1. Hardwareluxx
  2. >
  3. News
  4. >
  5. Allgemein
  6. >
  7. Wirtschaft
  8. >
  9. Werbeblockersperre: Auf Bild.de sollen Stern.de, Sueddeutsche.de und Spiegel Online folgen

Werbeblockersperre: Auf Bild.de sollen Stern.de, Sueddeutsche.de und Spiegel Online folgen

Veröffentlicht am: von

Kaum ein Thema hat in der vergangenen Woche die Gemüter so bewegt, wie die Schaltung der Werbeblockersperre des Axel Springer Verlages auf Bild.de. Wer das Portal mit eingeschaltetem Werbeblocker besucht, wird mit einer Warnmeldung begrüßt, die den Nutzer darauf hinweist, dass er einen Adblocker verwendet und daher nicht auf die Inhalte auf Bild.de zugreifen kann. Mit Hinweis auf das Abonnement könne man entweder auf das Bezahlangebot wechseln oder aber solle den Adblocker ausschalten.

Es dauerte natürlich nicht lange und die erste Mittel und Wege die Werbeblockersperre zu umgehen wurden bekannt. Schnell fanden sich auch komplette Anleitungen und fertige Skripte, die den Filtern der Adblocker beigefügt werden müssen. In der Folge erreichten die ersten Abmahnschreiben die Autoren solcher Hinweise. In den Schreiben forderte die Kanzlei Lubberger Lehment im Auftrag der Bild GmbH die betroffenen Nutzer auf, eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen sowie die Anwaltskosten in Höhe von fast 1.800 Euro zu übernehmen. Die Argumentation der Kanzlei ist eine Urheberrechtsverletzung gemäß Paragraf 95 a des Urheberrechtsgesetzes. Laut einhelliger Fachmeinung steht die Argumentation von Bild.de bzw. den beauftragen Anwälten aber auf wackeligen Beinen und hätte vor Gericht vermutlich keinen Bestand. Daher wurden die Abmahnungen auch schnell als Einschüchterungsversuch eingestuft, was an der Tatsache und dem Vorgehen des Axel Springer Verlages aber wenig ändert. Hier sieht man sich noch immer im Recht.

Auch Spiegel Online und Sueddeutsche.de könnten Werbeblockersperren planen
Auch Spiegel Online, Stern.de und Sueddeutsche.de könnten Werbeblockersperren planen

Offenbar planen nun auch weitere Verlage und Online-Portale eine Werbeblockersperre. So vermeldet das Magazin Horizont (eine Plattform für Marketing, Werbung und Medien), dass der Verlag Gruner + Jahr eine ähnliche Sperre im kommenden Jahr zunächst auf kleineren Angeboten testen möchte, um sie dann möglicherweise auf die bekannteren Auftritte auszuweiten. Zu Gruner + Jahr gehört unter anderem der Stern mit seinem Online-Auftritt Stern.de. An Gruner + Jahr beteiligt ist aber auch der Bertelsmann Verlag, so dass eine Entscheidung für Werbeblockersperren hier eine weitaus größeren Einfluss haben könnten.

Gegenüber Horizont bestätigte Stefan Plöchinger, Chefredakteur von Sueddeutsche.de, dass man ebenfalls über ähnliche Schritte nachdenke. Man könne derzeit schwer abschätzen, wie die Nutzer auf eine solche Sperre reagieren würden, daher müsse man dies testen. Bei Spiegel Online liegen demnach ähnliche Pläne in der Schublade und auch kleinere Zeitungen und Verlagen prüfen nun, ob Werbeblockersperren und Verweise auf ein Bezahlangebot wieder die Erlöse steigern können. Dazu gehören die Rheinische Post, die Berliner Zeitung und den Kölner Stadt-Anzeiger aus dem DuMont-Verlag.

Der Leidensdruck der Verlage und Publikationen muss hoch sein, denn im Vergleich zu Technikseiten wie Hardwareluxx.de, wo der Adblocker-Anteil bei etwa 50 Prozent liegt, müssen größere Nachrichtenportale mit weitaus geringeren Blockquoten umgehen. So gibt Sueddeutsch.de etwa 30 Prozent an, während der DuMont-Verlag von 15 Prozent spricht.

Social Links

Das könnte Sie auch interessieren:

  • Robert-Koch-Institut: Neues Informations-Dashboard zum Coronavirus

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/CORONA-VIRUS

    In der heutigen Pressekonferenz des Robert-Koch-Instituts hat der Präsident Prof. Lothar H. Wieler ein neues Informations-Dashboard zur übersichtlichen Darstellung der Datenlange angekündigt. Dieses Dashboard ist seit heute morgen online und kann unter http://www.esri.de/corona... [mehr]

  • Nach Share-Online ist nun auch Openload vom Netz

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/OPENLOAD

    Verletzung von Urheberrechten sind kein Kavalierdelikt und das Verbreiten von geschütztem Material wird zum Teil mit hohen Strafen belegt. In den vergangenen Jahren haben vor allem Filehoster zur Verteilung von urheberrechtlich geschützten Inhalten beigetragen, doch mit Share-Online.biz konnte... [mehr]

  • Bilder zeigen Vernichtung von Retouren im Amazon-Lager in Winsen

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMAZON

    Seit einigen Monaten tauchen immer wieder Berichte auf, dass große Online-Händler zurückgeschickte Waren vernichten. Dies sei teilweise günstiger als den Zustand zu prüfen und die Produkte wieder zum Verkauf anzubieten. Laut dem neusten Bericht von Greenpeace soll vor allem Amazon große... [mehr]

  • Saturn und Mediamarkt feiern "Black Weekend"

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/MEDIA_MARKT

    Seit Freitagmorgen ist auch im Mediamarkt bzw. im Saturn das große "Black Weekend" gestartet. Sowohl in den Märkten vor Ort als auch im Onlineshop erwartet die Schnäppchenjäger noch bis Sonntag, den 1. Dezember eine Vielzahl von reduzierten Artikeln.  Im Mediamarkt lässt sich unter... [mehr]

  • Mehrwertsteuersenkung: Alle Infos zu den Plänen von Saturn, Media Markt und...

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/MEDIA_MARKT

    Offiziell gilt die Mehrwertsteuersenkung aufgrund der Corona-Pandemie erst ab dem 1. Juli und endet am 31. Dezember 2020. Allerdings gibt der Lebensmitteldiscounter Lidl die verringerte MwSt. schon jetzt an seine Kunden weiter. Das hat den Stein ins Rollen gebracht und immer mehr Unternehmen... [mehr]

  • Möglicher Skandal beim Apple-Zulieferer Foxconn

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/IPHONE_11_TEASER

    Wie jetzt einem Bericht von Taiwan News zu entnehmen ist, sollen Foxconn-Manager rund drei Jahre lang illegal iPhones hergestellt und vertrieben haben. Besagte Geräte wurden mit Komponenten produziert, die als Ausschuss galten und nicht der normalen Produktion zugeführt wurden. Insgesamt... [mehr]