Absage soll im Raum stehen.

Eine solche wäre aber ebenfalls mit Kosten verbunden. Denn der Kaufvertrag sieht vor, dass eine Absage seitens des PC-Herstellers zu einer Vertragsstrafe im mittleren einstelligen Milliardenbereich führen würde.

PCs wollte niemand

Von der möglichen Steuerschuld abgesehen scheint der Kauf von EMC aber grundsätzlich unter keinem guten Stern zu stehen. Denn zunächst soll Dell versucht haben, die Übernahme durch das Abstoßen der PC-Sparte zu finanzieren. Anfang Oktober hätten die Texaner in Form des wichtigsten Anteilseigners Silver Lake bei gleich mehreren Unternehmen ein mögliches Interesse ausgelotet, unter anderem sei man bei HP, Lenovo und Huawei vorstellig geworden. Der US-Konkurrent hätte aufgrund der geplanten Umstrukturierung abgesagt, bei Lenovo wurden Problem aufgrund der daraus entstehenden Marktmacht geäußert worden, Huawei hätte kein Interesse am Einstieg in das PC-Geschäft gehabt.

Auf der Dell World betonte man mehrfach, dass kein Berich verkauft werden soll - inzwischen sieht es anders aus
Auf der Dell World betonte man mehrfach, dass kein Berich verkauft werden soll – inzwischen sieht es anders aus

Interessant ist diese Randnotiz vor allem aufgrund von Äußerungen im Rahmen der Dell World. Denn auf seiner Hausmesse hatte das Unternehmen mehrfach betont, dass man das PC-Geschäft nicht aufgeben werde – zu diesem Zeitpunkt hatte kaum jemand Notiz vom Re/code-Bericht genommen.

Die Suche nach finanziellen Mitteln für die Übernahme von EMC ist aber trotz der möglichen Absage nicht beendet. Denn wie Reuters schreibt, will man nun große Teile der Software- und Service-Sparten abstoßen. Erhofft werden Erlöse in Höhe von zehn Milliarden US-Dollar. Auch diese Bereiche hatte Dell im Rahmen der Dell World als wichtig bezeichnet.

Kommentieren wollte das Unternehmen die Berichte bislang nicht.

Ob die Übernahme von EMC tatsächlich zustande komme, wird sich im kommenden Monat entscheiden. Bis dahin kann das Speicher-Unternehmen nach alternativen Angeboten suchen und Dells Offerte ausschlagen.

Social Links

Ihre Bewertung

Ø Bewertungen: 0

Tags

Kommentare (1)

#1
customavatars/avatar208420_1.gif
Registriert seit: 13.07.2014

Leutnant zur See
Beiträge: 1051
Auf der Dell World betonte man mehrfach, dass kein Berich verkauft werden soll – inzwischen sieht es anders aus
Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!

Das könnte Sie auch interessieren:

AMD-Grafikkarten-Hersteller VTX3D verschwindet vom Markt

Logo von VTX3D

Vor allem für AMD-Partner sind schwere Zeiten angebrochen: Während der gesamte PC-Markt mit einer weltweit schwächelnden Nachfrage zu kämpfen hat, haben es die ersten Polaris-Grafikkarten gegen NVIDIAs Pascal-Modelle nicht leicht. Zwar kann die Radeon RX 480 leistungsmäßig durchaus mit der... [mehr]

Lohnt das Mining für den Privatanwender noch?

Logo von IMAGES/STORIES/2017/ETHEREUM

Bestimmte Grafikkartenmodelle sind schlecht verfügbar und einige Hersteller präsentieren sogar spezielle Mining-Modelle – bestes Anzeichen dafür, dass eine neue Mining-Welle anrollt. Ethereum basiert wie Bitcoins auf einer Blockchain-Technologie. Ethereum ist aber keine reine Kryptowährung,... [mehr]

Bitcoin droht der Hard Fork – Ethereum weiter auf niedrigem Kurs

Logo von IMAGES/STORIES/2017/ETHEREUM

Bereits in der vergangenen Woche deuteten sich einige Änderungen bei den Kryptowährungen an. Nach einem wochenlangen Hoch brach der Kurs des Ether auf weit unter 200 US-Dollar ein. Die Gründe dafür sind nicht immer ersichtlich. Oftmals gibt es auch Wechselwirkungen zwischen den einzelnen... [mehr]

AMD mit guten Quartalszahlen – Vega und Naples für Q2 bestätigt (Update)

Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMD

AMD hat die ersten Quartalszahlen veröffentlicht, die nach dem Verkaufsstart der RYZEN-Prozessoren zusammengestellt wurden. Darin zeichnet das Unternehmen einen deutlichen Anstieg beim Umsatz aus, muss bisher aber noch auf Gewinne verzichten. Weitaus wichtiger aber ist, dass AMD in seinen... [mehr]

O2: Wer bei der Hotline nicht anruft, wird mit Datenvolumen belohnt (Update)

Logo von IMAGES/STORIES/2017/O2_LOGO

O2 war in den letzten Monaten aufgrund seiner schlecht erreichbaren Hotline immer wieder in der Kritik. Kunden mussten teilweise stundenlang in der Warteschleife warten, bis sich am anderen Ende der Leitung ein Mitarbeiter meldete. Dies ist einerseits darauf zurückzuführen, dass die Kapazitäten... [mehr]

Amazon Drive mit unbegrenztem Speicherplatz kostet 70 Euro im Jahr

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2015/AMAZON

Amazon bietet ab sofort seinen Speicherdienst Drive mit unbegrenztem Speicherplatz für 70 Euro im Jahr an. Dabei kann der Kunde unbegrenzt viele Daten auf den Cloud-Service hochladen und muss auf keine Begrenzung achten. Das Angebot kann laut Amazon für drei Monate kostenlos getestet werden –... [mehr]